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Avatar-Foto Bela Rettich 2 Stunden vor 0

Die Ansprüche sind da – die entsprechenden Ergebnisse nicht. Der VC Wiesbaden wollte mit Schmackes in die Rückrunde der Saison 2025/2026 der 1. Volleyball Bundesliga Frauen gehen. Zumindest gegen die Gegner aus Dresden und Erfurt ging das gehörig schief. Welche Reaktion zeigen die Hessinnen nun am kommenden Sonntag (1.2.2026; 18:00 Uhr) im baden-württembergischen Weissach? Dort treffen sie auf ein Team, das derzeit noch nicht unter Profi-Bedingungen agiert – die Binder Blaubären TSV Flacht.

Der Aufsteiger aus der 2. Volleyball Bundesliga Pro (Sechster in der Saison 2024/2025) sammelt in der aktuellen Spielzeit wichtige Erfahrungen im Oberhaus. Absteigen werden sowohl die Blaubären als auch die ETV Hamburger Volksbank Volleys und die Skurios Volleys Borken in diesem und auch im nächsten Jahr nicht. Alle drei „Frischlinge“ sollen sich an neue Gepflogenheiten gewöhnen und sich vor allem wirtschaftlich akklimatisieren. Dass die sportlichen Trauben auf dem Parkett derzeit noch, wie von allen erwartet, zu hoch hängen, zeigt der Blick auf das Tabellenende: Flacht ist Elfter bzw. Letzter (vier gewonnene Sätze), vor Hamburg (Zehnter; acht Gewinnsätze) und Borken (Neunter; sechs). Die drei Teams konnten jeweils einmal gewinnen – im Wettstreit untereinander.

Der VC Wiesbaden hatte das Hinspiel gegen Flacht vor drei Monaten in der heimischen Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit nach 62 Minuten mit 3:0 gewonnen (25:11, 25:9, 25:19). Zuspielerin Sanne Konijnenberg erhielt die goldene MVP-Medaille zugesprochen und Flachts Mittelblockerin Britta Schammer die silberne. Diagonale Jimena Fernández Gayoso (16 Punkte) und Außenangreiferin Dagmar Boom (11) waren die erfolgreichsten Scorerinnen auf VCW-Seite; 12 Zähler standen für die ehemalige Wiesbadener Diagonale Frauke Neuhaus im Flacht-Trikot zu Buche.

Die Psyche …

Die Spielerinnen beider Clubs wollen am kommenden Sonntag unbedingt zeigen, dass sie sich auch psychologisch wieder gefangen haben. Für Flacht gilt es den letzten Auswärtsauftritt gegen den VfB Suhl Lotto Thüringen vergessen zu machen, als man beim 0:3 in den Sätzen zwei und drei gerade mal auf jeweils 7 Punkte kam. Georgierin Lizzy Irine Lobzhanidze (3 Punkte), Mittelblockerin und einzige ausländische Akteurin im Team von Cheftrainer Manuel Hartmann, dürfte sich dann auch in bescheidenem Maß an ihrer silbernen MVP-Medaille erfreut haben. Und ebenso erging es wohl auch Wiesbadens Außenangreiferin Pleun van der Pijl mit ihrem Silber nach dem saft- und kraftlosen Auftritt ihrer Mannschaft bei Schwarz-Weiß Erfurt vor einer Woche. Die Enttäuschung war auch darum groß, weil die Formation von Chefcoach Tigin Yağlioğlu und seinen Co’s Christian Sossenheimer und Scout Marcel Frisch zwei Tage zuvor daheim gegen den Dresdner SC beim 0:3 schon alles andere als überzeugend performt hatte. Der VCW will sich nun in Flachts 433 Zuschauer fassenden Heckengäusporthalle an der Hölderlinstraße in Weissach wieder zurechtruckeln, denn danach folgen Hammerpartien gegen Suhl, den USC Münster, Allianz MTV Stuttgart und den SSC Palmberg Schwerin, ehe man am 14.3.2026 die Hinrunde in Hamburg abschließt.

So oder so muss der VCW auf Überraschungen bei den Begegnungen der anderen Clubs hoffen, um sich die bestmögliche Ausgangsposition für die dann beginnende dritte Saisonphase zu verschaffen. Aus der Platzierung der Hauptrunde (1 bis 8) ergeben sich die Viertelfinalpaarungen der Playoffs. Beispiel: Bleibt der VCW Siebter, wird man gegen den Zweiten der Hauptrunde antreten. Als Sechster träfe man auf den Dritten.

