Wer gerne mit Zahlen umgeht und einen zukunftssicheren und vielseitigen Arbeitsplatz sucht, ist im Statistischen Bundesamt genau richtig. Das Program „Job in Echt“ bietet Gelegenheit dass herauszufinden.

Die Arbeit beim Statistischen Bundesamt sei nicht immer mit der ‚Liebe auf den ersten Blick‘ verbunden, begrüßte Ausbildungsleiter Siegfried Graffs teilnehmenden Schüler zu Beginn des Schnuppertages. „Dafür haben Sie aber später beste Möglichkeiten und Übernahmechancen sowie einen Einstieg in einen zukunftssicheren Beruf,“ so Graffs weiter.

Der ideale Bewerber, kurz gefasst

Hohe Affinität zu Zahlen
Kommunikationsfähigkeiten
Teamfähig
Belastbarkeit und Genauigkeit.

Yannik Garcin, der eine Ausbildung zum Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (FAM) absolviert, erläuterte welche Auswirkungen die Erhebung der Daten haben kann. Diese haben unter anderem Einfluss auf Gesetzgebungsverfahren, wie er anhand der Unfallstatistik darstellte.

„Das Statistische Bundesamt bietet jungen Menschen vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten in der Welt der Statistik.“ – Detlev Bendel, Wirtschaftsdezernent

Garcin führte aus, dass die Zahl der Unfalltoten von 22.000 im Jahr 1970 auf 4.000 im Jahr 2014 gesunken ist. Dieses deutliche Minus führte er auf politische Entscheidungen wie die gesetzliche Einführung der Gurtpflicht, der Promillegrenze für Alkohol, der Helmpflicht und der Airbag-Pflicht zurück. Gardine erklärte weiter, dass dem politischen Prozess eine vom Statistischen Bundesamt in Auftrag gegebene Ursachenforschung  tödlicher Unfälle vorgeschaltet wurde.

Fußball und die Sonntagsfrage

Ebenso wie Leon hat sich auch Yannik schon immer für Statistik interessiert und seine Ambitionen als Trainer einer Jugendmannschaft für die Auswertung von Fußballtreffern eingesetzt. Auch, wie die Sonntagsfrage zustande kommt, die regelmäßig im Rahmen von Wahlen erhoben wird, fand er spannend, und das hat ihn schließlich zu seinem Ausbildungsberuf geführt. Während der theoretische Teil blockweise an drei bis fünf Wochen an der Stauffenbergschule in Frankfurt unterrichtet wird, erfolgt der praktische Teil im Bundesamt.

„Gestern habe ich zum Beispiel in verschiedenen Abteilungen abgefragt, wo Praktikanten eingesetzt werden können und den Ablauf des heutigen ‚Job in Echt‘-Tages mit vorbereitet.“ – Caroline Wollberg, Auszubildende

Caroline Wollberg, die eine Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement absolviert, gab ebenfalls praktische Einblicke in ihren Tagesablauf: Sie erzählt, dass sie kürzlich in verschiedenen Abteilungen abgefragt habe, wo Praktikanten eingesetzt werden können und so den Ablauf des Berufsschnuppertags „Job in Echt“ mit vorbereitet habe. Die Berufsschule findet zweimal wöchentlich in der Schulze-Delitzsch-Schule in Wiesbaden statt. Abschließend stellte Nicole Weis den Beruf des Fachinformatikers für Anwendungsentwicklung vor.

„Sie entwickeln und erweitern  Programme und Anwendungen, schulen Mitarbeiter und stellen sicher, dass die Systeme für die Verbreitung der Informationen einwandfrei informieren.“ – Nicole Weis, Auszubildende

Der praktische Teil des Tages führte die Schüler in das Pretest-Labor. Dort werden Fragebögen von Probanden getestet. Fasziniert schauten die Jugendlichen zu, wie das Eye-Tracking-Verfahren funktioniert. Während eine Schülerin über das Smartphone den Fragebogen testete, haben Kameras die Augenbewegungen und die Anwendung genau registriert. „Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für den Zensus 2020“, führt Karen Blanke vom Referat Fragebogen-Pretest/ Erhebungsmethoden aus.

„Wir sind interessiert an der Erhebungsmythologie: Wie kann man Menschen dazu bringen, einfach und schnell Fragen zu beantworten?“ – Karen Blanke, Referat Fragebogen-Pretest/ Erhebungsmethoden

Neben mobilen Endgeräten werden für die Abfragen parallel ebenfalls noch klassische Papierfragebögen verwendet. So durften die Teilnehmenden einen Fragebogen zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien ausfüllen und ihr Feedback zum Aufbau, den Ausfüllhinweisen und der Gestaltung geben.

„Im Rahmen der Ausbildung helfen die Azubis des Statischen Bundesamts eine Woche in Berlin dabei in den Geschäften der Bundeshauptstadt die Preise für den Warenkorb zu recherchieren.“ – Hannelore Gelber, Statistisches Bundesamt

Unter dem Motto „Was kostet die Welt, Preisvergleiche rund um den Globus“ stellten Hannelore Gembler und Sigrid Jackl schließlich die verschiedenen Formen der Preiserhebung vor. „Im Rahmen der Ausbildung fahren die jungen Menschen auch für eine Woche für unterstützende Recherchen nach Berlin. In der gesamten Bundeshauptstadt dürfen die Azubis dann in den Geschäften Preise für den Warenkorb recherchieren.“ Dieser bildet die Grundlage für verschiedenste Entscheidungsprozesse. So haben die weltweit ermittelten Preise für Nahrungsmittel und Wohnungsbau zum Beispiel auch Einfluss auf die Festlegung der Besoldung von Diplomaten im Ausland.

Job-Navi, kurz gefasst

Das Büro befindet sich in der Kleinen Schwalbacher Straße 3–7 und ist montags bis donnerstags von 14 bis 17 Uhr sowie freitags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Für Fragen zur Berufsorientierung sind die Mitarbeiter telefonisch unter der Rufnummer (0611) 315731 erreichbar.

Mit vielen neuen  Eindrücken tauchten die Jugendlichen zurück in ihren Alltag und können jetzt bei der Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz aus „der Welt der Zahlen“ weitere Informationen für ihre berufliche Orientierung schöpfen. Wer Lust auf ein Praktikum bekommen hat, weiß jetzt worauf es ankommt. Und wenn Sie jetzt Interesse bekommen haben, Hilfe beim Verfassen einer Bewerbung benötigen oder einfach mal in fachspezifischen Unterlagen schnuppern möchten – das Büro des „Jobnaiv“ steht Ihnen offen.

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