Für Winterfreunde und Schnee-Enthusiasten ist es echt schwer. Auch wenn die Wettermaschine in Fahrt ist. Statt Kälte, Eis und Schnee – bringen die Polarwirbel mildes Wetter nach Deutschland: richtiges Schmuddelwetter.

Schon seit Wochen dümpelt der Winter so vor sich hin. Schnee und Eis hatten – abgesehen von einem Lichtblitz Mitte Dezember – bei der vorherrschenden Wetterlage keine Chance. Grund dafür ist der Polarwirbel, der derzeit im Bereich Grönland zu finden ist, erklärt der Meteorologe Matthias Habel.

„Das ihn umgebende Starkwindband in über 10 Kilometer Höhe – der Jet-Stream – steuert im Winterhalbjahr Zugbahn und Stärke von Tiefdruckgebieten auf der Nordhalbkugel. Der Polarwirbel beeinflusst somit entscheidend die Temperaturverteilung zwischen dem Nordpol und mittleren Breiten.” –  Matthias Habel, Wetteronline

Schwächelt der Polarwirbel oder verändert er seine Position, so dominieren Hochdruckgebiete. Polarluft kann dann leichter nach Süden und somit auch nach Mitteleuropa und Deutschland strömen. Ist der Polarwirbel hingegen stark wie derzeit, so bewirkt er kräftige Tiefs. Milde Westwinde dominieren unser Wetter, polare Kaltlufteinbrüche sind unmöglich.

“Für winterliche Kälte und Schnee bei uns in Deutschland sind die Voraussetzungen also schlecht, solange Westwind den Ton angibt.” –  Matthias Habel, Wetteronline

So funktioniert der Polarwirbel – Über Alaska und Sibirien herrscht derzeit hoher Luftdruck. Rund um Grönland hingegen dominiert tiefer Luftdruck das Wettergeschehen und setzt somit den Polarwirbel in Gang. Um das stark ausgeprägte Tief bei Grönland weht der Wind entgegen dem Uhrzeigersinn. Für Europa bedeutet dies, dass die Luft fast immer aus Westen oder Südwesten zu uns strömt.

„Richtig kalte Luft aus Norden und Nordosten hat keine Chance. Bestenfalls dreht der Wind kurzzeitig mal auf Nordwest und bringt nur den höchsten Lagen der Mittelgebirge ein paar Flocken.“ –  Matthias Habel, Wetteronline

Der Ausblick – Für Winterliebhaber gibt es derzeit keinen Grund zur Hoffnung, da alle Wettermodelle übereinstimmend anzeigen, dass die eingefahrene Westwetterlage fortbesteht. Damit endlich Winterwetter einkehrt, ist eine komplett andere Wetterlage erforderlich. Dazu müsste sich der Polarwirbel in Richtung Mitteleuropa oder bestenfalls nach Osteuropa verlagern. Gleichzeitig sollte ein mächtiges Hoch über dem Ostatlantik bilden und bis in die Polregion erstrecken. So würde die Luft bei uns direkt aus Norden kommen. Winterliches Wetter mit Schnee und Kälte wäre die Folge. Davon allerdings sind wir derzeit meilenweit entfernt, weiß Habel. (Bild WetterOnline).

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Ob und wann das Wetter winterlich, erfahren Sie auf www.wetteronline.de.

 

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