Jugendliche aus Europa diskutieren Medien, Verantwortung und Demokratie – und zeigen im Rathaus, wie Austausch Haltung formt.
Im Großen Festsaal des Rathauses wurde es am vergangenem Donnerstag lebendig. Jugendliche aus Deutschland, Slowenien und Portugal standen nicht nur nebeneinander, sie redeten miteinander, lachten, erklärten, widersprachen. Die internationale Jugendbegegnung „Create, Connect, Click!“ war zu Gast in Wiesbaden – und zeigte, wie europäische Verständigung im Alltag funktioniert: offen, neugierig und überraschend konkret.
Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher begrüßte die Gruppe persönlich. Sie hörte zu, fragte nach und würdigte das Engagement der jungen Gäste. Am Ende des Empfangs überreichte sie den EU-Youthpass – ein Dokument, das Kompetenzen sichtbar macht, die oft zwischen Workshops, Diskussionen und gemeinsamen Abenden entstehen.
Medien verstehen, Verantwortung übernehmen
Im Zentrum der Begegnung stand der kritische Blick auf Medien. Die Jugendlichen analysierten, wie Meinungen entstehen, wie Informationen zirkulieren und wo Desinformation Wirkung entfaltet. Sie produzierten Videos, schnitten Podcasts, führten Interviews. Statt über Medien nur zu reden, nutzten sie sie – bewusst, reflektiert und mit Haltung.
Dabei rückten große Fragen nah heran: Wem glaube ich? Warum teile ich Inhalte? Welche Verantwortung trage ich online? Die Antworten fallen unterschiedlich aus, doch genau darin lag der Reiz. Der Austausch schärfte den Blick für Perspektiven jenseits der eigenen Timeline.
Begegnung wirkt jenseits des Programms
Mindestens ebenso wichtig wie die inhaltliche Arbeit war das Dazwischen. Gespräche beim Mittagessen, Diskussionen am Abend, gemeinsames Lachen nach intensiven Workshops. Vorurteile verloren an Gewicht, Vertrauen wuchs. Europa zeigte sich nicht als abstrakte Idee, sondern als Erfahrung, die verbindet.
Dr. Patricia Becher brachte es auf den Punkt: Internationale Jugendbegegnungen geben Orientierung, fördern Verantwortungsbewusstsein und stärken demokratisches Denken – gerade in einer Welt, die stark von Medien geprägt ist.
Starke Partner, klares Ziel
Organisiert wurde das Projekt von der Caritas Jugendhilfe Wiesbaden gemeinsam mit der slowenischen Organisation Zavod Manipura und der portugiesischen Grupo Recreativo Regufe. Die Kooperation richtet sich bewusst auch an Jugendliche aus der stationären Jugendhilfe und versteht sich als langfristiger Prozess.
Gefördert wird die Begegnung durch Jugend für Europa im Rahmen von Erasmus+ Jugend. Der Empfang im Rathaus machte sichtbar, wie viel Kraft im internationalen Austausch steckt – und wie junge Menschen lernen, Demokratie aktiv mitzugestalten.
Foto oben ©2026 LH Wiesbaden
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