Erinnerungen werden wach. Gerhard Richter präsentiert nach 1966 zum in einer Überblicksauswahl im Museum Wiesbaden frühe Bilder.

Gerhard Richter ist ein Künstler, dessen Werk die Trennung von abstrakter und gegenständlicher Malerei, welche die Debatte des 20. Jahrhunderts beherrschte, hinter sich lässt.

Landesmuseum (Museum Wiesbaden), kurzgefasst

Gerhard Richter – „Frühe Bilder“
Wann: Freitag, 16. März – 17. Juni 2018
Wo: Hessisches Landesmuseum für Kunst und Kultur (Museum Wiesbaden), Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Öffnungszeiten: dienstags 10:00 bis 20:00 Uhr, mittwochs und freitags bis sonntags 10:00 bis 17:00 Uhr,  montags geschlossen
Eintritt: frei

Weder kultivieren seine Gemälde ein selbstgenügsames Spiel von Farben und Formen, noch zeigen sie ein ungebrochenes Bild der Wirklichkeit. So befragt der Malerskeptiker Richter die Abbildlichkeit selbst dann, wenn die Realität und ihre Fakten Thema seiner Gemälde sind. Im Besonderen gilt das für seine Tür-, Vorhang- und Fensterbilder der 1960er-Jahre, die im Zentrum der Ausstellung stehen.

Gerhard Richter, er gilt als der bedeutendste lebende Maler in Deutschland und fasziniert. Seine Bilder kosten Millionen. ©2018 Volker Watschounek

Gerhard Richter, er gilt als der bedeutendste lebende Maler in Deutschland und fasziniert. Seine Bilder kosten Millionen. ©2018 Volker Watschounek

Durchgänge und Türen

Schlieren und Wolken, Durchgänge und Türen sind zentrale Motive der Malerei Richters, die sinnbildlich für seine bis heute andauernde Auseinandersetzung im Spannungsfeld von Gegenständlichkeit und Abstraktion, von Bildraum und Bildfläche stehen. Diesen Arbeiten gegenübergestellt werden in der Ausstellung ausgesuchte Landschaften und Porträts, deren figurative Bedeutung in der Technik der Fotovermalung ins Flächige zu verfließen scheint.

Frühe Werke

In der Sammlung des Museums Wiesbaden befinden sich sechs frühe Arbeiten Richters aus den Jahren 1964 bis 1968. Im Kontext weiterer früher Werke der Jahre bis 1974 zeigt die Ausstellung die grundsätzliche Auseinandersetzung Richters mit dem Medium Malerei, die in diesen Jahren begann und bis heute anhält.

Zur Person Gerhard Richter

Richter ist 1932 in Dresden geboren und wuchs in der Oberlausitz auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er zuerst eine Lehre als Schriftenmaler. 1951 erfolgte die Zulassung an der Hochschule für bildende Künste, Dresden. Nach dem Diplom bei Heinz Lohmar wurde ihm ein eigenes Atelier an der Hochschule zuerkannt. 1959 besuchte Richter die documenta II in Kassel. 1961 flieht er im März zusammen mit seiner Frau Ema (Marianne Eufinger), die er 1957 geheiratet hatte, über Berlin in den Westen. Ab dem Herbst 1961 studiert er an der Kunstakademie in Düsseldorf, nach dem ersten Semester wechselt er zusammen mit Konrad Lueg (Fischer) in die Klasse von Karl Otto Götz. 1966 stellt er – auf Anregung von Götz, der seit Mitte der 1950er-Jahre dem damaligen Museumsdirektor Clemens Weiler freundschaftlich verbunden ist – zusammen mit Lueg, Sigmar Polke, Thomas Bayrle u. a. erstmalig im Museum Wiesbaden aus. Aus der damaligen Präsentation zeigt das Museum heute „Vorhang IV“, ein Schlüsselbild der aktuellen Ausstellung.

Vorhang- Fenster- und Türbilder

Gerade die Vorhang- Fenster- und Türbilder zeigen Richters konzeptuelle Auseinandersetzung mit der Frage, was ein Bild ist und sein kann. Kunstgeschichtlich aufgeladen ist das Vorhang- oder Fenstermotiv stets verknüpft mit der Vorstellung eines Anderen, das hinter der Bildoberfläche zu finden ist. Der Vorhang als „verschlossene“ Bildfläche bietet darüber hinaus einen Einstieg in die Lesart des Motivs als abstrakte Darstellung, die in ein Muster reiner Malerei übergeht. In ähnlicher Weise beginnt Richter zeitgleich in Fotovermalungen Gegenständliches im Farbauftrag verschwinden, oder aber erst erscheinen zu lassen.

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