Autos, Briefmarken, Uhren: Viele Bundesbürger sammeln. Dabei werden sie nicht unbedingt von Leidenschaft getrieben. Finanzkrise und Niedrigzinsen haben die Hintergründe verschoben –auch bei einzelnen Käufern von Einzelstücken der Erivan Sammlung.

Der Katalog zur 1. Versteigerung der Erivan Sammlung am 8. Juni erinnert an einen aufwendigen gestalteten Bild Band aus der Serie von Reader’s Digest. 260 Seite ist er stark. Er enthält 320 Beschreibungen und Abbildungen zu wertvollen historischen Briefmarken aus den Altdeutschen Staaten. Allesamt standen sie zum Verlauf. Diejenigen, die am Samstag den Weg in den Nassauer Hof gefunden hatten, egal ob jung oder alt, verbindet eines: die Faszination und Leidenschaft und eine mehr oder weniger tiefe persönliche Befriedigung beim Sammeln von Briefmarken. Sie verbindet der Wunsch, mit Briefmarken wertvolle Erkenntnisse zeitgeschichtlicher Zusammenhänge zu erlangen und zum Erhalt der Kultur der Kommunikation unserer Gesellschaft beizutragen.

Erivan Sammlung

Mit der Auktion der Erivan Sammmlung im Nassauer Hof erfährt das philatelistische Wirken des am 6. März in Pinedale, Wyoming verstorbenen einstigen Tengelmann-Chefs Erivan Haub seine Fortsetzung. Interessenten, die das Sammeln für sich entdeckt haben oder entdecken möchten, bot sich am Samstag und bieten sich in den nächsten Monaten zahlreiche Gelegenheiten ins Briefmarkensammeln einzusteigen und den Grundstein für ein eigens Sammlungswerk zu beginnen. Die gestempelte 9 Kreuzer Marke, schwarz auf blaugrün statt auf lilarosa. Nein, dieser legendärer Baden-Fehldruck war sicher kein Grundstein für Einsteiger. Sie galt als Höhepunkt der auf mehrere Stunden angesetzten Auktion: Das Highlight und Zugpferd, das viele Philatelisten aus ganz Deutschland angezogen hatte – wenn nicht persönlich, so doch telefonisch zugeschaltet.

Briefmarke für 1260000 Euro

Als die 9 Kreuze Briefmarke aufgerufen wurde, wurde es merklich still. Die Gäste im Auktionshaus-Sall lauschten den Ausführungen von Dieter Michelson, einer der Geschäftsführer von Heinrich Köhler, Deutschlands ältesten Briefmarken-Auktionshaus. Er beschrieb den hervorragend geschnittenen Fehldruck, der lediglich unten links minimal berührt ist. Er beschrieb die Marke, die sich auf einem kleinem Faltbrief mit Inhalt aus Altdorf befindet – dem Landsitz der Familie Türkheim. Neben diesem Brief ist nur ein weiterer mit dem Fehldruck bekannt – der sich im Besitz des Berliner Postmuseums befindet. Michelsen erzählte, wie die Marke an ihn herangetragen wurde, welchen Weg diese einzigartige Marke zurück gelegt hat. Das Anfangsgebot taxierte das Auktionshaus auf 800.000 Euro. Es dauerte nicht lange, da durchbrach sie die Schallmauer von einer Million Euro. Am Ende wechselte sie für 1,26 Mio den Besitzer. Der Bieter kam aus dem Saal und überbot zuletzt die per Telefon zugeschalteten Bieter um 20000 Euro.

Impressionen der Auktion

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