„Seit dem ich auf der Welt bin ist es bei mir gesetzt, dass ich Weihnachten bei den Eltern bin. Wie bei mir zu Hause ist dort alles schön geschmückt und dekoriert.“

Geboren in Mainz, wächst Sandra Prax in Hochheim am Main auf und besucht wohl behütet die Grundschule nahe ihres Elternhaues. Ende der 70er-Jahre gründet der Vater von Sandra die Agentur-Prax, ein Schritt, der auch auf ihr Leben abfärbt. So beginnt sie nach dem Abitur 1994 in Wiesbaden eine Ausbildung zur Werbekauffrau. 1996 tauscht sie ihr Elternhaus gegen die erste eigene Wohnung ein – und zieht nach Wiesbaden, wo sie abgesehen von Urlaubsreisen nicht mehr weggekommen ist. Von der Eventbranche infiziert, klopft Sandra Prax 1997 beim Vater an und entwickelt sich zu einer echten Eventmanagerin und noch besseren Netzwerkerin. Klar, den Job hat sie in die Wiege gelegt bekommen. Außerdem erfüllt sie sich damit einen Kinderwunsch: Mein Traum war es immer schon, mir meinem Vater zusammen zu arbeiten.

Ebenso in die Wiege gelegt bekommen hat sie ihren Faible für Hunde. Seit 1994 – zuerst im Elternhaus und jetzt in der eigenen Wohnung – sind Berner Sennenhunde und sie untrennbar miteinander verbunden. Und Lando, ihr aktueller schwarze Riese,  ist unlängst über Wiesbaden hinaus als „Herzensbrecher“ bekannt. Eine treue Seele und ein echter Schmusehund.

Sandra Prax, Eventmanagerin, Agentur-Prax

 

(Fortsetzung)… und im Schnee sah man die Spuren von vielen kleinen Füßen.

In der Zeit, die nun folgte, kam es oft vor, dass das eine oder andere Tier an Knurz‘ Tür klopfte und um Nahrung bat. Frau Holle schüttelte jeden Tag ihre Betten von neuem, und es war schwer in dem tiefen Schnee noch etwas zu finden. Dazu war das Erdreich steinhart gefroren. Mancher Waldbewohner wäre verzagt und mutlos geworden, hätte nicht Knurz‘ Wort ihm nachgeklungen. dass die liebe Sonne wiederkäme, und ein neuer Frühling mit ihr.

Häufig gingen die Tiere zu der kleinen Tanne, blickten in die Lichter und dachten an den schönen Sommer, der vergangen war. Alle gleichermaßen wünschen sich die schöne zeit wieder herbei – und die Lichter der kleinen Tanne leuchteten ihnen jedes Mal neuen Mut ins Herz. Wer in seiner Not in der schweren Zeit aber zu den Zwergen kam, der wurde satt und konnte sich auch an Frau Knorras Herdfeuer wärmen.

Die zwei Rehe

Eines Nachmittags klopfte es an der Tür. Herein traten zwei Rehe. Sie zitterten vor Kälte. Das eine hinkte auf drei Beinen. Am vierten Bein war deutlich eine tiefe klaffende Wunde zu sehen. Ängstlich blieb das verletzte Reh an der Türe stehen. Das andere Reh aber sprach und fragte: Ach ihr lieben Zwerge, mein Brüderlein wollte über den Bach springen, glitt am Ufer ab und trat mit seinem Beinchen in den Bach. Aber das Wasser, dass im Sommer so weich und fröhlich dahinfloss ist jetzt hart geworden wie Glas und hat mein Brüderlein verletzt. Könnt ihr ihm helfen?“ Es stieß sein Brüderlein sanft in die Seite um ihn Mut zu machen. Frau Knorra bereitete dem kranken Reh ein weiches Lager von Moos und ließ es sich niederlegen. Sie tröstete und streichelte es.

Der Zwerg kam gleich herbei und besah sich das verletzte Beinchen. Knurz holte Wasser, um die Wunde zu waschen. Das Reh fürchtete sich davor und rief immer wieder: Lieber Doktor Knurz, bitte mach es kurz! – Kleines Dummchen, sagte der Zwerg, ich will dir doch helfen und tue dir gewiss nicht weh. Hab nur keine Angst und hale still.“ Und er wusch vorsichtig die Wunde aus, legte heilende Kräuter darauf und wickelte einen dicken Verband darum. Unser Reh merkte bald, dass die Schmerzen nachließen. Frau Knorra bewirtete die beiden Tiere noch, sie ruhten sich noch ein wenig beim Herde aus. Dann zogen beide durch den verschneiten Winterwald in ihre Wohnung. Draußen aber leuchtete getreulich die kleine Tanne.

Der kleine Hänfling

Am anderen Morgen hatten die Zwerge ein trauriges Erlebnis. Frau Knorra war vor das Haus gegangen, um den Schnee vor der Tür wegzufegen. Da fand sie den Hänfling, der am Sonntag so schön gesungen hatte. Er lag, vor Kälte erstarrt, im Schnee. Da der sein Herzchen noch schlug, nahm ihn Frau Knorra mit in die Hütte und rieb ihn sanft mit ihren warmen Händen, dass er wieder zu sich kommen sollte. Das Vöglein regte sich auch, es öffnete die Augen, blieb aber matt in Frau Knorras Händen liegen. Die Zwerge blickten es mitleidig an und überlegten, wie sie ihm wohl helfen könnten. Plötzlich zwitscherte der Hänfling ganz leise und zart und es klang wie ein Stück aus seinem Sommerlied. Dann zuckten die Füßchen, das Köpchen fiel zu Seite und das kleine Vogelherz hörte auf zu schlagen. Der Hänfling war tot.

Winterszeit bringt Not und Leid

Die Zwerge waren sehr traurig, dass der harte Winter nun sein erstes Opfer gefordert hatte, und Knurz grub mit Mühe draußen in die harte Erde ein kleines Grab. Sie legten den toten Vogel hinein und legten Erde und Schnee darauf. Als sie aufblickten, sahen sie die drei Meisen im Gebüsch sitzen, die Knurz einmal im Waldes gefüttert hatte. Die Meisen piepsten leise und betrübt: Winterszeit bringt Not und Leid, bringt Schmerz und Weh, schlafe, kleiner Freund, im Schnee! Die Tanne aber warf ein Ästchen ab, dass fiel gerade auf den kleinen Hügel.

(Fortsetzung)

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