Seit 2008 wird diskutiert. 2014 wurde den letzten Mietern gekündigt. Seit 2016 steht die  City-Passage leer. Vier Jahre Leerstand mit einer künstlerischen Unterbrechung.

Der Aufsichtsrat der WVV Wiesbaden Holding GmbH (WVV) hat in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr beschlossen, die Verhandlungen über die City-Passage mit der Firma Development Partner (DVP) bis längstens Ende Januar zum Abschluss zu bringen. Gleichzeitig wurde der Auftrag an die Geschäftsführung erteilt, vorsorglich Gespräche mit dem Zweitbieter aufzunehmen.

„Das städtebauliche Konzept der Firma DVP hatte uns überzeugt. Durch die Auswirkungen der Corona Pandemie musste das Nutzungskonzept überarbeitet werden, dadurch kam es zu Verzögerungen bei den Vertragsverhandlungen. Gleichwohl müssen wir jetzt alles daran setzen, das Projekt vertraglich zu finalisieren.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Geschäftsführer der WVV, Rainer Emmel

Nachdem im Frühjahr 2020 die Kaufvertragsverhandlungen mit DVP kurz vor dem Abschluss gestanden hatten, wurde durch die Corona Pandemie eine Neukonzeption des Projekts erforderlich. Da die Pandemie bedingten wirtschaftlichen Auswirkungen auf die im Konzept geplanten ursprünglichen Nutzungen, unter anderem Hotellerie und Fitness und weiteres im März noch nicht absehbar waren, wurde zunächst einvernehmlich ein Moratorium bis zum Sommer zwischen den Vertragspartnern vereinbart. Auch wenn die Pandemie bis heute andauert, hat DVP eine Neukonzeption vorlegen können.

„Es besteht Einvernehmen, dass ein Abschluss der Verhandlungen bis Ende Januar 2021 erfolgen muss. Sollten wir mit DVP bis zu diesem Zeitpunkt nicht zu einem einvernehmlichen Abschluss kommen, muss man dies auch akzeptieren und zeitnah alternative Lösungen angehen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung der Entwicklung dieses Bereiches für die Fußgängerzone dürfen wir hier keine Zeit verschenken.“ – Rainer Emmel

Inhaltlich ersetzt das neue Konzept vor allem die bisher geplante Hotelnutzung durch eine Büronutzung. Zudem soll der Anteil für das Wohnen, auch für Senioren, ausgebaut werden. Im Erdgeschoss ist weiterhin Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen. Das städtebauliche „Fünf-Gassen-Konzept“ ist weiterhin Bestandteil der Planung.

Hintergrund

Mit der Eröffnung der City-Passage wurde 1985 ein attraktiver Durchgang zwischen der Innenstadt und der Schwalbacher Straße geschaffen. Mit ihrem breiten Angebot entwickelte siech die Passage zu einem beliebten Treffpunkt. Dort gab es kleine charmante Ladenlokale für Blumen, Obst und Gemüse, eine Metzgerei; aber auch Luxus-Geschäfte. Auch eine Kneipe gab es dort – und integriert im Gebäude zahlreiche Parkmöglichkeiten. Seit der Jahrhundertwende nahm das Niveau der Passage ab. Hier ein Schlüsseldienst, dort ein Imbiss – und überall Schmuddelecken. 2008 gab es die ersten Pläne zur Attraktivitätssteigerung. Ein Umbau sollte helfen. Es passierte jedoch nichts. 2014 bekamen die verbliebenen Mieter dann die Kündigung. Mancher wehrte sich gerichtlich dagegen. Seit 2016 steht das Gebäude jetzt leer – und es ist klar hier wird neu gebaut.

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