Vier Meter groß, goldglänzend und den Zeigefinger am ausgestreckten Arm in die Höhe gestreckt. So steht Präsident Erdogan auf dem Platz der Deutschen Einheit.

Seit Montagabend, 27. August, sorgt eine Kunstinstallation im Rahmen der Biennale Wiesbaden auf dem Platz der deutschen Einheit für Irritationen. Zu sehen sind eine Statue des türkischen Präsidenten Erdogan und ein beschrifteter Container.

„Eine Erdogan Statue aufzustellen ist keine Kunst, es ist ein Schlag ins Gesicht von jedem, der vor diesem Diktator nach Deutschland floh.“– Ali Utlu, Twitter

So provokant die Aktion ist, so berechnend sind ihre Macher dahinter. Der Antrag zum Aufstellen der Statue wurde nicht beim Ordnungsamt, sondern beim Kulturamt eingereicht. Dort ließen sich die Macher der Biennale das Aufstellen einer menschenähnlichen Statue auf dem Platz der deutschen Einheit genehmigen.

„Die Stadt ist überrumpelt.“ – Der Tagesspiegel

Der Sturm am Dienstagmorgen war von Seiten der Biennale-Organisatoren kalkuliert. Wie schon mit der Installation des REWE-Supermarktes im Staatstheater Wiesbaden haben sie mit dieser provokanten Aktion nicht nur in Wiesbaden, sondern deutschlandweit für Wirbel gesorgt – und einen medialen Sog auf die Biennale Wiesbaden erzeugt! Gleichwohl hat die Installation den Magistrat der Landeshauptstadt am Dienstagmorgen beschäftigt.

„Diese Aktion unter dem Deckmantel der Kunst ist eine Bankrotterklärung des bürgerlichen Kulturbetriebs. Diese „Provokation“ ist in ihrem Kern nicht fortschrittlich, sondern reaktionär.“ – RebellWiesbaden

Der Magistrat hat sich nach ausführlicher Diskussion zur im Grundgesetz verankerten Kunstfreiheit bekannt heißt es am Mittag in einer Presseerklärung. Man sehe weder eine rechtliche Grundlage noch Handlungsbedarf solange von der Kunstinstallation keine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehe, heißt es weiter. Von Anfang an sei klar gewesen, dass die Biennale unter dem Motto „Bad News“ provoziere und sehr diskussionswürdige Aktionen plane.

„Da wird die Kunst mal wieder vorgeschoben – und eigentlich geht es doch nur um die bewusste Provokation und die damit einhergehende PR für die Veranstaltung.“ – Tobias Lupfer, Twitter

Gemeinsam mit der Landespolizei beobachtet die Stadtpolizei die Situation vor Ort. Bei konkreter Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Zusammenhang mit der Kunstinstallation werden die Ordnungsbehörden einschreiten.

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