Lernzettel, Bücher und leere Kaffetassen – eigentlich wären die Abiturienten gerade mitten im Abistress. Bei Vielen ist der Schreibtisch aber noch leer.

Die schriftlichen Abiturprüfungen finden in Hessen ab Anfang März statt – normalerweise. Dieses Jahr ist alles anders. Startschuss ist erst Ende April – zwei Monate später als sonst. Wegen Corona haben die Abiturienten Unterrichtsstoff verpasst, den sie für ihre Prüfungen brauchen. Dieser wird jetzt im Präsenzunterricht nachgeholt.

„Keine Lerngruppen, kein Abistreich, keine Abschlussfahrt – wahrscheinlich nicht einmal ein Abiball. Wer weiß, ob unser Abi überhaupt zu den Prüfungsterminen stattfindet? Diese Ungewissheit stresst mich manchmal mehr, als das Abi selbst.“ – Olivia Schäfer, Schülerin der Theodor-Fliedner-Schule

Leerer Schulhof, leere Cafeteria, leere Aufenthaltsräume. Man könnte denken, die Theodor-Fliedner-Schule sei geschlossen. Ist sie eigentlich auch. Aber nicht für die Abiturienten. Alles wird daran gesetzt, den Schulabsolventen den Unterricht zu ermöglichen. Diese Gewissheit ist ihnen gegönnt: Sie werden ihr Abitur machen. Trotzdem ist die Stimmung angespannt. Die Prüfungstermine stehen zwar fest, können aber jederzeit wieder umgeworfen werden – wenn Corona das will. Masken, Abstand, Händewaschen und Einzeltische bestimmen den Alltag. Kurse mit mehr als 15 Schülern sind auf zwei Räume aufgeteilt. Das heißt bei einer Doppelstunde: 45 Minuten arbeiten, 45 Minuten aus dem Fenster schauen. Manche Schüler halten das für verschwendete Zeit. Gleichzeitig ist klar: Die Abiturienten können froh sein, überhaupt in die Schule gehen zu können.

„Ich finde es problematisch, dieses Jahr ein Zentralabitur zu schreiben. Durch Corona haben wir vieles nicht intensiv genug behandelt und sind teilweise auf unterschiedlichem Stand. Ich hoffe, die zusätzliche Zeit zum Aufarbeiten der Themen reicht.“ – Viola Stern, Schülerin der Theodor-Fliedner-Schule

Corona macht das Abitur jedoch nicht einfacher – trotz scheinbarem Corona-Bonus. Das Wissen aus der gesamten Oberstufe ist Teil der Prüfung. Lediglich das vierte Halbjahr fällt heraus. Im Rahmen der schriftlichen Prüfungen bleibt es bei drei Aufgabenvorschlägen, aus denen der Prüfling einen auswählt. Der kleine Unterschied: Der Lehrkraft werden vier Vorschläge vorgelegt, von denen sie einen eliminieren kann. Sie kann entscheiden, welche Thematiken aufgrund von Corona zu kurz kamen und somit keine Prüfungsaufgaben sein sollten. Das Anforderungsniveau bleibt gleich, die Bewertung ebenfalls. Ihren Abschluss bekommen die Schüler nicht hinterhergeworfen.

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Die offizielle Internetseite der Thodor-Fliedner-Schule finden Sie unter theodor-fliedner-schule.org.

 

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