Alexander Orlow, ein russischer Oligarch und von allen „Der General“ genannt, hat ein neues Leben in Berlin begonnen. Doch die Erinnerungen holen ihn  immer wieder ein.

Ihr Roman Das achte Leben ist mehrfach ausgezeichnet. Darin erzählt die 1983 in Georgien geborene Autorin Nino Haratischwili ein Jahrhundert anfangs sowjetischer und europäischer später georgischer Geschichte. Ihr aktueller Roman Die Katze und der General knüpft daran an.

Villa Clementine, kurz gefasst

Nino Haratischwili Lesung „Die Katze und der General“
Wann: Dienstag, 6. November 2018, 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden (Karte / Navigation)
Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 2 Euro – an der Abendkasse 5,00 und 3,00 Euro

Karten gibt es bei der Tourist-Information, der TicketBox in der Galeria Kaufhof  sowie online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus

Die einen zerreißen ihn, die anderen loben ihn: Im Gespräch mit dem Journalisten Alexander Wasner (SWR) wird Haratischwili in der Villa Clementine den Roman Die Katze und der General vorstellen. Er hat es immerhin auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018 geschafft. Die Lesung ist bereits ausverkauft.

Was passiert mit den Menschen, die gewohnt sind, zu töten, fragt sie und betont: „Ich habe versucht, nicht aus einer moralischen Perspektive heraus zu werten.“ – Frankfurter Rundschau

Der Roman umkreist den Ersten Tschetschenienkrieg von 1994/96. Die 17-jährige Tschetschenin Nura, wird während des Krieges von einer Gruppe russischer Soldaten vergewaltigt, erdrosselt und hinter einer Scheune verscharrt, wird darin zum Dreh- und Angelpunkt für ein Szenario, das sich bis ins Jahr 2016 erstreckt. Einer der Soldaten, der junge Alexander Orlow, will seine Mittäter und sich selbst verurteilt und bestraft sehen. Doch der von ihm angestrengte Prozess verläuft im Sande. Später nutzt er die Wirren der Perestroika, steigt als Bauunternehmer durch Erpressung und Kaltblütigkeit zu einem gefürchteten Oligarchen auf – von allen nur „General“ genannt.

„Nach ihrem Bestseller „Das achte Leben“ hat Nino Haratischwili nun einen Täter-Roman über den Tschetschenienkrieg geschrieben. Hier spricht die Autorin über die Perversion des Krieges und ihre Freude am Drama.“ – Spiegel

In Berlin beginnt er ein neues Leben, doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los. In seiner neuen Heimat entdeckt er die junge georgische Schauspielerin Sesili, die sich selbst „Katze“ getauft hat und die der vor mehr als zwei Jahrzehnten ermordeten Nura zum Verwechseln ähnlich sieht. Orlow fasst den Plan, mit ihrer Hilfe mit all jenen abzurechnen, die sich an Nura schuldig gemacht haben. Sesili soll die Täter von einst zur finalen Abrechnung noch einmal in den tschetschenischen Bergen zusammenbringen.

„Nino Haratischwili verwandelt in ihrem Roman „Die Katze und der General“ den Tschetschenien-Krieg in eine Seifenoper.“ – Die Zeit

„Die Katze und der General“ ist ein spannungsgeladener, psychologisch tiefenscharfer Schuld-und-Sühne-Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht. Die erzählerisch überbordende Geschichte verknüpft geschickt verschiedene Handlungsstränge, in denen die Kriege im zerfallenden Ostblock eine prägende, zerstörerische Rolle spielen.

Über Nino Haratischwili

Die Autorin, geboren 1983 in Tiflis, ist preisgekrönte Dramatikerin, Theaterregisseurin und Autorin. Ihr dritter Roman „Das achte Leben (für Brilka)“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und u. a. mit dem Anna Seghers-Literaturpreis und zuletzt mit dem Bertolt-Brecht-Preis 2018 ausgezeichnet. Nino Haratischwili lebt mit ihrer Familie in Hamburg und schreibt auf Deutsch. Eine umfangreiche Liste all Ihrer Preise lesen Sie hier.

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