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Der Bahnhof Kastel zählt zu den wichtigsten Knoten im Rhein-Main-Gebiet – doch Aufzüge fehlen bis heute

Der Bahnhof Kastel und die Bahn: Aufzüge warten, Vertrauen schwindet

Der Bahnhof Kastel bleibt eine Baustelle der Geduld. Der barrierefreie Ausbau verzögert sich erneut. Wiesbaden kritisiert die Bahn scharf, fordert Verlässlichkeit und warnt vor schwindendem Vertrauen bei täglich rund 9.000 Fahrgästen im Knoten Mainz–Wiesbaden.

Volker Watschounek 4 Stunden vor 0

Wieder Verzögerung am Bahnhof Kastel: Wiesbaden fordert von der Bahn endlich klare Termine und verlässliche Planung für Barrierefreiheit.

Der Bahnhof Kastel steht sinnbildlich für ein Versprechen, das seit Jahren nicht einlöst, was es ankündigt. Während täglich Tausende pendeln, warten Rollstuhlfahrende, Eltern mit Kinderwagen und Menschen mit Gepäck weiter auf Aufzüge. Die Landeshauptstadt Wiesbaden reagiert zunehmend ungehalten. Denn erst nach wiederholter Nachfrage bestätigt DB InfraGo, dass der für 2026 avisierte barrierefreie Ausbau erneut kippt. Wieder verschiebt sich der Zeitplan – und mit ihm die Geduld der Stadt.

Kleine Schritte, große Lücken

Geplant war viel, umgesetzt wurde wenig. 2022 legt die Bahn Blindenleitstreifen, erneuert Treppen und montiert Handläufe. Was fehlt, sind die entscheidenden Aufzüge. Begründet wird das mit fehlenden Sperrpausen. Das Resultat bleibt ernüchternd: Barrierefreiheit existiert auf dem Papier, nicht im Alltag. Verkehrsdezernent Andreas Kowol spricht Klartext und verweist auf die wiederholten Verzögerungen, die sich für die Bürgerinnen und Bürger kaum noch erklären lassen.

Bedeutung unterschätzt

Mit rund 9.000 Fahrgästen täglich ist Kastel der zweitwichtigste Bahnhof Wiesbadens – und ein zentraler Knoten im Ballungsraum Mainz–Wiesbaden. Wer hier aus- und umsteigt, erwartet Verlässlichkeit. Doch aus Sicht der Stadt gerät genau diese Erwartung ins Wanken. Die Bahn stellt in Aussicht, zumindest den Aufzug am Hausbahnsteig 2026 zu realisieren. Für den Mittelbahnsteig bleibt alles vage. Hinter den Kulissen rechnet man bereits mit einem Termin gegen Ende des Jahrzehnts.

Wenn Planung ins Rutschen gerät

Die Verzögerung passt in ein Muster. Auch andere Projekte stocken. Bei der Wallauer Spange eskalieren Terminfragen, beim Bahnhof Igstadt kippen Lösungen nach abgeschlossener Planung. Dort verlangt die Stadt seit Beginn eine Zuwegung aus dem Ortskern. Nach erfolgreichem Planfeststellungsverfahren ändert die Bahn interne Richtlinien – und wirft die abgestimmte Lösung über Bord. Übrig bleiben Alternativen, die entweder schlechter funktionieren oder Jahre kosten.

Vertrauen als Baustelle

Wiesbaden erkennt Engpässe im hoch belasteten Netz an. Doch die Geduld endet, wenn Zusagen regelmäßig ins Leere laufen. Kowol fordert Stringenz, transparente Entscheidungen und belastbare Zeitpläne. Nicht mehr, nicht weniger. Denn am Ende entscheidet Vertrauen darüber, ob Menschen dem Schienenverkehr treu bleiben.

Forderung nach Perspektive

Die Stadt kündigt an, den Druck zu erhöhen – gegenüber Deutsche Bahn, dem Bund und den Fachbehörden. Ziel bleibt eine verbindliche Perspektive für Kastel, Igstadt und die Wallauer Spange. Barrierefreiheit soll kein fernes Versprechen sein, sondern endlich Realität.

Symbolfoto ©2026 KI-generiert

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Die Internetseite des Regionalbahnhofs Mainz-Kastel finden Sie unter www.bahnhof.de.

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