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Sportlerehrung im Rathaus Wiesbaden. In der ersten Reihe mit die Cheerleader der Wiesbadener Phantoms

Wiesbaden feiert seine Sporthelden im Rathaus

Medaillen, Weltmeistertitel und jahrzehntelanges Ehrenamt: Bei der Sportlerehrung im Rathaus Wiesbaden würdigte die Landeshauptstadt ihre erfolgreichsten Athletinnen und Athleten sowie Menschen, die den Sport seit Jahrzehnten prägen. Im Mittelpunkt standen Leistung, Gemeinschaft und die Kraft des Sports.

Volker Watschounek 1 Monat vor 0

Bei der Sportlerehrung im Rathaus Wiesbaden standen Spitzenleistungen, Ehrenamt und die Vielfalt des Sports im Mittelpunkt.

Der Innenhof im Rathaus wurde am Montagabend zur Bühne für Wiesbadens sportliche Aushängeschilder . Bei der traditionellen Sportlerehrung würdigten Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Thomas Schwarze, stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher, für die Landeshauptstadt Wiesbaden erfolgreiche Athletinnen und Athleten ebenso wie jene Menschen, die oft im Hintergrund wirken und ohne deren Einsatz viele sportliche Erfolge kaum möglich wären.

Weit mehr als 100 Sportler aus den unterschiedlichsten Vereinen Disziplinen kamen zusammen, um ihre Auszeichnungen entgegenzunehmen. Die Spannweite reichte von Leichtathletik und Schwimmen über Volleyball, Judo und Eiskunstlauf bis hin zu Cheerleading, Wurfscheibenschießen oder Bankdürcken. Damit spiegelte der Abend auch eindrucksvoll die Vielfalt der Wiesbadener Vereinslandschaft wider.

Humorvoller Auftakt

Bereits die Begrüßung zeigte, dass die Veranstaltung weit mehr sein wollte als eine reine Preisverleihung. Mit einem Augenzwinkern berichtete Sportamtsleiter Karsten Schütze, von seiner Nervosität vor dem Protokoll. „Ich habe mir gesagt, ich mache das mal nach trainingswissenschaftlichen Methoden. Ich habe mir also eine Pulsuhr angelegt.“ Blckt auf die Uhr. „130 Schläge pro Minute. Das ist in meinem Alter ganz gut zur Förderung der Grundlagenausdauer und auch gut für den Fettstoffwechsel,“ scherzte er. Die Länge der Begrüßung hätte er mit einer Stoppuhr gemessen. Unter 300 Sekunden müsste er. Die lockere Atmosphäre zog sich durch den Abend und sorgte dafür, dass die Ehrungen trotz des umfangreichen Programms lebendig blieben.

Vor den Ehrungen ging es für Schütze dann erst einmal in den Ring. Sein Sparingspartner Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. Ohne Trainigsplan und sportwissenschaftliche Unterstützung stellte er den Sport als verbindende Kraft in den Mittelpunkt. Besonders freute er sich über den Zuschlag für die Special Olympics Landesspiele 2029. „Sport hat eine ganz starke integrative Kraft“, sagte Mende und bezeichnete die Austragung der Spiele als Herzensangelegenheit. Die Veranstaltung werde ein wichtiges Signal für Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen.

Auch die Entwicklung der Wiesbadener Sportinfrastruktur spielte im Gespräch eine wichtige Rolle. Mende verwies auf den entstehenden Sportpark Rheinhöhe, dessen Baufortschritt inzwischen täglich sichtbar sei. Das Großprojekt mit einem Investitionsvolumen von rund 153 Millionen Euro werde die Sportlandschaft der Stadt nachhaltig verändern. Ebenso begrüßte er die Fördermittel für die Modernisierung des Helmut-Schön-Sportparks, wo insbesondere die Leichtathletikanlagen erneuert werden sollen.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende steht Karsten Schütze Rede und Antwort. ©2026 Volker Watschounek

Zum Abschluss richtete sich der Blick auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft. Dabei schlug Mende den Bogen von der großen Sportbühne zur Gesellschaft insgesamt. Sport sei ein Vorbild für Fairness, Respekt und Teamgeist – Werte, die auch außerhalb des Spielfelds gebraucht würden. Mit einem Augenzwinkern verwies er auf die in Portugal verwendete „Weiße Karte“, die für besonders faires Verhalten vergeben wird. Eine solche Karte, so Mende, würde er sich manchmal auch in der Politik wünschen.

„Man muss sich an Regeln halten, man muss fair spielen, man muss auch mal rempeln können. Aber danach muss es weitergehen“, sagte der Oberbürgermeister. Gerade in gesellschaftlich angespannten Zeiten könne der Sport zeigen, wie Menschen trotz unterschiedlicher Interessen respektvoll miteinander umgehen. Die Fußball-Weltmeisterschaft sei deshalb nicht nur ein sportliches Großereignis, sondern auch eine Gelegenheit, diese Werte sichtbar zu machen.

