Nach neun Tagen intensiver Saisonvorbereitung krönen Wiesbadens Fußballer ihre Zeit in Bad Gögging am Samstag mit einem Test gegen den Zweitligisten Jahn Regensburg.

Auf Grund von Sicherheitsbedenken der Sicherheitsbehörden wird das Testspiel des SV Wehen Wiesbaden gegen den Zweitligisten SSV Jahn Regensburg am Samstag, 14. Juli, (14 Uhr) nicht auf der Platzanlage des TSV Abensberg ausgetragen, sondern auf dem Jahn-Trainingsgelände am Kaulbachweg in der Domstadt. Anschließend reist der SVWW nach neun Tagen im Trainingslager in Bayern zurück nach Wiesbaden.

Es gelten folgende Preise, die beim eingesetzten Ordnungsdienst am Eingang zu entrichten sind:

  • Erwachsene: 10 € Euro
  • Studierende, Rentner, Kinder & Jugendliche von 5-18 Jahren: 8 € Euro
  • Kinder bis vier Jahre und Gehandicapte: freier Eintritt

Trainingslager, Tag 7 – Es war ein wenig so wie im Film Stark Trek: Treffen der Generationen (1994), in dem der legendäre Enterprise-Captain James T. Kirk auf die neue Crew des Raumschiffs traf. Im Trainingslager des SV Wehen Wiesbaden im bayerischen Bad Gögging gab es zumindest das Aufeinandertreffen des ältesten aktiven Drittliga-Kickers mit dem ersten „Millenium Kid“ im SVWW-Tross: Alf Mintzel, Jahrgang 1981, und Giona Leibold, geboren im August 2000. Der Oldie und der Youngster blicken auf eine beeindruckende Parallele im SVWW-Universum – beide gehen in ihre neunte Saison im rot-schwarzen Trikot.

„Jetzt setze ich erstmal alles auf den Fußball und versuche, beim SVWW den Durchbruch zu schaffen.“ – Giona Libold

„Ich bin seit der U11 im Verein, fühle mich hier sehr wohl und hatte nie den Gedanken zu wechseln. Der SVWW ist quasi wie eine zweite Heimat für mich“, sagt Giona Leibold, der im Sommer dieses Jahres erfolgreich sein Abitur gebaut hat: „Jetzt setze ich erstmal alles auf den Fußball und versuche, beim SVWW den Durchbruch zu schaffen. Doch im Leben sollte man immer einen Plan B in der Tasche haben.“ Deswegen wäre der Weg seines Bruders, der vor einigen Jahren unter dem heutigen Sportdirektor Christian Hock in der U19 gekickt hatte und jetzt in den USA College-Fußball spielt, auch eine Option für die Zukunft.

„Giona macht es klasse. Er ist ein guter Spieler und ein guter Junge.“ – Rüdiger Rehm

Doch im Hier und Heute hat der 17-jährige Außenbahnspieler in Bad Gögging einen positiven Eindruck hinterlassen. Cheftrainer Rüdiger Rehm lobte: „Giona macht es klasse. Er ist ein guter Spieler und ein guter Junge.“


Trainingslager, Tag 7 – Bereits der Marcus Tullius Cicero sagte es im 1. Jahrhundert v. Chr.: „Männer sind wie Weine. Das Alter macht die schlechten sauer und verbessert die guten.“ Demnach ist Alf Mintzel ein besonders bekömmlicher Tropfen. Schließlich rast der mittlerweile 36-jährige Publikumsliebling des SV Wehen Wiesbaden noch immer die linke Seite rauf und runter – und startet in seine 9. Saison beim SVWW!

„Ich habe mich immer wohlgefühlt, daher gab es keinen Grund zum Wechseln.“ – Alf Mintzel

Als er 2010 von Sandhausen nach Wiesbaden wechselte, war Christian Wulff deutscher Bundespräsident, der 1. FC Kaiserslautern stieg in die Bundesliga auf und Lena Meyer-Landrut gewann den Eurovision Song Contest…

„In meinem Alter noch so leistungsfähig und Teil des Kaders zu sein, bedeutet mir schon sehr viel.“ – Alf Mintzel

Während nicht alle Genannten aus dem Jahr 2010 an ihre guten Tage anknüpfen konnten, folgten bei Alf Mintzel 250 Drittliga-Partien im SVWW-Trikot. Mit insgesamt 303 Einsätzen in der 3. Liga liegt der Blondschopf auf Rang 2 der Rekordspieler.


