Erst war es Times New Roman, dann kam Calibri – und jetzt? 15 Jahre nach Einführung von Calibri als Standardschriftart steht ein Wechel bevor. Wird Bierstadt die Schrift der nächsten 15 Jahre?

Bierstadt ist bekanntermaßen ein zentral gelegener Stadtbezirk der Stadt Wiesbaden. Daran hat der Schriftdesigner Steve Matteson aus Boulder im US-Bundesstaat Colorado jedoch nicht gedacht, als er das von Microsoft in Auftrag gegebene Alphabet entwickelte. Er ließ sich bei der Namensgebung von einem Berg in den Rocky Mountains inspirieren, der wiederum nach dem vor rund 120 Jahren verstorbenen Landschaftsmaler Albert Bierstadt benannt wurde.

„Mit dieser sympathischen Initiative liefern wir Gesprächsstoff und senden eine Botschaft aus Wiesbaden in die Welt. Es wäre doch wunderbar, wenn Bierstadt künftig von über einer Milliarde Menschen auf allen Kontinenten genutzt werden würde!“ – Dr. Oliver Franz, Bürgermeister

Aus Wiesbadener Sicht ist der Stadtbezirk mit seinen 12500 Einwohnern das viel spannendere Bierstadt. Deshalb setzt sich die hessische Landeshauptstadt dafür ein, dass der Schrifttyp das Rennen macht. Ab dem Jahr 2022 sollen rund 1,2 Milliarden Nutzer weltweit mit Bierstadt zu tun haben, wenn sie in Outlook, Word, Excel oder PowerPoint Texte schreiben. Das wird dem Ortsbezirk zu unerwarteter internationaler Bekanntheit verhelfen.

„Zur Abstimmung über die Wahl der Schrift sind bis zum Jahresende alle Nutzer von Microsoft-Anwendungen aufgerufen. Bis zum 21. Juni 2021 haben 5489 User auf Twitter ihre Präferenz abgegeben. Freuen sich 7805 User auf die neue Schrift. Haben 4344 User den Beitrag geteilt.

Von der Microsoft-Ankündigung elektrisiert hat die Wiesbadener Kreativagentur Q aus Eigeninitiative eine Kampagne mit einigen Werbemitteln entwickelt. Diese bieten mit viel Humor typografische Erkenntnisse und lenken Aufmerksamkeit auf die Schrift Bierstadt. So ist ein Stoffbeutel mit diesem Slogan bedruckt: Better than Georgia and Monaco. Bierstadt – Georgia und Monaco sind weitere Schriften aus dem Systemzeichensatz von Microsoft. Es gibt auch ein sogenanntes Minuskelshirt. Unter Minuskeln versteht man in der Schriftkunde Kleinbuchstaben. Der auf einer Tasse zu lesende Satz The quick brown fox jumps over the lazy dog enthält alle Buchstaben des Alphabets, so dass man die Qualität sämtlicher Bierstadt-Buchstaben überprüfen kann. Und auf einem Poster findet sich die Aussage Where a small l is not a big I. Bierstadt. Damit wird auf den deutlich sichtbaren Unterschied des kleinen L gegenüber dem großen i bei der Schrift Bierstadt hingewiesen, während drei Wettbewerberschriften nur einen vertikalen Strich für beide Buchstaben anbieten und es dadurch zu Verwechslungen kommen kann. Weitere Bierstadt-Produkte stehen zur Verfügung. Sie sind in deutscher und englischer Sprache erhältlich, damit sie auch für ausländischen Besuchern – ebenso wie von den vielen US-amerikanischen Bewohnern Bierstadts – verständlich sind.

Matteson, der Entwickler der Schrift,  ist von der Aktion aus Wiesbaden begeistert. Ihm war nicht bewusst, dass auf der anderen Seite des Atlantiks ein Stadtteil mit dem Namen Bierstadt existiert. Seine Schriftfamilie mit vier Schnitten steht – wie die anderen vier Fonts – bereits jetzt zum Test für Microsoft-Abonnenten bereit. Sie orientiert sich ästhetisch an Schweizer Groteskschriften aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, zeichnet sich durch eine hohe Lesbarkeit und klare Formensprache aus.

Foto oben ©2021 Bierstadt Font ©2021 Kreativagentur Q / bearbeitet Wiesbaden lebt

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Informationen über den Entwickler Steve Matteson finden Sie auf www.wikipedia.de.

 

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