Drei Persönlichkeiten erhalten die Sportplakette

Zu den Höhepunkten des Abends gehörte die Verleihung der Sportplakette der Landeshauptstadt Wiesbaden für besondere Verdienste um den Sport. Mit ihr würdigt die Stadt Menschen, deren Engagement weit über das übliche Maß hinausgeht und die den Sport über Jahrzehnte hinweg geprägt haben.

Mit Günter Jung vom Turnverein Waldstraße ehrte Wiesbaden einen Mann, der für viele junge Leichtathleten weit mehr als nur Trainer war. Seit 1988 steht er auf dem Sportplatz, erstellt individuelle Trainingspläne, organisiert Wettkämpfe, begleitet seine Schützlinge an Wochenenden quer durch Deutschland und kümmert sich sogar um den vereinseigenen Bus. Was einst mit einer kleinen Laufgruppe begann, entwickelte sich unter seiner Leitung zu einer erfolgreichen Leichtathletikabteilung,

Nicht minder beeindruckend ist die Bilanz von Jürgen Maurer vom Turn- und Sportverein Rambach. Seit Jahrzehnten engagiert er sich als Kampfrichter, Schiedsrichter, Sportabzeichen-Prüfer, Ausbilder und Vereinsfunktionär. Ob bei Turnfesten, Leichtathletikveranstaltungen oder der Ausbildung neuer Kampfrichter – Maurer gehört zu jenen Menschen, ohne die der organisierte Sport kaum funktionieren würde. Darüber hinaus war er über viele Jahre als Rettungssanitäter tätig und bildete Tausende Menschen in Erster Hilfe aus.

Mit großem Applaus wurde schließlich Jörg Wintermeyer von der Spielvereinigung Sonnenberg geehrt. Seine Geschichte ist eng mit dem Wiesbadener Fußball verbunden. Bereits sein Großvater und sein Vater engagierten sich im Verein, bevor auch er Verantwortung übernahm. Seit mehr als fünf Jahrzehnten ist Wintermeyer Mitglied der Spielvereinigung Sonnenberg. Besonders eng ist sein Name mit dem Wiesbadener Liliencup verbunden, den er über Jahre hinweg zu einem weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Jugendfußballturnier entwickelte. Darüber hinaus engagiert er sich in der Wiesbadener Sportförderung und gestaltet Projekte wie den 25-Stunden-Lauf mit.

Die drei Geehrten repräsentieren unterschiedliche Sportarten und Lebenswege. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Leidenschaft für den Sport und die Bereitschaft, über Jahrzehnte Verantwortung für andere zu übernehmen. Genau dafür erhielten sie an diesem Abend den lang anhaltenden Applaus des Publikums.

Von Weltmeisterschaften bis Deutsche Meisterschaften

Auf der Bühne standen anschließend weit über hundert erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler. Geehrt wurden unter anderem Deutsche Meister, Europameisterschaftsteilnehmer, Weltmeisterschafts-Medaillengewinner Olympia-Teilnehmer und internationale Spitzenathleten.

Besonderen Applaus erhielten die Cheerleader der Wiesbaden Phantoms für ihren Vize-Weltmeistertitel in Japan. Ebenso wurden erfolgreiche Judoka, Schwimmer, Leichtathleten, Volleyballerinnen des VC Wiesbaden sowie zahlreiche Nachwuchstalente ausgezeichnet.

Zwischen den Ehrungsblöcken sorgte das Wiesbadener Cello-Duo mit Elias Hauth und Leo Stoll für musikalische Akzente. Während einer kurzen Pause stärkten sich die Gäste an dem Foodtruck mit Bratwurst und Kartoffel-Wedges.

Traditionelles Bild aus dem ersten Stock. ©2026 Volker. Watschounek

Dank an die Menschen hinter den Kulissen

Zum Abschluss richtete Oberbürgermeister Mende den Blick auf diejenigen, die selten im Rampenlicht stehen. Trainerinnen und Trainer, Vereinsvorstände, Kampfrichter, Helfer und Familien würden einen entscheidenden Beitrag leisten. „Ihr seid Vorbilder für den Sport, ihr seid Aushängeschilder für Wiesbaden“, sagte Mende an die Geehrten gerichtet.

So endete die Sportlerehrung nicht nur als Feier sportlicher Erfolge, sondern auch als Anerkennung für das Ehrenamt und die Gemeinschaft, die den Sport in Wiesbaden tragen. Der lang anhaltende Applaus machte deutlich: Die Stadt ist stolz auf ihre Sportler – und auf die Menschen, die hinter ihren Erfolgen stehen.

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Foto – Sportlerehrung im Innenhof @2026 Volker Watschounek

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