Wer bei Saisonbeginn nach dem Dritt-Liga-Meister 2020/2021 gefragt hat, war gut beraten auf die großen Namen zu setzen. Der SV Wehen Wiesbaden wollte mitspielen, sortieren, nicht zwingend wieder aufsteigen.

Die Saison in der 3. Fußball-Liga ist vorbei und der SV Wehen Wiesbaden hat die Spielzeit im oberen Tabellenmittelfeld beendet. Nach dem Abstieg im vergangenen Jahr aus der 2. Bundesliga, hätten sich das Team und seine Fans über eine direkte Rückkehr in Liga Zwei gefreut. Doch die Devise im Sommer 2020 war erst einmal Fehler zu analysieren und mit Weitsicht zu handeln: Ein konkretes Ziel gab es nicht.

Großer Umbruch vor der Saison

Zwar hatte das Management grundsätzlich das Ziel gesteckt, schnellstmöglich den Wiederaufstieg zu schaffen, ein Muss für diese Spielzeit war es aber nicht. Es war früh klar, dass ein großer Umbruch anstand. Insgesamt 22 Spieler hatten den Verein verlassen, darunter einige Leistungsträger wie Maximilian Dittgen und Daniel-Kofi Kyereh. Bei anderen Spielern wurde die Zusammenarbeit von Seiten des SVWW beendet. Ein Fehler aus dem Sportdirektor Christian Hock lernen wollte. Zu früh habe man sich an Spieler gebunden deren Zweitligatauglichkeit fragwürdig war.

Erstligaerfahrung punktet

So gab es durch die Abgänge auf allen Positionen zu kompensieren und das trotz kleinerem Budget. Es blieb aber der Wunsch in Liga 3 im oberen Bereich mitmischen zu wollen. Nun steht die Mannschaft am Ende auf dem sechsten Platz . Man muss den Wiesbadenern zugestehen, dass es sich dieses Jahr um eine der stärksten Ligazusammensetzungen in den letzten Jahren handelte. Die ersten vier Plätze sind namhaft besetzt: SG Dynamo Dresden, Hansa Rostock, FC Ingolstadt und 1860 München. All diese Klubs haben reichlich Erstligaerfahrung und bis auf den FCI auch lange Tradition.

Favoriten haben sich durchgesetzt

Schon zu Beginn der Spielzeit galten Dynamo und Ingolstadt zumindest bei den Trainern als Favoriten auf die Meisterschaft der 3. Liga. Wer also auf die klare Meinung der Coaches gehört hat und beispielsweise mit PayPal Sportwetten auf den Aufstieg von SGD gesetzt hat, kann sich nun bei den Fachmännern bedanken.  Die Trainer wussten auch den starken Umbruch beim SVWW einzuschätzen und so gingen nur fünf der insgesamt 51 abgegebenen Stimmen an der Zweitligaabsteiger aus Wiesbaden.

Eine Spielzeit wie erwartet?

Wie erwähnt blieb eine konkret ausformulierte Zielsetzung von Trainer Rüdiger Rehm vor der Saison aus. Lediglich die Aufgabe den Drittliga-Fight anzunehmen, setze er bei seiner Mannschaft voraus. Und das kann man den Wiesbadenern nicht absprechen, vor allem mit den vielen personellen Wechseln, an die sich auch intern angepasst werden musste. Man wollte kein Risiko eingehen nur um den direkten Wiederaufstieg zu erzwingen. Diesen Aussagen zufolge lief die Spielzeit also vermutlich ähnlich wie es die Funktionäre erwarteten.

Kaderplanung, Trainer Rüdiger Rehm

Archivfoto ©2021 Volker Watschounek – 3. Liga, 2020.2021, 26. Spieltag, Wiesbaden – Magdeburg

Kaderplanung 2021/2022

So konnte man den Umständen entsprechend eine solide Saison spielen und das stark veränderte Team zusammenführen. Die Transfers für die kommende Spielzeit sind nämlich längst nicht so gravierend wie im vergangenen Jahr. Einige Abgänge werden aber wohl doch spürbar sein. So wird der 23-jährige Stürmer Phillip Tietz den Verein in Richtung Darmstadt 98 in die 2. Bundesliga verlassen. Tietz konnte in 53 Einsätzen 17 Tore erzielen und acht weitere Vorlagen beisteuern. Auch der erfahrene Verteidiger Moritz Kuhn wird gehen und schließt sich dem Ligakonkurrenten Türkgücü München an. Die Leihen von Maurice Malone, Tim Walbrecht, Ahmet Gürleyen und Kevin Lankford laufen am Ende der Saison aus. Lediglich die Leihgabe Florian Carstens vom FC St. Pauli wird im Sommer fest verpflichtet und verstärkt die Abwehr der Wiesbadener.

Neuzugänge

Die weiteren Zugänge sind Stefan Stangl der wiederum von Türkgücü zu den Hessen kommt und Mehmet Kurt vom SC Verl, der das defensive Mittelfeld komplettieren soll. Auch auf der Torwartposition wird für mehr Tiefe gesorgt, indem der junge Keeper Lucas Becker aus der U19 des Vereins kommen wird.

Fazit

Von einer misslungenen Saison kann definitiv nicht gesprochen werden und den Umständen entsprechend können Spieler und Trainer einiges aus den vergangenen Monaten mitnehmen. Nun gilt erst einmal nach dem Hessenpokal die Saison ausklingen zu lassen und für das Jahr 21/22 Kraft zu sammeln. Ob Trainer Rehm dann festere Ziele setzt und welche das sein werden, bleibt abzuwarten.

Foto oben ©2021 Archivfoto Volker Watschounek

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Die offizielle Internetseite des SV Wehen Wiesbaden finden Sie unter svww.de.

 

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