Sinkende Umsätze, steigende Immobilienleerstände. Bei wachsenden Digitalmärkten sind Innenstädte auf dem Rückzug und einige längst in der Krise. Das gilt auch für Wiesbaden. Der Innenstadt-Gipfel zeigt Wege aus der Krise auf.

Die eingangs genannten Probleme sind nicht zu übersehen. Schauen Experten quer durchs Land, gibt es aber mutmachende Beispiele. Die Innenstadt von morgen ist keine uniforme, austauschbare Einkaufsmaschinerie, sondern ein Ort, an dem gewohnt, gearbeitet, eingekauft und gelebt wird – kurzum, die Stadt erlebbar ist.  Das sehen auch die Experten Innenstadtgipfel #RevivalCity so. In 15 Panels haben sie sich im Rahmen einer zweitägigen Konferenz ausgetauscht.

„Unsere Erwartungen sind weit übertroffen worden. Wir wollten nach der Pandemie einen Impuls setzen, jetzt die Lockdown-Lähmungen abschütteln und wieder Perspektiven und Horizonte für die Innenstädte eröffnen. Sie sind die Herzen unserer europäischen Stadtgesellschaften.“ – Bürgermeister Dr. Oliver Franz

Über einen Live-Stream haben 250 Gäste täglich republikweit die Expertenrunden verfolgt.  Wegen der pandemischen Situation waren vor Ort lediglich 50 Teilnehmende zugelassen – sodass am Ende rund 300 Personen die Berichte von Architekten und Handelsexperten sowie Kulturmanager in 15 Präsentationsrunden verfolgten.

„Es hilft keine Angststarre, keine Opferhaltung und kein Alarmismus, sondern wir haben eigentlich genug Ideen und auch die Köpfe, um die Herzen unserer europäischen Städte mit Sauerstoff zu versorgen.“ – Bürgermeister Dr. Oliver Franz

Die rund 60 Experten und Vor-Ort-Praktiker entzündeten an zwei Tagen ein Feuerwerk von guten Beispielen, die bereits in Städten wie Kopenhagen oder Linz, in Rotterdam oder Wiesbaden umgesetzt sind. Darüber hinaus entfesselten Fantasien für das, was auf die Städte mit der Digitalisierung von Handel, Dienstleistungen, Kultur und Verwaltungshandeln zukommen kann. Immer wieder wurde das Denken in Silos, in voneinander scharf abgegrenzten Zuständigkeiten als größtes Hindernis identifiziert. Zukunftsfähig sei dagegen ein konzertiertes Handeln, in dem die Akteure sich aufeinander einstimmen wie in einem Orchester.

„Die Veranstaltung kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Sie ergänzt unsere anderen Maßnahmen: die Arbeitsgruppe Innenstadt, den City-Manager, die Masterplan-Abstimmungen und gezielten Fördermaßnahmen.“ – Birgit Knetsch, Wirtschaftsförderin

Alle waren sich einig, dass die Pandemie ein Brandbeschleuniger für Entwicklungen ist, die sich ohnehin abzeichneten. Im letzten Panel am Freitag gibt es um die Rolle der Medien. Sie können eine zentrale Rolle spielen, wenn sich die Städte nicht mehr um das Auto, sondern um das Smartphone neu organisieren und die Journalisten ihre neuen Rollen annehmen.

„Wir haben ein Format gefunden, Menschen vor Ort und online zusammenzuführen, um Probleme zu besprechen, die alle betreffen. Nach dem Veranstaltungs- und Innenstadtgipfel sind weitere Themen zu Zukunftsthemen denkbar.“ – Bürgermeister Dr. Oliver Franz

Auch Martin Michel, Geschäftsführer von der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH war hochzufrieden: „Einfach ein gutes Gefühl, wieder Menschen dabei zu sehen, wie sie zusammenstehen und miteinander reden. Das hat uns die letzten Monate bitter gefehlt.“ Kommunikation sei das Lebenselexier, um Krisen zu bewältigen und neue Perspektive zu entwickeln. Wiesbaden als Kongress-Destination mit dem nagelneuen RheinMain CongressCenter bietet dafür alles, auch mediale Bedingungen.

Fazit

Wiesbadens Bürgermeister ist nach dem Kongress überrascht, wie viele Stadtmacher und Changemaker in der Stadt unterwegs seien und wie gut das Netzwerk in Wiesbaden funktioniere, wenn es darum gehe, schnell von anderen zu lernen. Dr. Oliver Franz rugft die Stadtgesellschaft auf, nach der Pandemie schneller zu werden. In der Stadt müssen andere Konzepte schnelle kooperiert werden und Ressourcen gehoben werden. Da sind vor allem die Menschen, die sich einmischen wollen, die teilhaben wollen, Erfahrungen und Engagement mitbringen. Die würden mehr Unterstützung von Ermöglichern in den Gremien benötigen, so Franz abschließend.

Foto oben ©2021 LH Wiesbaden

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