Armut ist nicht nur materiell. Armut führt zu sozialkultureller Verarmung. Sie beschneidet Menschen und schränkt Handlungsmöglichkeiten ein. Kulturelles Leben findet nicht statt.

Geringes Einkommen, soziale Stigmatisierung und Unkenntnis der Angebote sind die Hauptursachen für den Nicht-Besuch von Kulturveranstaltungen. Das Projekt Kultur Mittendirn des Paritätischen Hessen möchte das ändern. Dabei sollen Menschen mit geringem Einkommen Zugang zu Kunst und Kultur finden. Los geht es am Donnerstag, 27. August,  in der Caligari Filmbühne. In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Wiesbaden wird der dänische Familienfilm Mina und die Traumzauberer gezeigt. Wegen Corona ist eine Anmeldung mit vollständigen Kontaktdaten per E-Mail an kulturmittendrin@paritaet-hessen.org zwingend notwendig.

Wiesbaden ist im Hinblick auf die Einkommensverhältnisse eine geteilte Stadt. Jedes fünfte Kind ist von Armut bedroht und lebt in prekären Verhältnissen.“ – Heike Lange, Regionalgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hessen in Wiesbaden

Es ist ein Start in ungewissen Zeiten: Schließlich stellt die Corona-Pandemie nicht nur die Kulturbranche vor ungeahnte Herausforderungen. Es ist auch abzusehen, dass durch die Krise die Armut weiter steigen und die soziale Ungleichheit zunehmen wird. Wir alle hoffen, dass es bald wieder volle Zuschauerräume gibt und Kultur wieder selbstverständlich zu unserem täglichen Leben dazugehört, sagt Heike Lange, Regionalgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hessen in Wiesbaden. Sie leitet das Projekt Kultur Mittendrin gemeinsam mit dem Kulturmanager und ehemaligen Leiter des Jungen Staatstheaters, Stefan Schletter. Für die meisten wird diese Normalität zurückkehren, da sind wir uns sicher. Auch wenn noch unklar ist, wann. Für viele unserer Mitbürger war allerdings der Besuch von kulturellen Veranstaltungen niemals Normalität.

„Die Lebenswelten der Bewohner in den Stadtteilen Schelmengraben und Sonnenberg könnten unterschiedlicher nicht sein.“ – Heike Lange, Regionalgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hessen in Wiesbaden

Hintergrund. Das Projekt Kultur Mittendrin ist hervorgegangen aus dem Projekt Mittendrin Kultur entdecken. Die Regionalgeschäftsstelle Wiesbaden des Paritätischen Hessen und Vertreterinnen und Vertretern seiner Mitgliedsorganisationen hatte dieses bereits 2011 aus Anlass des europäischen Jahrs gegen Armut und Ausgrenzung gestartet. Das Freikarten-Projekt lief bis 2018 sieben Jahre lang für sechs Wochen im Sommer. Im Rahmen des neuen Projekts Kultur Mittendrin wird das bisher zeitlich begrenzte Angebot auf das ganze Jahr ausgeweitet. Es vernetzt soziale und kulturelle Akteure in Wiesbaden und ermöglicht nachhaltige Kooperation an der Schnittstelle von Sozialem, Kultur und Bildung. Es soll ein Netzwerk entstehen, das Kulturschaffende mit Trägern sozialer Einrichtungen, Stadtteilarbeit, Jugendarbeit und anderen Akteuren verbindet und ihnen hilft, gemeinsame Projekte zu entwickeln und durchzuführen.

Neue Homepage

Aufmerksamkeit schaffen, aufmerksam werden. Unter www.kultur-mittendrin-wiesbaden.de informiert eine neu gestaltete Homepage ab Mittwoch, 26. August, über eine Vielzahl passender Angebote. Kulturinteressierte Menschen mit geringem Einkommen finden dort passende Veranstaltungen aus dem kulturellen Leben Wiesbadens. Veranstalter stellen dafür Freikarten zur Verfügung, die über das Projekt vermittelt werden. Ermöglicht wird das Projekt durch die Unterstützung des städtischen Kulturamtes.

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Die offizielle Internetseite des Projektes Kultur Mittendrin finden Sie unter www.kultur-mittendrin-wiesbaden.de.

 

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