Trainingslager, Tag 6 – Katastrophe, Kampfeswille und Comeback

Mit diesen drei Worten ist die vergangene Saison für Jeremias Lorch beim SV Wehen Wiesbaden kurz und knapp beschrieben. Wegen einer langwierigen Meniskusverletzung, die sich der 22-jährige Mittefeldspieler direkt nach dem 1. Spieltag 2017/18 zugezogen hatte, folgte eine von Rückschlägen begleitete, mehrmonatige Leidenszeit.

„Das war eine Katastrophe, vor allem für den Kopf“, erinnert sich Jeremias Lorch im SVWW-Trainingslager im bayerischen Bad Gögging. Hier kann er wieder lachen. Denn: „Jetzt bin ich fit und gesund und möchte der Mannschaft helfen.“ – Jeremias Lorch

Der Weg zum Comeback, das Lorch am 36. Spieltag 2017/18 feierte, war hart. „Es war nicht immer einfach, positiv zu bleiben. Aber ich habe einen Job, der wunderbar ist und Spaß macht. Das gibt man nicht so einfach auf“, nennt der Defensivspieler entscheidende Gründe für seinen eisernen Kampfeswillen, der ihn zurück auf den Platz gebracht hat.

Kollektives Schwitzen

Auf dem Rasen in Bad Gögging, schuftet und schwitzt Jeremias Lorch gemeinsam mit seinen Kollegen für die neue Saison: „Wir haben bisher sehr intensiv und gut gearbeitet. Samstag kommt mit dem Testspiel gegen Zweitligist Regensburg ein erster wirklicher Gradmesser, dann kann man ein bisschen besser einordnen, ob man wirklich schon gewappnet ist für das erste Saisonspiel.“


Trainingslager, Tag 5 – Big Brother is watching you

In luftiger Höhe über dem Trainingsplatz wiegt die Kamera im Wind leicht hin und her. Am Ende des einige Meter hohen Gestänges zeichnet das sogenannte Highpod die Einheiten des SV Wehen Wiesbaden auf. Unten auf dem Rasen blicken Paul Fernie, Leiter der Scouting- & Analyse-Abteilung des SVWW, und Mitarbeiter Philipp Gründler auf das iPad. Sie bearbeiten die ersten Szenen, die sie später mit Cheftrainer Rüdiger Rehm besprechen und analysieren.

„Dang digitaler Trainingsüberwachung sehen wir in wiederholendem Rhythmus zehn bis 15 identische Szenen von einem Trainingsschwerpunkt.“ – Rüdiger Rehm, Chef-Coach

Die Digitalisierung in der Trainingsarbeit habe enorm an Bedeutung gewonnen und ist in der Analyse wichtig geworden. Wiesbadens Chef-Coach muss sich nicht in die technik einfinden. Das übernimmt sein Trainerteam. Die hauptamtlichen Scouts treffen eine Vorauswahl. „Sie zeigen mir die interessantesten Szenen, und wir entscheiden dann gemeinsam, welche Sequenzen wir davon später der Mannschaft präsentieren,“ so Rehm.

„Man sollte nicht alles komplett verwissenschaftlichen.“ – Rüdiger Rehm, Chef-Coach

Auch wenn die Digitalisierung nach oben kaum Grenzen kennt, sind die Bilder am Ende des Tages nur ergänzend. Die Videobilder reichen mir nach den Eindrücken, die wir sowieso vom Training haben. Diese Form der Analyse ist gut, aber man sollte es auch nicht übertreiben. Schließlich muss die analysierte Information am Ende auch beim Spieler auf dem Platz ankommen. „Grünes Licht“ wurde jetzt der Bundesliga und 2. Liga gegeben für den Einsatz von Headsets und Laptops auf der Bank, wie sie bei der WM in Russland zu sehen waren.

