Vom 23.8. bis zum 2.9. wurden 15 Projekte eigens für Wiesbaden produziert. Dazu liefen 24 Vorstellungen auf den Bühnen vom Staatstheater und der City Passage.

Die Wiesbaden Biennale 2018, die am Sonntag endeten, zog nicht nur Wiesbadener Bürger, sondern auch Publikumvon auswärts, in ihren Bann. Sie löste intensive Debatten aus und trug einen ästhetisch-politischen Diskurs weit in die Stadtgesellschaft hinein. Mehr als 250 internationale Künstler machten die Landeshauptstadt Wiesbaden 10 Tage lang zu einem lebendigen Ort der Bildenden Künste, der Performance und des zeitgenössischen Theaters mit mehr als 200 Veranstaltungen.

„Wir sind überwältigt von den Reaktionen und öffentlichen Debatten, die unsere Künstler und ihre Arbeiten ausgelöst haben.“Martin Hammer und Maria Magdalena Ludewig, Kuratoren

Unter der Überschrift BAD NEWS transformierte die Wiesbaden Biennale das Hessische Staatstheater zu Parkhaus, Autokino und Supermarkt, machte die ehemalige, mittlerweile heruntergekommene City Passage zu einem frei zugänglichen Kunstort, etablierte mit dem Migrantenstadl in der Wartburg einen vibrierenden Ort postmigrantischen Diskurses und intervenierte mit großangelegten Projekten in den öffentlichen Raum der Landeshauptstadt Wiesbaden.

“Die Biennale hat Auseinendersetzungen und Reaktionen hervorgerufen, die beunruhigend sind und zugleich zeigen, wie stark und wichtig Kunst und ihre Freiheit heute sind.“ – Martin Hammer und Maria Magdalena Ludewig, Kuratoren

Türkische Präsiodent Erdogan als Statue auf dem Platz der deutschen Einheit in Wiesbaden. ©2018 Volker Watschounek

Türkische Präsident Erdogan als Statue auf dem Platz der deutschen Einheit in Wiesbaden. ©2018 Volker Watschounek

Das Festivalzentrum HINTERLAND in der City-Passage und die rund 200 von dort koordinierten Veranstaltungen lockten knapp 50.000 Besucher in die Landeshauptstadt. Das die zweite Ausgabe der Biennale auch Wiesbadenern nicht verborgen blieb, zeigte sich insbesondere während und nach der Installation der goldenen Statue auf dem Platz der Deutschen Eihneit. So Kontrovers diese und andere Aktionen waren und sind, freuen sich die beiden Kuratoren Martin Hammer und Maria Magdalena Ludewig über die große auch bundesweite Resonanz.

„Von den Künstler*innen der Biennale sind wichtige künstlerische Impulse ausgegangen, die weit überWiesbaden und das Festival hinausweisen.“ – Martin Hammer und Maria Magdalena Ludewig, Kuratoren

Dass ein Festival, das in Zeiten politischer Unsicherheit nach der Stabilität der westlichen Demokratien fragt, aufreibend ist, war den Machern der Biennale von Anfang an bewusst. Sie vertreten die Auffassung, dass zeitgenössische Kunst nach ästhetischen Antworten auf unsere komplexe und politisch zugespitzte Gegenwart suchen muss – letztendlich auch  in aller Radikalität und mit dem Mut, sich dem auszusetzen, was ist. Diese Auseinandersetzung hat die Verantwortlichen der Biennale auch in diesem Jahr, die Stadt und das Rathaus, sowie das Wiesbadener Publikum stark herausgefordert. In der Auseinandersetzung wurden Reaktionen deutlich, die beunruhigend sind und zugleich zeigen, wie stark und wichtig Kunst und ihre Freiheit heute sind.

„Elf intensivste Festival-Tage liegen hinter uns und ich freue mich, dass dieses Wagnis gelungen ist! Die Biennale 2018 hat mit ihrer kuratarischen Setzung die Stadt, das Publikum und auch uns selbst herausgefordert. Es wurden Diskussionen angestoßen, denen wir uns als Gesellschaft stellen müssen.“ – Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters

Vom 23.8. bis zum 2.9. wurden 15 Projekte eigens für Wiesbaden neu produziert. Auf den Bühnen des Staatstheaters sowie in der City Passage liefen 24 Vorstellungen. Im Freiraum wurden darüber hinaus Großprojekte wie Santiaga Sierras Grenzwall in den Reisinger Anlagen, die Aufstellung und der Abbau der Erdogan-Statue am Platz der Deutschen Einheit, die Wandgemälde von Bonom und die großflächige Umgestaltung der Fassade des Hessischen Staatstheaters durch REWE initiiert. Das Zusammenspiel der Interventionen im Stadtraum erzeugte eine temporäre Verunsicherung im Stadtbild, die Debatten über städtischen Wandel, Migration und den politischen Status quo auf die Straßen trug und die Landeshauptstadt Wiesbaden zum Gegenstand globaler Nachrichtenmeldungen machte.

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