Lage, Schnitt, Ausstattungsmerkmale geben den Preis vor und die Preisspanne ist riesig. Bei Neuverträgen werden in Wiesbaden in 1A-Lagen für Büromieten und Ladenmieten Preise bis 130 Euro je qm aufgerufen. 

Büroflächen in der hessischen Landeshauptstadt sind begehrt. Das spiegelt sich auch in den Büromieten wieder: So lag die Preisspanne bei neu abgeschlossenen Verträgen in den vergangenen zwölf Monaten bei der Büromiete zwischen 5 und 18 Euro je Quadratmeter. 2018 waren es noch zwischen 4 und 15 Euro. Das zeigt die nun veröffentlichte Gewerbemietpreisübersicht 2019 des IHK-Forums Rhein-Main: Unter www.gewerbemieten-frm.de bietet sie einen Überblick über Mietpreise für Büros, Einzelhandels- und Lagerflächen in der Metropolregion FrankfurtRheinMain.

„Bei den Preisen zeigt sich, dass es in Wiesbaden besonders bei den Büroflächen viel Bewegung gibt. „So sind einige Büro-Neubauten hinzugekommen, bei denen die Mietpreise in der Regel höher sind als bei Bestandsimmobilien. Allerdings bleiben auch diese nicht lange am Markt.“ – Dr. Florian Steidl, Leiter Wirtschaftspolitik bei der IHK Wiesbaden

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Einzelhandelsflächen im Wiesbadener Stadtgebiet: So bleibt das Mietniveau bei den 1A-Ladenflächen hoch. Die Preisspanne ist allerdings deutlich größer als bei den Büros: Die Quadratmeterpreise für die Miete von Einzelhandelsflächen lagen bei den neu abgeschlossenen Verträgen der vergangenen zwölf Monate zwischen 10 und 130 Euro. Günstiger ist es in der B-Lage: Hier werden 6 bis 60 Euro aufgerufen. In der A-Lage war die Spitzenmiete bei neu vermieteten Einzelhandelsflächen im Vergleich zum Vorjahr 10 Euro pro Quadratmeter niedriger, in der B-Lage 20 Euro.

„Insgesamt ist keine Entspannung bei den Konditionen für neuvermietete Läden und Büros in Sicht.“ – Dr. Florian Steidl, Leiter Wirtschaftspolitik bei der IHK Wiesbaden

Die Mietpreise reflektieren die Marktsituation – knappes Angebot bei hoher Nachfrage. Hier zeigt sich auch, dass die Wirtschaftsregion Wiesbaden ein beliebter Unternehmensstandort ist. Demnach beträgt die Mindestmiete in 1A-Lagen der Wiesbadener Innenstadt 20 Euro, in der Spitze 130 Euro pro Quadratmeter, in der Randlage 10 bis 40 Euro und in den Stadtteilen zwischen 10 und 30 Euro. Im Rheingau-Taunus-Kreis liegen die Quadratmeterpreise für Ladenflächen zwischen 4 und 30 Euro, für Büroflächen zwischen 4 bis 11,50 Euro. Hallen, Lager- und Produktionsflächen sind im Wirtschaftsraum Wiesbaden für 2 bis 9 Euro pro Quadratmeter zu haben.

„Um die Marktsituation zu entspannen, werden vor allem mehr Büroflächen benötigt und dafür werden geeignete Flächen gebraucht. Doch auch die sind knapp und die Konkurrenz zu Wohnbauflächen groß.“ – Dr. Florian Steidl, Leiter Wirtschaftspolitik bei der IHK Wiesbaden

Die IHK-Gewerbemietpreisübersicht bietet Unternehmern, Investoren und Gründern eine erste Orientierungshilfe, um die Preise von gewerblich genutzten Immobilien je nach Standort, Art und Größe besser einordnen zu können. Für Standort- und Investitionsentscheidungen sind die gewerblichen Mietpreise ein wichtiges Kriterium, schließlich sind sie für viele Unternehmen ein bedeutender Kostenfaktor, sagt Steidl. Die hohe Zahl an Anfragen bei uns spiegelt das Interesse an unabhängigen Angaben zu Mietpreisen wider. Damit trage die IHK-Gewerbemietpreisübersicht zu einer größeren Markttransparenz bei und biete eine Orientierungshilfe beim Abschluss von Mietverträgen. Da die Miete für Gewerbeflächen und -räume frei verhandelbar ist, kann die IHK-Mietpreisübersicht nur eine Momentaufnahme des Gesamtmarktes zeigen.Im Einzelfall können die Gewerbemieten deutlich von den genannten Werten abweichen. Daher ist es ratsam, für eine exakte Mietpreisbestimmung einen Marktkenner einzubeziehen. Das kann ein öffentlich bestellter Sachverständiger sein oder ein Makler, rät Steidl. Schließlich müssen dabei auch objektspezifische Faktoren berücksichtigt werden: Konkrete Lage, Ausstattungsmerkmale, Flächenzuschnitt, Zugänglichkeit oder Größe und Gestaltung der Schaufensterfront haben einen Einfluss auf den Mietpreis. Diese Unterschiede können erklären, warum es auch innerhalb einer Lage deutliche Preisunterschiede geben kann, so Steidl.

Hintergrund

Die Mietpreisangaben basieren auf der Befragung von Gewerbemaklern und Sachverständigen zu neu abgeschlossenen Mietverträgen in den vergangenen zwölf Monaten. Ergänzt werden sie durch statistische Kennzahlen zu Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Kaufkraft, Einzelhandelszentralität und kommunalen Steuern. Seit der Veröffentlichung der Gewerbemietpreisübersicht im Jahr 2014 werden die Daten jährlich aktualisiert. Bild CC-BY-SA-20-Symbolbild-Flickr-Sebastian-Koeck

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