„Grundsätzlich kann es hilfreich sein, wenn man von oben einen Hinweis bekommt, worauf man achten sollte. Aber die Analyse während des Spiels halte ich für schwierig.“ – Rüdiger Rehm, Chef-Coach

Aus Rüdiger Rehms Sicht ist die digitale Analyse in der Spielvorbereitung ein wichtiges Faustpfand: „Wenn es beispielsweise eine taktische Veränderung beim Gegner gibt, müssen die Jungs wissen: Das können wir jetzt machen. Es geht aber nur, wenn wir es vorher bereits besprochen und trainiert haben. Im Training können wir unterschiedliche Situationen und Veränderungen simulieren, damit alle wissen, wenn das der Fall im Spiel ist, dann reagieren wir so! Um das zu erreichen, hilft uns die digitale Analyse der Trainingseinheiten auf jeden Fall.“


Trainingslager, Tag 4 – Über große Teile der Partie ließ die Mannschaft von Cheftrainer Rüdiger Rehm dem Viertligisten am Montag keine Chance. Vor der Pause trafen Moritz Kuhn (28.) und Dominik Martinovic (45.), nach dem Seitentausch legten Stephan Andrist (49.), Sebastian Mrowca (55.), Steven Ruprecht (56.) und Kofi Kyereh (82.) mit ihren Treffern nach. Sehr erfreulich: der 17-jährige U19-Spieler Giona Leibold feierte ab der 61. Minute sein Debüt im SVWW-Trikot bei den Profis und reihte sich mit einer guten Leistung nahtlos ein.

SVWW zeigt gute Standardsituationen

In der intensiven Startphase der Partie bedeutete das sehenswerte Freistoßtor aus 22 Metern von Kuhn (28.) den „Dosenöffner“ für den dominanten SVWW. Quasi mit dem Pausenpfiff drückte Martinovic nach einem schnellen Angriff die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie zum 2:0 (45.).

4 Tore in Halbzeit zwei

Zur zweiten Halbzeit brachte Rüdiger Rehm neun frische Kräfte, denen der FCP in den ersten 15 Minuten nach Wiederanpfiff nichts entgegenzusetzen hatte. Nach einem schönen Steilpass von Sören Reddemann bediente Kyereh Andrist mustergültig: 3:0 (49.). Nach zwei Ecken innerhalb von 120 Sekunden trafen erst Mrowca per Fernschuss (55.) und dann Ruprecht per Kopf (56.). Kurz vor dem Abpfiff besorgte Kyereh nach feiner Vorarbeit von Reddemann und Andrist mit seinem Tor den 6:0-Endstand (82.).

SVWW-Mannschafts-Aufstelleung

#SVWW 1. Hz: Watkowiak – Kuhn, Mockenhaupt, Modica, Wachs – Martinovic, Schönfeld, Mrowca, Schwadorf – Guder, Brandstetter.

#SVWW 2. Hz: Watkowiak (61. Albrecht) – Mrowca (61. Leibold), Ruprecht, Reddemann, Mintzel – Shipnoski, Lorch, Dams, Andrist – Schäffler, Kyereh.


Trainingslager, Tag 3 – „Fühle mich im Zentrum des Spiels am wohlsten“

Die Fahrt in das SVWW-Sommertrainingslager nach Bad Gögging ist für Patrick Schönfeld auch eine Reise in die eigene Geschichte. Kommt man doch auf dem Weg in den niederbayerischen Kurort, wo sich der SV Wehen Wiesbaden auf die neue Drittliga-Saison vorbereitet, an Schönfelds Geburtsstadt Nürnberg vorbei. Ebenso liegt Erlangen auf dieser Strecke, von wo aus der Wiesbadener Neuzugang 2009 zum damaligen Zweitligisten SC Rot-Weiß Oberhausen gewechselt ist. 149 Zweit- und 68 Drittligaspiele für RWO, Bielefeld, Aue und Braunschweig später schwingt der 29-Jährige nun beim SVWW im zentralen Mittelfeld das Zepter.

