Natürlich können Sie im Frühjahr einfach neue Blumenzwiebeln im Handel kaufen. Doch auch alte Zwiebeln können wiederverwendet werden. Die Aktion Blumenzwiebelretter weist darauf hin.

Update 25. März – Seit zwei Wochen stehen auf allen Wiesbadener Friedhöfen Sammelkörbe und Informationstafeln. Tafeln und Körbe machen Friedhofsbesucher darauf aufmerksam, das abgeblühte Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen und Tulpen nicht zwingend in den Grünabfall gehören. Nachhaltig handelnde Besucher legen werfen sie besser an den Sammelstationen in die Körben. So leisten die Zwiebeln der Frühblüher im kommenden Jahr einen wertvoller Beitrag zur Rettung von Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen. Am 29. März werden die auf Wiesbadens Friedhöfen gesammelten Blumenzwiebeln aktuell nicht benötigten Friedhofsflächen wieder eingepflanzt. Im nächsten Frühjahr bieten sie den früh schlüpfenden Bestäuberinsekten im zeitigen Frühjahr den Nektar und Pollen, den diese zur Aufzucht des Nachwuchses dringend benötigen.
Das sammeln hört damit aber nicht auf. Die Mitglieder des Imkervereins und Mitarbeiter des Grünflächenamtes bergen regelmäßig bis Mitte Mai auf Wiesbadens Friedhöfen Zwiebelgewächse und sorgen dafür, dass sie wieder eingepflanzt werden.

Werden Sie zu einem Blumenzwiebelretter

Der Frühling steht vor der Tür. In den nächsten Wochen werden auf den Wiesbadener Friedhöfen wieder viele Grabstätten mit bunten Pflanzschalen geschmückt: Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen und Tulpen in vielen Farben und Formen erinnern an die Verstorbenen und sind für zahlreiche heimische Insekten eine willkommene erste Nahrungsquelle. Besonders die früh schlüpfenden Wildbienen und Hummeln benötigen deren Nektar und Blütenstaub, um ihren Nachwuchs zu pflegen, denn noch ist das Blütenangebot sehr gering. Doch schnell sind die Frühlingsboten verblüht und landen in den Abfallbehältern. Werden Sie zum Blumenzwiebelretter

„Die Pflanzen und Blumenzwiebeln sind viel zu schade, um daraus Kompost zu machen. Sie können sehr gut wiederverwendet werden. In den Boden eingepflanzt, entwickeln die meisten im nächsten Frühjahr wieder farbige Blüten und dienen damit wieder für viele kleine und sehr nützliche Insekten als wichtige Nahrungsquelle.“ – Andreas Kowol, Umweltdezernent

Die Aktion Blumenzwiebel-Retter startet am 15. März auf vielen Wiesbadener Friedhöfen. Mit den Informationstafeln und den speziell hierfür aufgestellte Sammelkörben haben Friedhofsbesucher die Möglichkeit, ihre abgeblühten Blumenzwiebeln in Sammelbehältern abzulegen, anstatt sie in den Grünschnittbehältern zu werfen. Die Körbe werden regelmäßig von den Imkern geleert; die Blumenzwiebeln sortiert. Im Laufe des Jahres werden die so eingesammelten Blumenzwiebeln von den Friedhofsmitarbeitern zusammen mit den Bienenfreunden an geeigneten Stellen eingepflanzt, sodass sie im kommenden Jahr wieder ihre Pracht entfalten können.

„Mit der Aktion ‚Blumenzwiebel-Retter‘ möchten wir einen Beitrag gegen das Insektensterben leisten. Die kleinen Krabbler und Brummer sind für die Natur ganz besonders wichtig, finden aber in unserer urbanisierten Landschaft kaum noch Nahrung und Nistmöglichkeiten.“ –  Siggi Schneider, Vorsitzender des Imkervereins Wiesbaden.

Die Aktion ‚Blumenzwiebel-Retter‘ sei ein weiteres Element der Zusammenarbeit zwischen dem städtischen Grünflächenamt und dem Wiesbadener Imkerverein, ergänzt Gabriele Wolter, Leiterin des Grünflächenamts. Zusammen mit den Wiesbadens Imkern habe die Stadt in den letzten Jahren mehr als 5000 Quadratmeter mehrjährige Bienenweide auf momentan nicht genutzten Bestattungsflächen eingesät.

„Die Bienenweiden werden vor allem von Wildbienen und Schmetterlingen angeflogen. Dabei hat der Imkerverein dankenswerter Weise die Kosten für das Saatgut, das ausschließlich heimische Wildpflanzensamen enthält, übernommen.“ – Gabriele Wolter, Leiterin des Grünflächenamts

Die Aktion auf Wiesbadens Friedhöfen wird ebenso vom Verein getragen, der die Körbe und die Beschilderung in Eigenregie übernimmt. Auf den Friedehöfen Dotzheim, Erbenheim, Delkenheim, Bierstadt, Sonnenberg und Rambach sowie Auringen, Schierstein und auf dem Südfriedhof werden sie nicht zu übersehen sein. Wer sich noch an der Aktion beteiligen möchte und einen der Sammelkorb auf dem Friedhof in seinem Stadtteil betreuen möchte, kann sich gerne unter info@imkerverein-wiesbaden.de melden.

So retten Sie Blumenzwiebeln auch selbst

  • das komplette Laub dran lassen, bis es verwelkt ist
  • energieraubende Samenbildung verhindern
  • verwelkte Blüten abschneiden
  • Stängel bis zum Vertrocknen stehen lassen

Foto: ©2021 Capri23auto auf Pixabay

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Die offizielle Internetseite vom Imkerverein Wiesbaden finden Sie unter www.imkerverein-wiesbaden.de.

 

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