2.800 mehr als im vergangenen Jahr. Das sind 6.800 Tanzbegeisterte und knapp 1.000, die sich beim Tanztag Rhein-Main gut animiert fühlten und mitmachten.

Das Tanzfestival Rhein-Main präsentierte sowohl internationale Gastspiele bekannter Choreografie-Stars als auch herausragende Positionen aus der Region, die in den Monaten zuvor im Rahmen der vielfältigen Aktivitäten der Tanzplattform Rhein-Main entwickelt wurden. In diesem Jahr fand das Festival erstmals in drei Städten statt: Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden. Veranstaltungsorte waren das Hessische Staatstheater Wiesbaden, die Wartburg Wiesbaden, das Staatstheater Darmstadt, das Künstlerhaus Mousonturm und das Frankfurt LAB.

Begeistertes Publikum, ausverkaufte Säle

Restlos ausverkauft waren beide Aufführungen des brasilianischen Choreografen Bruno Beltrão und seiner zehnköpfigen Grupo de Rua im Frankfurt LAB. In dem neuen Stück INOAH verbanden sie Elemente von Breakdance mit Prinzipien des zeitgenössischen Tanzes und wurden dafür vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert. Auch SUNNY, eine Choreografie von Emanuel Gat mit pulsierender Live-Musik des Elektro-DJs Awir Leon, Music for 18 Musicians in Darmstadt sowie Vorstellungen von Miss Yellow and Me – I wanna be a musical und Sale waren ausverkauft.

Gute Pässe Schlechte Pässe – eine Grenzerfahrung

Viele der gezeigten Stücke wurden im Rahmen der Tanzplattform Rhein-Main selbst produziert oder koproduziert, so wie Helena Waldmanns Gute Pässe Schlechte Pässe – eine Grenzerfahrung, Isabelle Schads „Solo für Lea“, die schrille Musical-Talentshow Miss Yellow and Me – I wanna be a musical von der jungen Frankfurter Choreografin Olivia Hyunsin Kim, Next to Near von May Zarhy und Hermann Heisig und die Performance Heute mobben wir die Birds, die Janna Pinsker und Wicki Bernhardt für Zuschauerinnen und Zuschauer ab 11 Jahren entwickelten.

Music for 18 Musicians

Das Hessische Staatsballett zeigte sein neues Handlungsballett Eine Winterreise, eine Choreografie von Ballettdirektor Tim Plegge zur Orchesterfassung von Hans Zender, die vom Hessischen Staatsorchester gespielt wurde. Für das extragroße Tanzkonzert Music for 18 Musicians arbeiteten der französische Choreograf Sylvain Groud und seine Compagnie MAD im Rahmen des Tanzplattform Rhein-Main-Programms Partizipative Projekte mit 150 Menschen aus der Rhein-Main-Region.

Meeting

Sie tanzten in dem Stück und animierten das gesamte Publikum zum Mittanzen zu Steve Reichs (live gespieltem) Minimal Musik-Meisterwerk. Vom Publikum begeistert aufgenommen wurden ebenfalls Meeting von Antony Hamilton und Alisdair Macindoe, „Sale“ des israelischen Tänzers und Choreografen Eyal Dadon sowie Christoph Winklers „Urban Soul Café“, in dem der Hip-Hop-Tänzer Aloalii Tapu seine eigene Coming-of-Age-Geschichte tanzte.

Rund um das Festival

Beim Tanztag Rhein-Main am 21. Oktober stand das Mittanzen im Mittelpunkt. Knapp 1.000 Tanzenthusiasten kamen in verschiedene Institutionen, Theater und Tanzschulen in Bad Homburg, Darmstadt, Frankfurt, Kelkheim, Oberursel, Offenbach und Wiesbaden, um in über 150 Schnupperkursen unterschiedliche Tanzstile auszuprobieren – von Walzer und Ballett über West Coast Swing und Hip-Hop bis zu zeitgenössischem Tanz. Abends trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem großen Tanzfest im Künstlerhaus Mousonturm und tanzten gemeinsam bis tief in die Nacht.

Makulatur

In der Ausstellung Makulatur, die sowohl in Frankfurt als auch in Wiesbaden zu sehen war, präsentierten die Tanzplattform Rhein-Main-Residentinnen Ksenia Ravvina und Kristina Veit eine Installation, die sich mit dem kreativen Potential des Scheiterns auseinandersetzte.

„Wiesbaden war zum ersten Mal Spielort des Tanzfestivals Rhein-Main und es war ein Genuss, in kurzer Zeit ein so breites Spektrum von Tanzproduktionen zu erleben.“ – Uwe Eric Laufenberg

Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, freut sich über eine gelungene zweite Festival-Ausgabe: „Wiesbaden war zum ersten Mal Spielort des Tanzfestivals Rhein-Main und es war ein Genuss, in kurzer Zeit ein so breites Spektrum von Tanzproduktionen zu erleben. Ein besonderes Highlight war das Tanzkonzert ‚Music for 18 Musicians‘, das das gleichnamige Musikstück von Steve Reich auf berührende Weise mit Amateuren umdeutete“. Auch der Intendant und Geschäftsführer des Künstlerhauses Mousonturm Matthias Pees zieht ein positives Resümee: „Bereits im zweiten Jahr ist das Tanzfestival Rhein-Main aus den Kinderschuhen geschlüpft – sowohl im Hinblick auf das große Publikumsinteresse als auch, weil es den beiden Kuratoren Anna Wagner und Bruno Heynderickx gemeinsam mit dem Organisationsteam der Tanzplattform Rhein-Main so beindruckend gelungen ist, lokale und regionale Produktion und das internationale Programm zusammen und miteinander in Austausch zu bringen. Dass wir im Herbst sozusagen ernten konnten, was wir im Frühjahr und Sommer selbst in Künstlerresidenzen Projekten, Ko- und Eigenproduktionen gesät haben, war ein großer und nachhaltiger Erfolg.“ Karsten Wiegand, Intendant des Staatstheaters Darmstadt, schließt sich dem an und fügt hinzu: „Es war wieder ein Fest der Vielfalt, das gezeigt hat, wie fruchtbar es sein kann, wenn drei Theater und ein Ballettensemble gemeinsame Sache machen.“

„Bereits im zweiten Jahr ist das Tanzfestival Rhein-Main aus den Kinderschuhen geschlüpft“ –  Matthias Pees, Geschäftsführer des Künstlerhauses Mousonturm

Nächster Termin  Herbst 2018

Organisiert wird das Tanzfestival Rhein-Main einmal im Jahr vom Künstlerhaus Mousonturm und vom Hessischen Staatsballett im Rahmen der Tanzplattform Rhein-Main – einem dreijährigen Kooperationsprojekt, für das sich erstmals ein internationales Produktionshaus und die Tanzsparte zweier Staatstheater zusammengeschlossen haben. Die Tanzplattform Rhein-Main entwickelt eine Vielzahl unterschiedlicher Produktions-, Aufführungs-, und Vermittlungsformate für den zeitgenössischen Tanz. Neben städteübergreifenden Residenzen für Künstlerinnen und Künstler initiiert und fördert sie mobile Tanzproduktionen und bietet Tanz-in-Schulen-Projekte, Profitrainings und Workshops an. In Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden gibt es darüber hinaus Tanzklubs zum Mitmachen. Mit diesen und weiteren Angeboten und Aktivitäten möchte die Tanzplattform Rhein-Main Tanzschaffende und den Tanz in der Region nachhaltig stärken, Akteure und Institutionen im Bereich Tanz regional und überregional miteinander vernetzen und ein breites Publikum für den Tanz in der Region gewinnen.

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