Statistik

„Blaubärin“ Frauke Neuhaus (2019 bis 2021 beim VCW und 2023 mit Schwerin DVV-Pokalsiegerin) wurde nach den bisherigen 13 Flacht-Matches sechsmal als Beste ihres Teams mit Silber gekürt. Im Ranking der Top Scorerinnen (alle Spielelemente) liegt sie auf Platz 53, hinter Lizzy Irine Lobzhanidze (49.), die zwar weitaus weniger punktet, aber eine bedeutend niedrigere Fehlerquote aufweist. Die Georgierin ist zudem Liga-Zwölfte bei den Blockpunkten.

Beim VCW holten sich in 14 Begegnungen gleich fünf Spielerinnen die MVP-Goldmedaille ab; Jimena Fernández Gayoso wurde diese Ehre zweimal zuteil (zudem einmal Silber). Die 24-jährige Spanierin ist trotz schwankender Leistungen Liga-Siebte bei allen Spielelementen. Denselben Rang belegt bei den Wertungen „Quote perfekte/gute Annahme“ sowie „Annahmeeffizienz“ noch immer VCW-Libera Rene Sain (28 Jahre), die verletzungsbedingt seit drei Spielen (und weiterhin) von der 19-jährigen Lilly Bietau vertreten wird. Laura Broekstra (29) ist Elfte bei den Blockpunkten.

STATEMENTS

VCW-Chefcoach Tigin Yağlioğlu: „Wir haben am Montag ein kurzes, aber sehr klares Meeting gehabt, in dem wir in unseren Köpfen so einiges klargestellt haben. Uns ist bewusst, dass wir eine Menge investieren müssen, um wieder in die Spur zu kommen. Wir trainieren seit Anfang der Saison sehr hart, gut und sind fokussiert. Gemessen werden wir aber an den Ergebnissen. Wir haben einiges gutzumachen. Im Angriff sind wir durchschlagskräftig genug, aber wir müssen unbedingt die Qualität in der Defensive erhöhen. Das haben wir angestoßen.“

Jimena Fernández Gayoso: „Ich finde nicht, dass man die letzten beiden Matches auf das Wort ‚enttäuschend‘ reduzieren kann. Klar hätten wir besser spielen können, das kann man immer. Aber ich versichere allen Beobachtern, dass wir in der Englischen Woche mit drei Spielen, darunter zwei auswärts, alles gegeben haben, und zwar auch nach Renes Verletzung. Das ist keine Entschuldigung, sondern Fakt. Wir wollen unser Publikum unbedingt begeistern – in jedem Spiel. Wir arbeiten so hart im Training. Zuletzt lag der Fokus auf der Abwehr, die uns die nötige Flow-Power-Dynamik im Spiel geben soll und die es dem Gegner schwermacht, Punkte zu erzielen. Das Flacht-Match ist eine gute Gelegenheit, um wieder Selbstvertrauen in unser System zu bringen. Wir wollen unseren neuen Rhythmus vor dem dann folgenden Suhl-Spiel testen. Ich weiß, dass ich in den vergangenen Spielen nicht so performt habe, wie ich es kann, aber ich tue alles dafür, dass ich wieder zur der Offensivwaffe werde, die mein Team braucht. Und ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin.“

(Text: Sabine Ursel)

 

TERMINE 1. Volleyball Bundesliga

1.2.2026 (Sonntag)
18:00 Uhr: Binder Blaubären TSV Flacht – VCW
Weissach, Heckengäusporthalle II

3. VCW-Doppelspieltag
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit
14.2.2026 (Samstag)
17:15 Uhr: VCW (Profis) – VfB Suhl Lotto Thüringen
20:15 Uhr: VCW 2 – SSC Freisen  

21.2.2026 (Samstag)
19:30 Uhr: USC Münster – VCW
Münster, Sporthalle Berg Fidel

4.3.2026 (Mittwoch)
19:30 Uhr: Allianz MTV Stuttgart – VCW
Stuttgart, SCHARRena

7.3.2026 (Samstag)
18:30 Uhr: VCW – SSC Palmberg Schwerin
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit

14.3.2026 (Samstag)
18:00 Uhr: ETV Hamburger Volksbank Volleys
Hamburg (Stadtteil Neugraben), CU Arena

In den anschließenden Playoffs (21.3. bis 2.5.2026) wird der Deutsche Meister ermittelt.  

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Die Seite des VC Wiesbaden finden Sie unter www.vcwiesbaden.de.

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