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Viele Produktionen des Hessischen Staatstheater werden in der Wartburg aufgeführt. Bild: Volker Watschounek

Premiere in der Wartburg: „Farm der Tiere“

Zwölf Menschen, eine Bühne, viele Stimmen: In der Wartburg bringt das Staatstheater Wiesbaden am Samstag „Farm der Tiere“ auf die Bühne – als kraftvolle Mischung aus Orwell-Parabel und Gegenwartsanalyse. Eine Inszenierung, die fragt, wie Macht entsteht und Gemeinschaft gelingen kann.

Volker Watschounek 4 Tagen vor 0

Das Staatstheater Wiesbaden eine mutige „Farm der Tiere“-Inszenierung, die Laien und Profis verbindet und aktuelle Fragen neu verhandelt.

Ein Theaterabend, der verstehen will. Am Samstag, 18. April, hebt sich in der Wartburg der Vorhang für „Farm der Tiere“. Zwölf Menschen betreten die Bühne. Sie sind keine klassische Truppe. Sie kommen aus Wiesbaden und Umgebung, sie bringen ihre Geschichten mit, ihre Zweifel, ihre Fragen.

Junges Staatsmusicals, kurz gefasst

Premiere Farm der Tiere
Eintritt: ab 9,00 Euro,
Wann: Samstag, 18. April 2026, 19:30 Uhr
Weitere Vorstellungen: 27. April und 31. Mai
Wo:
Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Wartburg, Wartburg, Schwalbacher Str. 51, 65183 Wiesbaden
ÖPNV: 
Mit Bus und Bahn zum Platz der Deutschen Einheit

Seit November proben sie Woche für Woche. Sie lesen, sie streiten, sie verwerfen Ideen, sie beginnen neu. Regisseurin Emel Aydoğdu führt das Ensemble, doch sie lässt Raum. Sie hört zu, sie sammelt, sie formt. So wächst ein Stück, das sich nicht festlegen lässt.

Orwells Fabel trifft auf die Gegenwart

Die Grundlage liefert Farm der Tiere – jene berühmte Parabel über Tiere, die sich gegen ihren Unterdrücker erheben. Sie vertreiben Farmer Jones, sie entwerfen Regeln, sie träumen von Gleichheit. Doch die Ordnung kippt. Macht verschiebt sich. Und bald gilt: „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher.“

Aydoğdu erzählt diese Geschichte zunächst klar, fast nüchtern. Der Text bleibt nah am Original. Doch dann bricht etwas auf. Der zweite Teil löst sich von der Vorlage. Die Spieler treten hervor, sie sprechen als sie selbst. Sie erzählen von Erfahrungen mit Hierarchien, mit Ungleichheit, mit Macht. Sie holen Orwells Welt ins Heute.

Ein Ensemble sucht Antworten

Fast 50 Menschen meldeten sich im Herbst zum Auswahlworkshop. Sie probten Szenen, sie stellten sich vor, sie zeigten, was sie können. Zwölf wurden ausgewählt. Seitdem arbeiten sie unter professionellen Bedingungen. Sie lernen Abläufe, sie erleben Probenprozesse, sie wachsen zusammen.

Dabei entsteht mehr als Theater. Es entsteht ein Raum, in dem sich Perspektiven begegnen. Ein Raum, der Fragen stellt, ohne schnelle Antworten zu liefern. Aydoğdu versteht Theater als Resonanzraum. Als Ort, an dem sich Gesellschaft spiegelt.

Wiesbaden spielt – und sendet ein Signal

Die Inszenierung läuft bis Ende Juni in der Wartburg. Vier Termine stehen auf dem Spielplan. Doch die Produktion bleibt nicht lokal. Am 11. Juni eröffnet sie das Local-Players-Festival in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt. Wiesbaden zeigt damit, wie stark partizipatives Theater wirken kann.

Und vielleicht liegt genau darin die Kraft dieses Abends: Er erzählt nicht nur von Macht. Er lässt Menschen darüber sprechen. Er zeigt, wie fragile Gleichheit bleibt. Und er fragt, leise, aber hartnäckig: Wie wollen wir zusammen leben?

Foto – Gerhard Oppitz und Anna-Maria Helsing verwandeln das Kurhaus in einen Klangraum voller Feuer, Licht und nordischer Weite. ©2026 Has-Dieter Göhre / Timo Heikkala

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