Zwölf statt elf Spielerinnen. Der Kader formiert sich. Fest steht: Einfache Dinge müssen in der neuen Saison besser funktionieren. Ein Gespräch mit Christian Sossenheimer.

Christian Sossenheimer, der Cheftrainer des VC Wiesbaden, befindet sich mit seinem Team bereits in der Vorbereitung für die neue Spielzeit. Im großen VCW-Interview spricht er über die Zeit rund um den Saisonabbruch, die aktuelle Situation in der Bundesliga und über die momentanen Trainingsbedingungen.

Wiesbaden lebt!: Starten wir mit der derzeit wichtigsten Frage: Bist Du gesund und munter?

Christian Sossenheimer: Danke der Nachfrage. Mir und auch meiner Familie geht es sehr gut. Wir sind bisher frei von Corona geblieben und bleiben es hoffentlich auch.

Die vergangene Saison war am Ende ein paar Tage kürzer als erwartet. Kurz vor dem letzten Ligaspiel beim Dresdner SC wurde die Spielzeit abgebrochen. Wie hast Du die darauffolgende Zeit erlebt?

Irgendwie war das zu Beginn schon ein wenig surreal. Dass dieser Fall tatsächlich Eintritt, damit hat man nicht so richtig gerechnet, wobei ich jedoch sagen möchte, dass der Abbruch der Saison aus meiner Sicht die absolut richtige Maßnahme war. Meine Frau arbeitet im Krankenhaus und da ging es teilweise schon heiß her. Wenn man sieht, was in anderen Ländern los war und immer noch ist, dann bin ich der Meinung, dass vieles richtig gemacht wurde.

Bei den Männern haben seit der Corona-Pandemie drei Bundesliga-Mannschafteh wegen wirtschaftlicher Engpässe keine Lizenz beantragt. Bei den Frauen ist noch kein Team betroffen. Blickst Du mit großer Sorge auf die Volleyball-Bundesliga?

Ich hoffe, dass nicht noch die eine oder andere böse Überraschung kommt. Wenn man sieht, wie viele Vereine am Limit sind und ums Überleben kämpfen, bekommt man schon Bauchschmerzen. Die Gürtel waren ja in vielen Bereichen schon sehr eng gespannt, jetzt zurrt man noch ein wenig enger. Das ist schon schwierig.

Richten wir den Blick nach vorne: In die kommende Saison startet der VCW mit elf statt mit zwölf Spielerinnen? Welche Folgen hat das für den Trainings- und Spielbetrieb?

Natürlich würden wir gerne mit einem 12er-Kader in die neue Spielzeit gehen. Leider ist das in diesem Jahr – Stand heute – nicht möglich. Da sind wir aber nicht die Einzigen in der Liga. Wir nehmen die Situation wie sie ist und müssen daraus das Beste machen.

Dein Team steckt bereits in der Vorbereitung für die kommende Saison. Wie beeinflusst Corona den Trainingsplan konkret?

Wir trainierten bisher in zwei Kleingruppen und arbeiteten sowohl an Basics als auch sehr spezifisch. Bis Mitte Juni haben wir Trainer jeweils fest mit einer Gruppe gearbeitet und waren strikt getrennt. Abstandsregeln und ständiges Desinfizieren waren zu Beginn etwas ungewohnt, aber man gewöhnt sich daran. Im Großen und Ganzen hat es gut geklappt.

Wie es ab August sein wird, müssen wir dann sehen, wenn der Kader komplett in Wiesbaden ist. Wenn dann weiterhin die Abstandsregeln gelten sollten, wird es für uns spannend.

An welchen Stellschrauben willst Du im Besonderen drehen, um in der kommenden Spielzeit wieder eine Play-off-Platzierung zu erreichen? 

Zum einen natürlich an technischen Stellschrauben in allen Bereichen. Einfache Dinge müssen besser funktionieren, aber auch Genauigkeit und Präzision sind gefragt. Außerdem müssen als Team enger zusammenrücken. Wir haben mit Pauline Schultz und Ashley Evans zwei neue Zuspielerinnen in unserer Mannschaft, wodurch das Zusammenwirken der Zuspielerinnen und Angreiferinnen besonders im Fokus steht. Es gibt viel zu tun, aber wir freuen uns auf die neuen Herausforderungen.

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