Kinder mischen mit: Das Kinderparlament hat in das über Schulwege, Tempo 30 und Eispreise debatiert.
Es war Dienstag, es war Sitzungstag – und diesmal saßen nicht nur Erwachsene am Tisch. Beim Kinderparlament in Kastel griffen junge Delegierte selbst zum Wort, diskutierten, wogen ab und stimmten ab. Wer hier sprach, wollte nicht üben, sondern mitgestalten.
Schon vor Beginn der Sitzung tauschten sich die Kinder mit Mitgliedern des Ortsbeirats aus. Namen fielen, Fragen flogen durch den Raum, erste Ideen nahmen Form an. Ortsvorsteherin Christa Gabriel begrüßte die Runde und stellte eine einfache Frage: Warum kandidiert man eigentlich? Die Antwort kam prompt: „Wir möchten mitentscheiden.“
Ideen, die den Alltag veränderten
Dann begann die eigentliche Sitzung. Die Vorsitzende Nina van den Berg eröffnete – und sofort wurde gesammelt, notiert, diskutiert. Ein Aktionstag stand an, eingebettet in das Programm der World Design Capital Region Frankfurt/RheinMain 2026. Die Kinder dachten groß, aber auch ganz praktisch.
Im Mittelpunkt der Sitzung standen die ersten Anträge aus den drei Grundschulen des Stadtteils sowie aus dem Kinder- und Jugendzentrum an der Reduit. Mit kreativen Plakatpräsentationen warben die Kinder engagiert für ihre Ideen. Die Krautgartenschule setzte sich für eine Befestigung des Schulwegs zur Mensa ein. Schüler der Gustav-Stresemann-Schule wünschen sich einen öffentlichen Trinkbrunnen am Rheinufer. Die Vertreter der Bertha-von-Suttner-Schule fordern eine Tempo-30-Zone im Schulumfeld, um die Verkehrssicherheit zu verbessern.
Große Zustimmung fanden auch die Vorschläge des Kinder- und Jugendzentrums an der Reduit: günstiges Eis für Kinder in den Sommermonaten sowie zusätzliche Spielgeräte auf dem Messerschmitt-Gelände. Alle eingereichten Anträge wurden mehrheitlich beschlossen und werden nun an den Ortsbeirat weitergeleitet.
Politik begann im Kleinen
Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher zog ein Fazit, das hängen blieb: Die Perspektive der Kinder bereichere die Stadtentwicklung. Und vielleicht liegt genau darin die Pointe dieses Nachmittags: Während Erwachsene oft lange rden, entscheiden Kinder erstaunlich direkt. Manchmal braucht es eben keinen dicken Aktenordner – sondern nur den Mut, die Hand zu heben.
Archivfoto – Fragerunde im Kinderparlament ©2026 Volker Watschounek / Wiesbaden lebt!
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