Anna Ahlert im Interview: Über Titelträume, starke Plays und ihre Liebe zum Football.
„Das ist inzwischen meine vierte Saison“, erzählt Anna Ahlert. Im Sommer 2022 hatte die Wiesbadenerin bei den Mainz Golden Eagles mit American Football begonnen, nachdem sie beim CSD angesprochen worden war, ob sie nicht einmal ins Training kommen wolle. „Ich hatte damals sowieso überlegt, wieder mehr Sport zu treiben und Football hatte mich schon länger interessiert. Zufällig wurde ich dann angesprochen, bin kurz darauf ins Training gegangen und direkt dabeigeblieben.“
In Wiesbaden absolviert Ahlert nun bereits ihre dritte Spielzeit. Die 28-Jährige wird vielfältig in der Damen-Aufbauliga Hessen eingesetzt, wie sie im Interview erklärt.
Welche Positionen spielst Du?
Meine Hauptposition ist Cornerback, zusätzlich spiele ich Wide Receiver und habe diese Saison als Quarterback angefangen. Am meisten Spaß macht mir aktuell die Receiver-Position, weil ich dort am aktivsten ins Spiel eingebunden bin.
Blick zurück: Was waren bisher Deine größten Erfolge?
Dazu würde ich die DALH7-Meisterschaft vergangenes Jahr zählen, die Auszeichnung als „Rookie of the Year“ in meiner ersten Saison in Mainz sowie der Titel „Shutdown Corner“ 2025.
Erinnerst Du Dich an ein bestimmtes Play besonders gerne?
Ein Play, als ich als Cornerback eingesetzt wurde, fällt mir direkt wieder ein: Der Quarterback wirft auf „meinen“ Receiver, der bekommt den Ball sogar kurz zu fassen, aber ich habe meine Hände noch dazwischen bekommen, ihm den Ball im Prinzip herausgezogen und mich dabei so gedreht, dass er über meine Hüfte abhebt und vorneüber auf dem Boden landet. Ich konnte den Ball sichern und danach noch knapp 20 Yards Raumgewinn machen.
Wie hast Du vor einiger Zeit die Partie gegen die Stampers erlebt, die ihr gewonnen habt?
Das Spiel in Trier war intensiv. Ich bin mit einer kleinen Oberschenkelzerrung reingegangen, habe aber trotzdem durchgezogen. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, aber ich sehe immer noch Dinge, die ich besser machen kann.
Was genau?
Vor allem meine Tackling Skills, da will ich deutlich konstanter werden.
Was kannst Du ins Team einbringen?
Ich würde sagen, was mich im Team ausmacht, ist, dass ich auch in stressigen Situationen ziemlich ruhig bleibe und einen kühlen Kopf bewahre. Gerade als Cornerback bist du oft auf dich alleine gestellt. Seit diesem Jahr sehe ich das Spiel als zweiter Quarterback nochmals aus einer ganz anderen Perspektive. Das hilft mir extrem, das Spiel besser zu lesen und schneller zu reagieren.
Blick voraus: Auf welches Spiel diese Saison freust Du Dich am meisten?
Auf jeden Fall auf das Abschlussturnier am 12. September in „Camp Lindsey“, den Phantoms Ladies Bowl. Immerhin kommen da an einem Tag drei Teams zusammen.
Wie sieht es nach dem Sieg in Trier mit der Titelverteidigung aus?
Die Chancen stehen sehr gut. Wenn wir unsere nächsten Spiele durchziehen, ist alles drin.
Und danach? Was sind Deine Ziele?
Ich möchte mit dem Team wieder 9er Football spielen wie 2024 in der 2. Bundesliga und dort den Titel holen. Allerdings benötigen wir dafür einen tieferen Kader. Interessierte sind immer willkommen.
Wie überbrückst Du sportlich abseits des Mannschaftstrainings die Zeit bis zum nächsten Spiel?
Viel kommt durch meinen handwerklichen Beruf, dadurch bin ich körperlich ständig aktiv. Zusätzlich gehe ich ab und zu noch ins Gym.
Der restliche Spielplan:
Sa., 22. August, 16 Uhr: Wiesbaden Phantoms – Erfurt Indigos
Sa., 12. September, 12 Uhr: Wiesbaden Phantoms – Trier Stampers
Sa., 12. September, 15 Uhr: Wiesbaden Phantoms – Erfurt Indigos
Symbolfoto ©2025 Pixabay
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