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Bombenfund in Erbenheim, Sperrzone.

Bombenfund in Erbenheim: Große Evakuierung läuft an

Ein Bombenfund in Wiesbaden-Erbenheim zwingt Behörden zum Handeln: Rund 700 Meter Sperrzone, Evakuierung am Morgen, Stillstand auf Straße und Schiene. Die Entschärfung einer 500-Kilo-Bombe wird zur logistischen Herausforderung – und erinnert daran, wie nah die Vergangenheit bleibt.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 41 Minuten vor 0

Nach Bombenfund in Erbenheim bereitet Wiesbaden eine Evakuierung vor. Straßen, Bahn und Autobahn werden gesperrt.

Ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg stoppt plötzlich den Alltag. Bei Sondierungsarbeiten nahe der Zufahrt von der B455 zur Lucius D. Clay Kaserne entdecken Einsatzkräfte am Dienstagnachmittag eine 500-Kilogramm-Bombe. Jetzt organisiert die Stadt Wiesbaden eine Evakuierung, plant die Entschärfung – und fordert Geduld.

Evakuierung – Was jetzt wichtig ist

Eine Evakuierung bedeutet, dass alle Menschen ein Gefahrengebiet verlassen müssen – etwa bei einem Bombenfund, Brand oder Unwetter. Die Behörden legen eine Sperrzone fest, informieren die Betroffenen und setzen eine Frist. Erst wenn das Gebiet vollständig geräumt ist und Einsatzkräfte kontrolliert haben, dass sich niemand mehr dort aufhält, beginnen Spezialisten mit der Entschärfung.

Wer betroffen ist, sollte vorbereitet handeln: Wichtige Dokumente, Medikamente sowie etwas Verpflegung und passende Kleidung gehören ins Gepäck, da eine Rückkehr mehrere Stunden dauern kann. Die Wohnung sollte „urlaubsreif“ hinterlassen werden – Geräte ausschalten, Fenster schließen, Türen abschließen.

Wichtig: Im Evakuierungsbereich darf niemand bleiben. Die Anordnung ist verbindlich und wird notfalls durchgesetzt, da Gefahr für Leib und Leben besteht. Haustiere können meist zu Hause bleiben, wenn sie versorgt sind. Strom und Gas werden in der Regel nicht abgestellt.

Zurückkehren dürfen Anwohner erst, wenn die Behörden Entwarnung geben – per Lautsprecher, Medien oder offizielle Kanäle.

Evakuierung mit Zeitplan

Bis Mittwochmorgen um 9 Uhr müssen alle Menschen den rund 700 Meter großen Gefahrenbereich verlassen. Etwa 50 Einwohner packen Taschen, schließen Türen, suchen Zuflucht bei Freunden oder in einer eingerichteten Betreuungsstelle. Wer keine Alternative findet, kann in der Johanniter-Rettungswache unterkommen.

Die Botschaft ist klar: Niemand darf bleiben. Auch nicht „nur kurz“.

Verkehr steht still – zumindest zeitweise

Mit der Evakuierung kommt der Verkehr ins Stocken. Straßen, Feldwege und sogar Bahnstrecken werden gesperrt. Besonders einschneidend: die A66 zwischen Erbenheim und Nordenstadt. Ab 10:30 Uhr rollt dort kein Auto mehr. Auch die B455 und die Bahntrasse Wiesbaden–Köln fallen vorübergehend aus dem Takt.

Ein Tag, an dem Pendler improvisieren müssen – und Navigationsgeräte an ihre Grenzen stoßen.

Wenn Geschichte plötzlich präsent wird

Bombenfunde sind in Deutschland kein Einzelfall. Jeder einzelne Fund aber bringt eine eigene Dynamik mit sich. Plötzlich geht es nicht mehr um Zahlen oder Statistiken, sondern um konkrete Entscheidungen: Wer verlässt wann seine Wohnung? Welche Strecke bleibt offen? Wer hilft wem?

Fragen? Bitte nicht den Notruf

Die Stadt richtet ein Bürgertelefon ein, erreichbar ab Dienstagabend und am Mittwochmorgen. Wichtig dabei: Die Notrufnummern 110 und 112 sollen frei bleiben. Wer Fragen hat, greift besser zum Telefon mit der richtigen Nummer.

Karte ©2026 LH Wiesbaden

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