Vom Sturm in die Abwehr

Dabei war Schönfeld zu Beginn seiner Karriere noch Stürmer. Mittlerweile ist „Patsche“ nach hinten gerückt. Denn: „Im Zentrum des Spiels, wo man viel Kontakt mit dem Ball hat, fühle ich mich am wohlsten.“ Wohlfühlen ist für den Franken ein wichtiger Faktor: „Die ersten Eindrücke beim SVWW sind positiv, die Truppe ist absolut in Ordnung.“


Trainingslager, Tag 2 – „Teamspirit wie noch nirgendwo“

Langweilig wird es Giuliano Modica in nächster Zeit garantiert nicht. Steht doch nach dem Trainingslager des SV Wehen Wiesbaden im bayerischen Bad Gögging, das noch bis einschließlich nächsten Samstag dauert, der private Umzug in das neue Heim in Frankfurt auf dem Plan. „Darauf freue ich mich schon sehr“, strahlt 27-jährige Abwehr-Neuzugang.

Toller Teamspirit

Freudestrahlend und lachend sieht man Modica sowieso oft in diesen Tagen. Und das aus gutem Grund. Diesen Teamspirit, den die Mannschaft hätte, hatte Modica bisher noch nirgendwo. „Das freut mich umso mehr, weil ich ihn vermisst habe in der einen oder anderen Mannschaft. Darauf können wir viel aufbauen.“

Immer besser

Aufbauen musste der in Argentinien geborene und im Alter von zwölf Jahren nach Deutschland ausgewanderte Abwehrspieler auch einiges in den ersten Wochen seit dem Vorbereitungsstart: „Am Anfang hatte ich die ein oder andere Schwierigkeit. Es ist eine ganz andere Art und Weise, wie der Trainer Fußball spielen möchte, da muss man sich auch erstmal daran gewöhnen. Jetzt merke ich, dass ich von Training zu Training immer besser reinkomme.“


Trainingslager, Tag 1 – Das kleine Handbuch Bayrisch  für Fortgeschrittene hat Trainer Rüdiger Rehm nicht mit auf die Reise genommen. Die Leute in Bad Gögging verstehen seine Spieler und er auch so. Schließlich sind die Grußformeln Griaß Gott und servus mitanand schon bis nach Wiesbaden vorgedrungen. Außerdem sind die Profis des SVWW nicht zum ersten Mal in Niederbayern an der Donau zu Gast.

Marc Aurel Spa & Golf Resort

Mit großer Gastfreundlichkeit und Wiedersehensfreude wurde der SVWW-Tross von den Mitarbeitern des Marc Aurel Spa & Golf Resort begrüßt. „Hier finden wir optimale Bedingungen in Bezug auf die Trainingsplätze sowie Verpflegung und Unterkunft. Daher sind wir sehr gerne wieder hier“, so SVWW-Sportdirektor Christian Hock.

Ohne zwei, mit einem

Verzichten muss SVWW-Cheftrainer Rüdiger Rehm in Bad Gögging auf die verletzten Max Dittgen (Reha nach OP) und Stefan Lorenz (muskuläre Probleme). Mitgefahren ist stattdessen U19-Nachwuchsspieler Giona Leibold.

Über Bad Gögging

Ob Sightseeing oder Wellness. Der Ortsteil Bad Gögging von Neustadt an der Donau bieten seinen Besuchern viel. So basiert der neben dem Kurbetrieb florierende Tourismus  auf Wellness-Konzepte in Verknüpfung mit der antiken Tradition.

Es wird vermutet, dass bereits die Kelten, die in den letzten 500 Jahren vorchristlicher Zeit die Gegend besiedelten, die Quellen Bad Göggings kannten und nutzten. Nachweislich genutzt wurden die Schwefelquellen des heutigen Kurorts Bad Gögging von den Römern. Nicht bewiesen, jedoch wahrscheinlich ist es, dass sie schon zur Zeit von Kaiser Titus um 80 bekannt waren, als die Cohors IIII Gallorum(„4. Gallierkohorte“) zur Sicherung der Donaulinie das KastellAbusina errichtete. (Wikipedia)

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