Seit zehn Jahren arbeiten Rettungsdienst und Medizinische Gefahrenabwehr in Wiesbaden zusammen unter dem Dach der Berufsfeuerwehr.
Vor zehn Jahren entschied sich Wiesbaden für einen grundlegenden Schritt in der Organisation seiner Notfallversorgung. Seitdem verantwortet die Berufsfeuerwehr nicht nur den Brandschutz, sondern auch den öffentlichen Rettungsdienst und die Medizinische Gefahrenabwehr. Bei einer Feierstunde im Rathaus blickten Vertreter aus Politik, Feuerwehr, Kliniken und Hilfsorganisationen nun auf die Entwicklung zurück und zogen eine positive Bilanz.
Mehr als eine organisatorische Reform
Als der Magistrat 2016 die Zuständigkeiten zusammenführte, wurde die Entscheidung kontrovers diskutiert. Heute sieht Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende den eingeschlagenen Weg bestätigt. „Damals wurde intensiv diskutiert, ob die Bündelung von Feuerwehr und Rettungsdienst der richtige Weg ist. Heute können wir sagen: Diese Entscheidung war richtig“, sagte Mende. Ziel sei nie eine reine Verwaltungsreform gewesen, sondern „eine leistungsfähige, moderne und zukunftsfähige Notfallversorgung für die Menschen in Wiesbaden“.
Seit der Zusammenführung entstanden mehrere Projekte, die den Rettungsdienst enger mit anderen Bereichen der Stadt verzahnen. Einsatzkräfte können soziale Hilfebedarfe direkt an das Sozialamt weitergeben. Mit der App „Mobile Retter“ alarmiert die Leitstelle qualifizierte Ersthelfer bereits vor dem Eintreffen des Rettungswagens. Im Sommer startet zudem das Projekt „Hebamme vor Ort“, das die Versorgung werdender Mütter verbessern soll. Auch bei hochkomplexen Intensivtransporten setzt Wiesbaden mit einem mobilen ECMO-Team gemeinsam mit der Helios HSK neue Akzente.
Starke Strukturen für die Zukunft
Wie wichtig die Bündelung im Alltag und in Krisensituationen ist, betonte Norbert Hagner, Leiter des Sachgebiets Rettungsdienst und Medizinische Gefahrenabwehr. „Besonders in außergewöhnlichen Lagen zeigt sich die Stärke der integrierten Strukturen. Ob Großschadensereignisse, Pandemie oder komplexe Einsatzlagen: Eingespielte Abläufe, kurze Entscheidungswege und ein gemeinsames Lageverständnis sind in solchen Situationen von unschätzbarem Wert.“
Die gemeinsame Organisation zeigt sich inzwischen auch nach außen: Rettungswagen fahren im einheitlichen Design, Einsatzkräfte tragen dieselbe Kennzeichnung und alle Rettungsmittel treten unter dem Logo „Rettungsdienst Wiesbaden“ auf. Was vor zehn Jahren als Verwaltungsreform begann, hat sich längst zu einem Baustein moderner Gefahrenabwehr entwickelt. Für Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende steht deshalb vor allem der Beitrag der Beschäftigten im Mittelpunkt: „Ihr Engagement, ihre Kompetenz und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sind das Fundament dieses Erfolges – im Sinne der Gesundheit und Sicherheit der Bürger Wiesbadens.“
Foto – Rettungswagen @2026 KI-generiert
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Mehr zur Sicherstellung der Notfallrettung finden sie unter verwaltungsportal.hessen.de.





