Zahlreiche Frauen standen auf und tanzten am Valentinstag um lebensfroh, ausdrucksstark, friedlich und solidarisch mit der Aktion One Billion Rising gegen die Gewalt gegen Frauen zu demonstrierten.´

Wegen vorgeblicher Werbung für den Abbruch von Schwangerschaften auf der Internetseite ihrer gynäkologischen Praxis und damit eines Verstoßes gegen den umstrittenen Abtreibungsparagrafen 219a war die Gießener Frauenärztin Kristina Hänel angezeigt und verurteilt worden. Gerne hat sie die Schirmherrschaft für die Aktion  One Billion Rising in Wiesbaden übernommen – konnte aber wegen einer Terminüberschneidung leider nicht persönlich vor Ort sein. Mit ihrem Grußwort war sie dennoch vertreten und sagte, dass gerade Betroffene von Gewalttaten auch die Chance auf Informationen zu Abtreibungen bekommen müssen. 

„Erst wenn die Taten ans Licht kommen, wenn Verbrechen benannt werden, kann Heilung geschehen. Wer tatenlos zuschaut, stellt sich auf die Seite der Täter. Wer aufschreit, wenn Unrecht geschieht, auf die Seite der Opfer. Darum ist dieser große internationale Aufschrei, diese Bewegung, die entstanden ist und sich nicht mehr versteckt, so wichtig. Es geht um unsere Würde, um unsere Gesundheit, um unser Leben.“ – Dr. Kristina Hänel, vorgetragen von Irina Wascheck.

Ein besonderer Moment war, als Nina Fuchs, die extra aus München anreiste, aufgetreten ist. Es gab die eine Nacht, die ihr Leben änderte. Nach einem Clubbesuch in München sind ihre ersten Erinnerungen daran, wie sie in einem Park liegt und vergewaltigt wird. Seit Jahren kämpft sie dafür, ein bisschen Gerechtigkeit zurückzubekommen und hofft auf eine Verurteilung des Täters. Beeindruckend und bewegend zugleich schilderte sie, was ihr widerfahren ist und zeigte auch, dass Aufgeben für sie keine Option ist. Sie will einen Verein gründen, hat eine Petition gestartet um sich zukünftig für Betroffene, aber auch Prävention einzusetzen.

„Von Gewalt betroffene Frauen haben häufig nicht die gleichen Chancen in der Berufswelt zu bestehen. Dabei ist ein routinierter Tagesablauf, beruflicher Erfolg und vor allem die finanzielle Unabhängigkeit von großer Bedeutung. – Dr. Kristina Hänel, vorgetragen von Irina Wascheck.

 Gleich mehrere Neuheiten sorgten für viel Abwechslung. Erstmalig traten mehrere Chöre auf. Der Wiesbadener Chor Cantanti d’Alma unter der Leitung von Alma De Lon bediente sich am Repertoire der Beatles und sang With a little help from my friends und You’ve got a friend, da es so wichtig ist, nach erfahrener Gewalt nicht alleine zu sein. Die extra angereiste Chorgemeinschaft Hattersheim unter der Leitung von Hanna Serr erinnerte an das besondere Datum der Veranstaltung und sang den großen Hit Für mich soll’s rote Rosen regnen und den kraftvollen Song Hit the road, Jack. Da Musik bekanntlich über Grenzen hinweg verbindet, sangen beide Chöre noch gemeinsam You raise me up und sorgten mit diesem musikalischen Appell auf dem Bahnhofsvorplatz für Gänsehautstimmung. Wie im vergangenem Jahr gab es auch wieder den Flashmob zu Break the Chain …– in diesem Jahr zusammen mit der Tanzgruppe TG Marinas unter der Leitung von Sarah Brühl und Niuscha Plikat.

„Die Veranstaltung ist kraftvoll und lebensbejahend.“ – Saskia Veit-Prang, Kommunale Frauenbeauftragte der Stadt Wiesbaden.

One Billion Rising wird organisiert von engagierte Frauen aus Wiesbaden und Umgebung, der AIDS-Hilfe Wiesbaden e.V., Berufswege für Frauen e.V., Frauen helfen Frauen e.V., dem Frauenhaus Nurdan-Eker und Beratungsstelle für Frauen der Arbeiterwohlfahrt, dem Haus für Frauen in Not des Diakonischen Werks Wiesbaden Kreisverband Wiesbaden e.V. , der Kommunale Frauenbeauftragten der Landeshauptstadt Wiesbaden, der Gleichstellungsstelle der Nassauischen Sparkasse Wiesbaden, Wildwasser Wiesbaden e.V. und dem Arbeitskreis Hilfe statt Gewalt. (Bild: Wildwasser Wiesbaden e. V.)

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Die offizielle Internetseite zum Aktionstag One Billion Riesing finden Sie unter www.wiesbaden.de.

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