Bombenfund in Erbenheim: Evakuierung, Sperrungen und Umleitungen prägen den Mittwochvormittag.
In Wiesbaden beginnt der Mittwoch heute früher als sonst. Nicht wegen der Sonne, sondern wegen einer Bombe. Im Bereich der Lucius D. Clay Kaserne liegt ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg – und zwingt die Gegenwart zur Vorsicht. Bis 9 Uhr müssen die Menschen das betroffene Gebiet verlassen, dann schließen sich Türen, Straßen und Wege.
Die Stadt organisiert, informiert und bittet um Kooperation. Karten zeigen, wer gehen muss. Ein Bürgertelefon beantwortet Fragen. Wer unsicher ist, greift zum Hörer – oder blickt auf die digitale Lagekarte.
Straßen leer, Autobahn dicht
Ab 10:30 Uhr trifft es dann auch den Verkehr. Die A66 wird zwischen Erbenheim und Nordenstadt gesperrt. Autofahrer müssen umdenken, umplanen, ausweichen. Auch die Zufahrt zur Kaserne und zur Domäne Mechtildshausen wird dichtgemacht. Was sonst fließt, stockt.
Busse fahren derweil andere Wege. ESWE Verkehr leitet Linien um, lässt Haltestellen aus, improvisiert im Takt. Die Linie 28 nimmt eine Schleife über Kastel, andere Linien folgen Ersatzrouten. Wer heute Bus fährt, braucht Zeit – und vielleicht ein wenig Gelassenheit.
Routine im Ausnahmezustand
Für die Spezialisten ist der Einsatz kein Spektakel, sondern präzise Arbeit. Sie prüfen, sichern, entschärfen – oder sprengen kontrolliert. Für die Stadt bedeutet das: koordinieren, absichern, informieren. Für die Bürger: warten.
Und doch liegt in dieser Situation auch etwas Vertrautes. Wiesbaden kennt solche Tage. Sie zeigen, wie eng Vergangenheit und Gegenwart verwoben bleiben. Eine Bombe, jahrzehntelang verborgen, bestimmt plötzlich den Takt einer ganzen Stadt.
Geduld als wichtigste Ressource
Am Ende dieses Vormittags steht – so hoffen alle – Entwarnung. Bis dahin gilt: Wege meiden, Hinweise beachten, Ruhe bewahren. Die Stadt funktioniert auch im Ausnahmezustand. Vielleicht langsamer. Aber verlässlich.
Karte – Sperrgebiet ©2026 LH Wiesbaden
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