Ein Vater begibt sich mit seinem Teenagersohn von Amerika aus in das heutige Taiwan. Der Mann trifft seine Mutter wieder und sie erzählt von der Zeit, da man ihr ihren Namen und ihre Sprache nahm.

Spurensuche. Den älteren kommt das bekannt vor. Die Eltern werden alt, und Sie merken: Wenn Sie noch etwas von früher erfahren möchte, dann müssen man Sie Ihre Eltern jetzt fragen. Nächstes oder übernächstes Jahr könnte es bereits zu spät sein. Das denkt auch Harry in dem neuen Roman von Stephan Thomes.

Mauritius-Mediathek, kurz gefasst

Lesung Pflaumenregen
Wann: Mittwoch, 6. Oktober 2021, 19.30, von 19:30 bis 20:30 Uhr
Wo: Mauritius-Mediathek, Hochstättenstraße 6-10, 65183 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Eintritt: 8,00 Euro, 5,00 Euro ermäßigt für Schüler/innen, Studenten/innen, Auszubildende

 Karten sind online unter wiesbaden.de/literaturhaus und in der Touris-Information erhältlich. 

„Tsuyu“ heißt die japanische Regenzeit, die je nach Region im Juni oder Juli den Inselstaat erreicht. In der wörtlichen Übersetzung spricht man hier vom Pflaumenregen. Dies sind Dinge, die der in den USA lebende Harry erfährt, als er auf Heimatbesuch in Taiwan ist, um mehr über die Lebensgeschichte seiner Mutter herauszufinden. Diese wuchs in der japanischen Kolonialzeit auf und verweigert sich heute vielen, teils traumatischen Erinnerungen aus dieser Zeit. Mit großer Detailtreue zu historischen Fakten erzählt Thome von einer Zeit der politischen und kulturellen Umbrüche, Besatzungen und Identitätsverlusten und schafft es gleichzeitig, den Leser in eine spannende Familiengeschichte über mehrere Generationen mitzunehmen.

Über Stephan Thomes

Stephan Thome wurde am 23. Juli 1972 in Biedenkopf, Hessen geboren. Nach dem Zivildienst in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung in Marburg studierte er Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie in Berlin, Nanking, Taipeh und Tokio. 2005 erschien unter dem Titel Die Herausforderung des Fremden: Interkulturelle Hermeneutik und konfuzianisches Denken seine Dissertationsschrift. Zur selben Zeit begann er als DFG-Stipendiat am Institut für Chinesische Literatur und Philosophie der Academia Sinica zu arbeiten, wo er über konfuzianische Philosophie des 20. Jahrhunderts forschte. Bis 2011 betätigte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Forschungseinrichtungen in Taipeh und übersetzte unter anderem Chun-chieh Huangs Werk Konfuzianismus: Kontinuität und Entwicklung ins Deutsche. Sein Roman Grenzgang gewann 2009 den aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres und stand – wie auch sein zweiter Roman Fliehkräfte – auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2014 wurde Thome von der Akademie der Künste Berlin mit dem Kunstpreis Literatur ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt die Verfilmung des Romans Grenzgang den Grimme-Preis. Seit 2011 lebt und arbeitet Stephan Thome als freier Schriftsteller; derzeit lebt er in Taipeh. 2014 erhielt es den George-Konell-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden. 2018 stand er erneut auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises mit seinem Roman Gott der Barbaren.

Bild oben ©2021 Volker Watschounek

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