Die Idee ist so einfach. Mitarbeiten, vertrauen gewinnen, sich mit alltäglichen Situationen vertraut machen und qualifizieren: zum Einstieg in die Berufswelt.

Aylin denkt nach – wann hat sie eigentlich angefangen, sich für Computer zu interessieren? Rätsel lösen hat ihr immer Spaß gemacht, sie denkt sich gerne in komplexe Zusammenhänge ein, aber nie hätte sie sich eine Ausbildung im IT-Sektor zugetraut. Zu viel wird darüber gesprochen, dass dieser Bereich nur den Hochbegabten offensteht. Sie selber wollte nach einem ordentlichen Realschulabschluss noch ihr Abitur machen, doch ihre Gesundheit machte ihr einen Strich durch die Rechnung- sie scheiterte und kam im Oktober 2018 mit 20 Jahren zu den Joblingen. 

Als langjähriger Partner der JOBLINGE haben wir großes Vertrauen in die Organisation und glauben an den Erfolg des Projektes. Wir sind überzeugt davon, dass dieses Pilot-Projekt ein Gewinn für beide Seiten sein kann.“ – Peter Erlebach, Vorstandsvorsitzender des DG Verlags,

Heute sitzt Aylin in den Büroräumen der Joblinge an einem Laptop und programmiert eine Website, ihr eigenes digitales Arbeitsportfolio. Um sie herum sitzen drei junge Männer, die ebenfalls Teilnehmer der Pilotgruppe von Start IT sind und sich genau wie sie auf Ausbildungen im IT-Bereich vorbereiten: Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung, Fachinformatiker für Systemintegration und Informatikkaufmann. Sie alle waren Teilnehmer der gemeinnützigen Joblinge Initiative, die Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen über Qualifizierung und Praxiserfahrung beim Einstieg in das Berufsleben unterstützt. 

„Am Projektende haben vier jungen Menschen im Anschluss einen Ausbildungsplatz und wir vier neue Auszubildende. Getreu dem genossenschafltichen Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ werden unsere IT-Spezialisten als Paten mit Rat und Tat zur Seite stehen.“ – Peter Erlebach, Vorstandsvorsitzender des DG Verlags

Basierend auf den Start-Programmen der Chemischen Industrie wurde das Programm Start IT von Joblinge gemeinsam mit dem DG VERLAG in Wiesbaden entwickelt. In Angesicht des bereits heute akuten Fachkräftemangels in der IT-Branche soll es Jugendlichen mit schwierigen Startbedingungen eine Perspektive in der boomenden Welt der Technologie geben. 

Qualifikation on the job

Über sechs Monate arbeiten die Jugendlichen drei Tage wöchentlich in den unterschiedlichen IT-Abteilungen des DG VERLAGS mit und haben so die Chance sich in der Praxis für eine Ausbildung im Haus ab dem 01.09. zu qualifizieren. An zwei Tagen in der Woche finden sie sich in geschützter Atmosphäre bei Joblinge ein und experimentieren mit Code. Dabei dürfen sie alles, was sie theoretisch lernen, direkt in der Praxis umsetzen und werden dabei von Profis unterschiedlicher Digitaldisziplinen unterstützt. 

Mit Start IT wagen wir uns im Rahmen unserer Digitalinitiative „digital aufholen!“auf neues Terrain. Wir sind davon überzeugt, dass, gerade in Angesicht des Fachkraftmangels, niemand mehr auf unsere, vielleicht nicht unbedingt naheliegende Zielgruppe für den Sektor verzichten kann.“ – Christiane Schubert, Projektleiterin, Joblinge

Die Anforderungsprofile für die vier Pilotteilnehmer wurden gemeinsam vom DG VERLAG und Joblinge entwickelt, dabei spielten formale Kriterien kaum eine Rolle. Frei nach dem Motto from zero to hero sollen die Jugendlichen auf den Weg gebracht werden. Wichtig sind zunächst Neugierde und Teamfähigkeit in der Erarbeitung der neuen Materie. 

Der Lehransatz muss allerdings noch einmal überdacht werden. Es geht um praktisches kreatives Ausprobieren, flankiert von einem Moderator statt Frontalunterricht durch einen Lehrer. Ohne den großen Vertrauensvorschuss des DG VERLAG wäre dieses Projekt allerdings nicht möglich.“ – Christiane Schubert, Projektleiterin, Joblinge

Unterstützt vom Hessischen Sozialministerium sprechen die Joblinge mit dem Projekts „digital aufholen!“ benachteiligten Jugendliche an und ermöglichen ihnen sich innerhalb von „digital aufholen!“ für die digitale Arbeitswelt zu sensibilisieren und zu qualifizieren.

Erfolg zum greifen nah

Aylin hat mittlerweile Selbstvertrauen gewonnen und Großes vor – sie möchte in der IT-Welt Fuß fassen und mitgestalten, nicht nur konsumieren. Als angehende Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung könnte dies gelingen. 

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