In Deutschland leben 82 Millionen Menschen. Davon besitzen 18576 Menschen (Stand 2016)  einen Migrationshintergrund. Die Meisten davon sind zwischen 45 und 55 Jahre alt.

Die Gesellschaft altert – und auch der Anteil älterer Menschen mit Migrationshintergrund steigt. Die Erfahrung zeigt, dass Menschen mit Angeboten unzureichend erreicht werden. Die Angebote, die Wiesbaden seinen Bürgern macht, gehen an ihnen vorbei. Daher hat das Amt für Zuwanderung und Integration das Projekt MigraSen ins Leben gerufen.

Bundesministerium unterstützt MigraSen

MigraSen wird finanziell durch das Bundesministerium des Innern gefördert und gemeinsam mit der Wiesbadener Migrantenselbstorganisation MigraMundi e.V. umgesetzt. Innerhalb von drei Jahren – 2016 bis 2019 – soll speziell in Klarenthal und im Bergkirchenviertel der Bedarf erhoben und das Angebot entsprechend angepasst werden. Das Ziel des Projekts ist die gleichberechtigte Teilhabe älterer Migranten.

„Wiesbaden hat sich schon seit längerem über die älter werdende Gesellschaft Gedanken gemacht, über die Generation der so genannten „Gastarbeiter“ der 50er- und 60er Jahre, die inzwischen das Rentenalter erreicht haben oder bald erreichen werden.“ – Christoph Manjura, Sozial- und Integrationsdezernent

Die Zahl der älteren Migranten werde sich von 2005 bis 2030 nahezu verdoppelt haben. Als die „Gastarbeiter“ kamen, wurde davon ausgegangen, dass sie nach einigen Jahren in ihre Heimat zurückgingen, deswegen habe man ihnen auch keine Deutschkurse und ähnliche Integrationshilfen angeboten. Viele von ihnen sind noch immer hier – „und wir wollen, dass es allen älteren Menschen in Wiesbaden gut geht“, so Manjura. Doch besuchen nur wenige die städtischen Angebote der „Sozialkulturellen Angebote der Offenen Altenarbeit“. So müssten ihre speziellen Bedürfnisse ausgelotet werden, damit Wiesbaden langfristig eine funktionierende Angebotsstruktur für alle erhält.

„Kontakt muss eingeübt werden.“

Die Teilnehmer an der Gesprächsrunde im Rathaus nannten unterschiedliche Hürden, die bei der Verwirklichung der Pläne im Weg stehen. So seien tatsächlich die mangelnden Sprachkenntnisse, teils sogar Analphabetismus, ein Problem beim Erreichen der Zielgruppe. Vieles werde auch rein familienintern abgewickelt. Manchen fehle schlicht das Geld, um Angebote wahrzunehmen – sogar am Busfahrschein scheitere bereits einiges. Zudem müssten viele erst Vertrauen fassen, bräuchten also „Türöffner“, die ihnen den Weg zu den Angeboten persönlich zeigten. Viele Migrantenselbstorganisationen wie die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, das „WIF“-Frauenzentrum oder manche Moscheen machen bereits Angebote, die auch wahrgenommen werden, doch hier bleiben die Migranten meist unter sich – eine Struktur, die man durch MigraSen gerade aufbrechen wolle. Und manche „wollten auch nicht raus aus ihrer Wohnung“ – früher seien sie eben ausgegrenzt worden, nun hätten sie sich daran gewöhnt. „Kontakt muss eingeübt werden“, war ein Fazit der Runde. Am Thema soll auf jeden Fall weiter gearbeitet werden.

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