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Erbenheimer Höfefest

So schafft man alle Höfe beim Erbenheimer Höfefest

Wer am Pfingstwochenende durch Erbenheim geht, merkt schnell: Das Erbenheimer Höfefest lässt sich nicht planen. Es entsteht im Gehen, im Bleiben, im Weiterziehen. Und genau darin liegt sein Zauber, den man sich nicht entziehen sollte, sondern, dem man sich hingeben kann.

Volker Watschounek 1 Tag vor 0

Das Erbenheimer Höfefest ist kein Event. Es ist ein Zustand zwischen Begegnung, Bewegung und dem leisen Glück, einfach da zu sein. Das Programm!

Wer an diesem Wochenende nach Erbenheim kommt, sollte eines gleich wieder verwerfen: den Plan, alles sehen zu wollen. Das Erbenheimer Höfefest entzieht sich solchen Versuchen. Das Programm lässt sich nicht abarbeiten. Es passiert – irgendwo zwischen einem offenen Hoftor, einem Gespräch im Schatten und einem Lied, das plötzlich den ganzen Platz trägt. Es beginnt am Rand.

Die Höfe – Orte, die Geschichten erzählen

Dort, wo Erbenheim noch nach Feld riecht und die Wege weiter werden. Hof 1, draußen am Oberfeld. Ein Ort, der nicht ruft, sondern wartet. Man tritt ein, sieht Apfelkunst, hört von Agroforst, schaut hinaus auf das, was wächst. Hier wird nichts inszeniert. Hier erzählt sich das Leben selbst.

Hof 1 – Hof Erbenheim (Familie Schaab), Oberfeld 30

Hier beginnt das Fest ein Stück außerhalb – und genau das macht den Reiz aus. Zwischen Feldern und Hofladen zeigt die Familie Schaab, wie Landwirtschaft heute denkt. Bei Führungen geht es nicht nur um Tiere und Acker, sondern um Agroforst, Nachhaltigkeit und neue Wege. Drinnen hängen Apfelkunstwerke, draußen rollen Planwagen. Ein Hof, der Tradition nicht konserviert, sondern weiterentwickelt.

Hof 2 – Nassauische Blindenfürsorge e.V., Emil-Krag-Straße 5

Ein ruhiger Gegenpol im Trubel. Im Innenhof und Garten entsteht Raum für Gespräche, im Foyer erklären Mitarbeitende ihr Wohnkonzept. Hier geht es weniger um Spektakel – und mehr um Begegnung. Wer innehält, merkt schnell: Dieser Hof wirkt leise, aber nachhaltig.


Hof 3 – Rob’s Tattoo, Lilienthalstraße 35

Hier wird das Höfefest spontan. Nadeln surren, Farben leuchten, Kinder lassen sich schminken. Wer schon immer mit dem Gedanken gespielt hat – jetzt wäre der Moment. Und wer nur schaut, nimmt zumindest die Erkenntnis mit: Kunst kann auch unter die Haut gehen.

Hof 4 – Catwoman by Tanja Kimpel, Köhlstraße 7

Handarbeit statt Fließband. Taschen, Portemonnaies, Filzarbeiten – jedes Stück ein Unikat. Hier stöbern Besucher nicht, sie entdecken. Und wer einmal etwas in der Hand hält, legt es nur ungern wieder zurück.


Hof 5 – Pluspunkt, Lilienthalstraße 15

Erst knackt es im Kopf, dann in den Knien. „DenkFit“ bringt die grauen Zellen in Schwung, später übernimmt Line Dance. Zuschauen erlaubt, Mitmachen erwünscht. Ein Hof, der zeigt: Bewegung beginnt im Kopf – und endet selten dort.

Hof 6 – Justus-von-Liebig-Schule, Lilienthalstraße 11

Wasser marsch! Die Feuerwehr zeigt, was sie kann – und lässt Besucher selbst ran. Bambini üben, Schläuche rollen, Kinder lachen. Hier wird aus Einsatz spielerisches Lernen.

Hof 7 – Turnhalle Justus-von-Liebig-Schule

Kunstradfahren wirkt hier wie eine Mischung aus Tanz und Technik. Räder kreisen, Körper bleiben ruhig. Danach dürfen Besucher selbst versuchen, die Balance zu halten – und scheitern oft charmant.

Hof 8 – Küchenstyle Vogt, Lilienthalstraße 4

Hier duftet es. Frisches Sauerteigbrot, Kräuter, Butter – einfache Dinge, perfekt gemacht. Zwischen Küchenausstellung und Probierstationen entsteht schnell ein Gespräch. Und noch schneller Appetit.

Hof 9 – Schützenverein 1981 e.V., Oberfeld 5

Zielen, atmen, treffen. Beim Pfingstschießen wird aus Konzentration Wettbewerb. Kinder probieren die Laserschießanlage, Erwachsene greifen zum Luftgewehr. Dazu Grill, Getränke und Gespräche – ein Hof mit Haltung.

