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Baugenehmigung für „Mauritiushöfe“ überreicht

Bauprojekt Mauritiushöfe erst einmal auf Eis gelegt

Die Mauritiushöfe in Wiesbaden gehen in ein Moratorium. Stadt und Investor passen Fristen an, prüfen neue Finanzierungsmodelle und hoffen auf bessere Marktbedingungen. Das Projekt bleibt genehmigt, geplant und ambitioniert – braucht aber Zeit, um wirtschaftlich tragfähig zu werden.

Volker Watschounek 2 Monaten vor 0

Die Mauritiushöfe pausieren: Wiesbaden und Investor suchen im Moratorium nach Lösungen, um das genehmigte Projekt später realisieren zu können.

Die Mauritiushöfe gehören zu den ambitioniertesten Stadtentwicklungsprojekten in Wiesbaden. Doch selbst gut geölte Planungsmaschinen geraten ins Stocken, wenn sich die Rahmenbedingungen verschieben. Investor Art-Invest Real Estate und die Stadt Wiesbaden ziehen nun gemeinsam die Reißleine – nicht aus Resignation, sondern aus Realismus. In der aktuellen Marktlage lässt sich das Vorhaben nicht im ursprünglich vorgesehenen Zeitrahmen umsetzen.

Verträge bleiben, Fristen ruhen

In intensiven Gesprächen der vergangenen Wochen verständigen sich beide Seiten darauf, die vertraglich fixierten Fristen anzupassen. Die Vereinbarungen zwischen der städtischen WVV Holding als Eigentümerin des Areals und Art-Invest behalten ihre Gültigkeit. Neu ist jedoch: Die Fristen ruhen während eines sogenannten Moratoriums. Dieses wird auf maximal drei Jahre angesetzt und verschafft Luft für neue Ansätze.

Geplant, genehmigt – und doch gebremst

Am grundsätzlichen Wert des Projekts zweifelt niemand. Die Mauritiushöfe sind vollständig durchgeplant, mehrfach optimiert und mit einem zweistelligen Millionenbetrag hinterlegt. Die Baugenehmigung liegt seit Mai 2025 vor. Städtebaulich wie architektonisch gilt das Konzept weiterhin als überzeugend. Gebremst wird es nicht durch Ideenmangel, sondern durch den Markt: steigende Baukosten, veränderte Finanzierungsbedingungen und eine spürbare Zurückhaltung im Immobiliensektor.

Neue Modelle, neue Hoffnung

Während des Moratoriums richtet sich der Blick nach vorn. Geprüft werden alternative Finanzierungsmodelle, angepasste Bauausführungen und mögliche wirtschaftliche Stellschrauben. Gleichzeitig setzen Stadt und Investor auf eine Entspannung der Marktlage in den kommenden Quartalen. Die Mauritiushöfe verschwinden damit nicht in der Schublade, sondern bleiben auf dem Tisch – als Projekt, das Zeit braucht, um wieder tragfähig zu werden.

Stadtentwicklung braucht Geduld

Die Entscheidung zeigt auch, wie sehr Stadtentwicklung heute vom Zusammenspiel globaler Märkte und lokaler Verantwortung abhängt. Wiesbaden hält an den Mauritiushöfen fest, ohne sich in falsche Eile zu treiben. Ein Moratorium klingt nach Pause, meint hier aber vor allem eines: Nachdenken, nachjustieren und die Voraussetzungen schaffen, damit aus Planung wieder Baustelle werden kann.

Bild – 3-D-Visualisierung  ©2022 Art-Invest

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