Hessens Busunternehmer versuchen ihre Betriebe zu retten. Gemeinsam fuhren sie in eine Bus-Korso durch Wiesbaden, um Verkehrsminister Tarek Al-Wazir eine Resolution zu übergeben,

Ab 12:30 Uhr trafen sich rund 100 hessische Busfahrer auf der Mainzer Straße stadteinwärts, von wo aus sie pünktlich um 13:00 Uhr, eskortiert von Wiesbadens Polizei, in einem Bus-Korso durch Wiesbaden fuhren. Von der Mainzer Straße ging es dicht an dicht Über die Lessingstraße, Friedrich-Ebert-Allee, Wilhelmstraße, Burgstraße, An den Quellen, Webergasse, Georg-August-Zinn-Straße, Taunusstraße, Röderstraße, Schwalbacher Straße, Oranienstraße, Kaiser-Friedrich-Ring (B 54) wieder zurück zur Mainzer Straße, wo sich der Korso gegen 15:oo Uhr auflöste. Unterwegs war es dann auch nicht zwingend geschlossen. Hier und da quetschten sich Autofahrer dazwischen. Riss der Korso an roten Ampeln auseinander, weil Verkehrsapostel am Steuer saßen.

Keine andere Branche steckt in der Corona-Krise so sehr in der Klemme wie das Busgewerbe. Wir haben seit Monaten null Einnahmen.“ – LHO-Vorsitzende Karl Reinhard Wissmüller (Michelstadt), FOH-Vorsitzender Jürgen Fredrich (Lohfelden).

Gemeinsam haben die beiden Verbände ihre Resolution dann aber doch an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir übergeben, um auf die existenziellen Nöte der hessischen Busunternehmen aufmerksam zu machen. Die Bustouristik ist seit Anfang März – mit Beginn der Reisesaison – vollständig zum Erliegen gekommen. Gruppen- und Vereinsfahrten wurden storniert, Klassenfahrten und Großveranstaltungen sind auf lange Zeit abgesagt.

Nachdem Bundes- und Landesregierungen für die Zukunftssicherung wichtiger Fluglinien Milliardenbeträge locker gemacht haben, müssen sie nun endlich auch die dramatische Lage der Busbranche in Deutschland zur Kenntnis nehmen und handeln.“ – Jürgen Fredrich, FOH-Vorsitzender

Ein großer Teil der über 200 mittelständischen Betriebe in Hessen drohe in den kommenden Wochen für immer zu verschwinden. Bereits Mitte April hatten Branchenumfragen gezeigt, dass 85 Prozent der Reisebusunternehmen in Deutschland die aktuelle Lage nicht länger als höchstens drei Monate durchhalten. Dabei sind Busse für die Mobilität unverzichtbar – vor allem in den eher ländlichen Regionen Hessens. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass Kinder zur Schule und wieder nach Hause kommen und bringen Gruppen aus Vereinen zu Kultur- und Sportveranstaltungen. Die drohende Insolvenz heimischer Busunternehmen wäre ein schwerer Rückschlag für die Verkehrswende hin zu umweltfreundlichen öffentlichen Verkehrsmitteln, so Karl Reinhard Wissmüller. Laut Umweltbundesamt verursacht der Bus die niedrigsten Umweltkosten und ist das Verkehrsmittel mit den niedrigsten Treibhausgas-Emissionen.

„Es braucht schnell direkte Soforthilfen, die Investition in moderne, umweltfreundliche Busse zieht hohe laufende Kosten nach sich, die sich nicht drücken oder stoppen lassen.“ – LHO-Vorsitzende Karl Reinhard Wissmüller

Wie der LHO und der FOH versichern, können die bisherigen Hilfsangebote Hessens Busgewerbe nicht retten: Daher fordern die Verbände von der hessischen Landesregierung endlich konkrete Hilfen in Form einer nicht rückzahlbaren Soforthilfe pro Reisebus und Monat. Ferner muss es ein deutschlandweites Konzept zur Wiederaufnahme von Busreisen geben und eine Reduzierung der Mehrwertsteuer für Busreisen auf 7 Prozent, um die Branche beim Wiedereinstieg in den Betrieb zu unterstützen.

„Die Fahrzeuge erleiden mit jedem Stand-Tag einen deutlichen Wertverlust, statt die Kosten wieder einspielen zu können.“ – Jürgen Fredrich, FOH-Vorsitzender

Wer die systemrelevante Infrastruktur im Busverkehr sichern und künftig zudem mehr für den Klimaschutz tun will, müsse jetzt mithelfen, die Branche zu retten, so LHO und FOH.

Impressionen vom Bus-Korso

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Die offizielle Internetseite des Landesverband Hessischer Omnisbusunternehmer finden Sie unter www.lho-online.com.

 

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