Hof 10 – Haustechnik Baumstark, Wandersmannstraße 71

Zwar nur unter der Woche geöffnet, aber ein Blick lohnt sich: Die Bad-Expo zeigt, wie Technik Komfort schafft. Inspiration für alle, die mehr wollen als Standard.

Hof 11 – Harlekinäum, Wandersmannstraße 39

Geschlossen – und trotzdem präsent. Die Kunstwerke auf dem Gelände ziehen Blicke an. Ein Hof, der mehr andeutet als erklärt.

Erbenheimer Höfefest
Erbenheimer Höfefest

Hof 12 – Familien Wozniczka, Am Dornheck 5/5a

Flohmarkt trifft Familienfest. Zwischen Tischen und Ständen entstehen Gespräche, während im Hintergrund gegessen und gelacht wird. Ein Hof, der sich nicht inszeniert – sondern einfach passiert.

Hof 13 – Firma Reinemer, Buschungstraße 5

150 Jahre Handwerk feiern sich nicht leise. Hier öffnen sich Tore für Technik, Beratung und Geschichte. Heizung, Wasseraufbereitung – und der Blick, wie sich ein Betrieb über Generationen entwickelt.

Hof 15 – Familienhof Schaab, Wandersmannstraße 29

Seit 1769 steht dieser Hof. Und erzählt es auch. Fachwerk, Hofpflaster, Geschichte – alles wirkt, ohne laut zu werden. Ein Ort, der entschleunigt.

Hof 16 – Hof Koch, Wandersmannstraße 27

Ein restauriertes Fachwerkhaus, ein offenes Tor, ein stiller Hof. Hier reicht oft ein Blick, um zu verstehen, warum man stehen bleibt.

Hof 17 – Gasthaus „Zum Engel“, Wandersmannstraße 26

Hier wird gegessen. Flammkuchen knuspert, Wein fließt, Gespräche ziehen sich. Der Biergarten wird zum Treffpunkt – und bleibt es.

Hof 18 – Hof Maurer, Wandersmannstraße 22

Ein Anwesen von 1736, neu belebt. Innenhof, Wein, Fingerfood – ein Ort, an dem Zeit langsamer vergeht.

Hof 19 – Heimatmuseum Erbenheim, Wandersmannstraße 25

Von Römern bis Airbase: Das Museum erzählt Erbenheims Geschichte. Karten, Fotos, Erinnerungen – wer hier eintritt, geht anders hinaus.

Hof 20 – Pfarrhof der Paulusgemeinde, Ringstraße 3

Bügelperlen, Schminke, Softeis. Kinder basteln, Eltern schauen zu – oder machen einfach mit. Ein Hof voller Farbe.

Hof 21 – Hufbeschlag Wagner / Ukrainischer Kulturhof, Ringstraße 5

Hier öffnet sich eine andere Welt. Workshops, Handwerk, Begegnung. Ukrainische Kultur wird nicht erklärt, sondern erlebt.

Hof 22 – Wiesbadener Erbenheimer Anzeiger, Wandersmannstraße 1

Kunst trifft Licht. Ausstellungen, Lightpainting – dieser Hof spielt mit Wahrnehmung und Perspektive.

Hof 23 – Künstlerhof Marc Racke, Hundsgasse 5

Malerei, Märchen, Atmosphäre. Am Nachmittag erzählt eine Märchenerzählerin – und verwandelt den Hof in eine Bühne.

Hof 24 – Familie Ließ, Hünefeldstraße 16

Kaffee, Kuchen, Flohmarkt. Ein Hof wie ein Sonntagnachmittag.

Hof 25 – Familie Herrmann, Köhlstraße 39

Sandkasten, Spielecke, Kinderkleidung. Ein Hof, der Familien nicht nur willkommen heißt – sondern einplant.

Hof 26 – Orthopädie Holger Reinemer, Köhlstraße 1

Beratung trifft Flohmarkt. Füße werden vermessen, während nebenan gestöbert wird. Ungewöhnlich – und genau deshalb interessant.

Hof 27 – Familie Spieß, Buschungstraße 22

Flohmarkt, Pizza, Spendenaktion. Hier wird gegessen, geholfen und geredet. Ganz nebenbei.

Und am Ende: Hof 28

Bevor der Tag sich schließt, zieht es noch einmal hinaus. Hof 28. Bei Familie Hardt wartet Musik, Drinks, Stimmen. Ein neuer Hof, der wirkt, als wäre er schon immer da gewesen.

Und dann zurück. Kirchplatz. Bühne. Die Band beginnt. Menschen tanzen. Andere lehnen sich zurück. Und irgendwo zwischen zwei Liedern entsteht dieser Gedanke, der sich nicht festhalten lässt:

Was bleibt

Man hat nicht alles gesehen. Aber genug gespürt. Denn das Erbenheimer Höfefest ist kein Ort, den man besucht.
Es ist ein Moment, in den man gerät. Und der bleibt.

Foto oben ©2022 divers

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Die Internetseite zum Erbenheimer Höfefest finden Sie unter www.hoefefest.de.
Das Programm und Programmheft Erbenheimer Höfefest zum Download gibt es hier.

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