25 Jahre Junges Staatsmusical – mit einer Musical-Gala, die Erinnerungen weckt und Zukunft verspricht.
Man könnte fragen: Was ist Zeit im Theater? Ein flüchtiger Augenblick, der sich in Erinnerung verwandelt – oder eine Spur, die bleibt? Das Junge Staatsmusical gibt eine Antwort – nicht mit Theorie, sondern mit Praxis. Es zeigt, was wächst, wenn Leidenschaft auf Disziplin trifft und Talent gefördert wird.
Internationale Maifestspiele , kurz gefasst
Musiktheater – What a Feeling:
Eintritt: ausverkauft / Restkarten an der Theaterkasse anfragen
Wann: Sonntag, 24. Mair 2026, 19:30 Uhr
Wo: Hessisches Staatstheater, Christian-Zais-Strasse 3, 65189 Wiesbaden
Seit 25 Jahren führt Iris Limbarth diese Institution. Sie baut, formt, fordert – und sie vertraut. Rund 50 Produktionen hat sie verantwortet, oft vor ausverkauftem Haus. Das Publikum kommt, weil es weiß: Hier entsteht kein lauwarmer Abend, hier entsteht Theater, das atmet. Die Musical-Gala „What a Feeling!“ fügt sich in dieses Bild. Sie blickt zurück – und sie drängt nach vorn.
Ein Abend, der Erinnerungen tanzen lässt
Am 24. Mai hebt sich im Kleinen Haus der Vorhang. Zweimal. Zweimal ausverkauft. Zweimal ein Versprechen. Ehemalige Darsteller kehren zurück, viele stehen heute auf großen Bühnen Europas. Sie treffen auf jene, die jetzt den Ton angeben. Die Begegnung wirkt nicht wie Nostalgie. Sie wirkt lebendig. Die Stimmen tragen Erfahrung, die Körper erzählen Geschichten, die Schritte erinnern an Anfänge. Und doch: Niemand bleibt stehen. Alles bewegt sich.
Louisa Heiser, einst im Jungen Staatsmusical, später auf großen Bühnen zwischen „Harry Potter“ und „& Juliet“, bringt Glanz und Präzision. Florian Claus, heute Teil von voXXclub, zeigt, wie weit ein Weg führen kann, der hier begann. Nina Links, Patrick Schmitz – sie alle erzählen ihre Geschichten nicht mit Worten, sondern mit Stimme, Haltung, Präsenz.
Zwischen Glamour und Herkunft
Das Programm wirkt wie ein Kaleidoskop. „Sister Act“, „Jesus Christ Superstar“, „Hair“, „Chicago“ – Titel, die jeder kennt. Doch hier erklingen sie anders. Sie tragen eine Geschichte, die nicht auf den Plakaten steht. Sie tragen die Geschichte eines Ensembles, das sich immer wieder neu erfindet.
Zwischen den Songs erzählen Anekdoten von Proben, von Lampenfieber, von Premieren, die schiefgehen und dennoch gelingen. Klaus Krückemeyer führt durch den Abend. Er kennt das Haus, er kennt die Bühne, er kennt das Zittern vor dem ersten Ton. Er spricht, als gehöre er dazu – weil er dazugehört.
Frank Bangert lenkt die Musik. Seit über 30 Jahren begleitet er das Junge Staatsmusical. Seine Arbeit bleibt oft im Hintergrund. Doch ohne ihn fehlt der Klang, der alles zusammenhält.
Eine Talentschmiede, die mehr ist als ein Sprungbrett
Das Junge Staatsmusical erfüllt eine Aufgabe, die im Kulturbetrieb selten gelingt. Es verbindet Professionalität mit Offenheit. Es lässt junge Menschen auftreten, die noch nicht im System angekommen sind – und es verlangt von ihnen, als wären sie längst Teil davon.
Diese Mischung trägt Früchte. Namen wie Jasna Fritzi Bauer, Trystan Pütter oder Britta Hammelstein zeigen, wohin der Weg führen kann. Andere wählen andere Wege, doch sie nehmen etwas mit: Disziplin, Selbstvertrauen, Erfahrung. Man könnte sagen: Das Junge Staatsmusical bildet aus. Doch das greift zu kurz. Es prägt.
Die Handschrift von Iris Limbarth
Wer dieses Projekt verstehen will, muss Iris Limbarth verstehen. Sie arbeitet präzise, sie fordert viel, sie erwartet Haltung. Gleichzeitig schafft sie Räume. Räume für Entwicklung, für Fehler, für Wachstum. Ihre Karriere führte sie durch Theater in ganz Deutschland, nach New York, nach London. Sie lernte, beobachtete, probierte aus. Seit 2000 bündelt sie diese Erfahrung in Wiesbaden.
Die Maifestspiele als Resonanzraum
Die Musical-Gala „What a Feeling!“ findet im Rahmen der Internationalen Maifestspiele statt. Ein Festival, das Tradition mit Gegenwart verbindet, das große Namen präsentiert und neue Stimmen zulässt. Hier fügt sich das Junge Staatsmusical ein. Es wirkt nicht wie ein Fremdkörper, sondern wie ein notwendiger Bestandteil. Es zeigt, dass Nachwuchs kein Randthema ist, sondern Kern. Die Maifestspiele bieten den Raum. Das Junge Staatsmusical füllt ihn mit Leben.
Ein Abend, der mehr erzählt als Musik
Am Ende bleibt eine Erkenntnis. Diese Gala zeigt nicht nur Hits, nicht nur Stimmen, nicht nur Choreografien. Sie zeigt ein System, das funktioniert. Ein System, das trägt. Ein System, das Zukunft schafft.
„What a Feeling!“ – das klingt wie ein Versprechen. Und an diesem Abend löst sich dieses Versprechen ein.
Foto – Isithunzi: Monthati Masebe ©2026 Laura Nickel
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