Der Nikolaus kommt. Viele stellen am Donnerstagabend, 5. Dezember, einen Stiefel raus – und am nächsten Morgen ist er voll mit Süßigkeiten. Die Besucher der Wiesbadener Tafel ebenso.

Die Studierenden-Initiative Fresenius Stadtliebe hat im Rahmen der Wirtschaftsethik-Vorlesung Nikolausgeschenke für die Wiesbadener Tafel gesammelt. Rund zwei Wochen haben Menschen im Haus an der Marktkirche, in der Ringkirche und der Fresenius-Hochschule vor allem für bedürftige Kinder gespendet. Die Studierenden sind überwältigt von der großen Spendenbereitschaft der Menschen: Riesige Körbe mit Süßigkeiten, Lebkuchen, Plätzchen, Schokonikoläusen, Spielzeug und Kuscheltieren sind zusammengekommen.

„Damit haben wir nicht gerechnet. Die Aktion lief anfangs schleppend an. Dass sich jetzt doch so viele Leute beteiligt haben – das freut uns sehr.“ – Studentin Franziska Jost.

Nicole Nestler vom Evangelischen Dekanat Wiesbaden hat die Aktion mit der Sammelstelle im Haus an der Marktkirche unterstützt: Im Dekanat hätten sogar Kinder ganze Paletten mit Schokonikoläusen abgegeben. Die Süßigkeiten und Geschenke werden jetzt an die Tafel weitergegeben, damit sie zur Ausgabe am Donnerstag, 5. Dezember, – ein Tag vor Nikolaus – bereit stehen – und sich am Niokolausmorgen noch mehr Kinderherzen öffnen.

Der Niokolausstgiefel

Früchte wie Orangen, Mandarinen oder Äpfel sowie verschiedene Nussorten, Plätzchen, Lebkuchen und Schokolade sollten im Nikolausstiefel nicht fehlen. Wer mag, kann zur Deko ein paar graue Haare dazu legen – auch duftende Tannenzweige eignen sich gut zur Verzierung. Schon lange ist es aber ächzt mehr nur süßes, was am 6. Dezember verschenkt wird. Für Leseratten gibt es viele schöne Bücher. Auch ein kleines Spiel kommt immer gut an? Kleine Taschenbücher passen in viele Stiefel, größere Bücher kommen in den Nikolaussack.

Nikolaus als Geschenkebringer

Nikolaus ist mit vielen Bräuchen verbunden. Der Einlegebrauch, das nächtliche Füllen der Schuhe oder Ähnliches, geht auf die Legende von den drei Jungfrauen, die nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden, zurück. Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung. In einigen Ländern ist er das auch heute noch. Erst infolge der Ablehnung der Heiligenverehrung durch die Reformation wurde die Bescherung in vielen Ländern auf Weihnachten verlegt, und infolgedessen wurde Nikolaus als Gabenbringer mancherorts vom Christkind abgelöst. Durch dieses wechselseitige Verhältnis hat sich im 19. Jahrhundert das US-amerikanische Brauchtum um den Weihnachtsmann Santa Claus entwickelt.

In mittelalterlichen Klosterschulen gab es den Brauch, dass die Kinder sich am Nikolaustag einen Kinderbischof aus ihren Reihen wählen durften. Nach dem Prinzip der „verkehrten Welt“ predigte er den Erwachsenen und durfte ihr Verhalten tadeln. An einigen Orten blieb er bis zum 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder, im „Amt“.

Schiffchensetzen nennt man den seit dem 15. Jahrhundert bekannten Brauch, aus Papier oder anderem Material Nikolausschiffe zu basteln, in die der Heilige seine Gaben legen soll. Hintergrund für diesen Brauch dürfte das Schifferpatronat sein. Auch heute noch befindet sich auf vielen Handelsschiffen ein Bildnis des heiligen Nikolaus. Das Nikolausschiffchen wurde später durch Stiefel, Schuh oder Strumpf abgelöst, zu denen später noch der Gabenteller kam. Kinder stellen am Vorabend des Nikolaustages Schuhe, Stiefel oder Teller vor die Tür oder hängen Strümpfe vor den Kamin, damit der Heilige sie auf seinem Weg durch die Nacht mit Nüssen, Mandarinen, Schokolade, Lebkuchen usw. füllen kann. Außerdem gibt es morgens oft ein aus Hefeteig gebackenes Gebildbrot.

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Die offizielle Internetseite vom Dekanat Wiesbaden finden Sie unter www.dekanat-wiesbaden.de.

 

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