Hannah Lühmann erzählt von Dorfregeln, Tradwives und gefährlichen Sehnsüchten und diskutiert mit Eric Marr.
Das Literaturhaus Villa Clementine taucht ein in Hannah Lühmanns Roman „Heimat“ – und damit in Janas Umzug aufs Land, der harmlos startet und schnell irritiert. Jana spürt sofort: Hier gelten andere Regeln. Hinter der bürgerlichen Fassade sitzt ein Weltbild, das rechtes Denken nicht versteckt, sondern wie selbstverständlich pflegt. AfD-Plakate gehören dazu wie Hecken und Vorgärten
Literaturhaus Wiesbaden, kurz gefasst
Autorenlesung – Heimat
Eintritt: 12,00 Euro, ermäßigt 9,00 Euro, an der Abendkasse teuerer
Wann: Mittwoch, 21. Januar 2026, ab 19:30 Uhr
Wo: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden
Dann tritt Karolin auf, Janas charismatische Nachbarin. Sie lächelt warm, backt Kuchen, organisiert Nachmittage – und lebt ein ultrakonservatives Rollenmodell, das sie stolz Tradwife nennt. Sie kämpft für Tradition, für Ordnung, für ein Familienbild, das Jana eigentlich ablehnt. Doch je länger Jana Karolin beobachtet, desto mehr gerät sie ins Rutschen. Sie wehrt sich, zweifelt, staunt – und ertappt sich bei dem Gedanken, Karolins Leben zu beneiden.
Ein Abend, der bohrt – und klärt
Lühmann liest, erklärt, widerspricht sich bewusst und spricht mit Journalist Eric Marr über Ideologie im Alltag, über Sehnsüchte, die kippen, und über Frauen, die Rollenbilder neu aufladen. „Heimat“ kratzt, funkt und öffnet Gesprächsräume – perfekt für einen Abend im Literaturhaus. Lesung am Mittwoch, 21. Januar, 19.30 Uhr. Tickets im Vorverkauf.
Zur Autorin
Hannah Lühmann, in Berlin geboren, wächst in einem germanistischen Elternhaus auf und bewegt sich früh selbstverständlich zwischen Sprache, Theorie und Debatte. Nach dem Abitur am Romain-Rolland-Gymnasium studiert sie Philosophie, Anglistik und Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach dem Studium arbeitet sie zunächst frei und schreibt für Feuilletons der Süddeutschen Zeitung, FAZ, Berliner Zeitung und Zeit. 2014 wird sie Feuilletonredakteurin bei WeltN24, später – von 2018 bis 2025 – stellvertretende Leiterin des Feuilletons von Welt und Welt am Sonntag. Dort verantwortet sie unter anderem den Newsletter Kulturkampf To Go und kommentiert gesellschaftliche Trends, darunter auch das Tradwife-Phänomen, das sie einmal als „Korrektur des Zeitgeistes“ bezeichnet.
Heute zählt Lühmann zu den prägenden Stimmen ihrer Generation – analytisch, streitlustig, pointiert. Neben ihrer publizistischen Arbeit veröffentlicht sie literarische Texte, darunter die Romane Auszeit (2021) und Heimat (2025).
Symbolfoto©2024 Volker Watschounek / Wiesbaden lebt!
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Die Internetseite der Villa Clementine finden Sie unter www.wiesbaden.de.
Mehr über Hannah Lühmann.



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