Niemand kann sagen, wann sich das kulturelle Leben normalisiert. So ist es schwer eine Empfehlung zum Walhalla auszusprechen. Das Votum war deutlich: am besten verschieben.

Am vergangenen Freitag, 26. Juni, hat der Kulturbeirat außerplanmäßig und eilig zur geplanten Ausschreibung eines Interessenbekundungsverfahrens zur Walhalla getagt. Der Kulturausschuss hatte vor wenigen Tagen eine Beteiligung des Beirats nachträglich beschlossen, damit die Expertise des Gremiums noch rechtzeitig zur Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag einfließen kann. Das Thema Walhalla wurde erneut nur kurzfristig in die Diskussion gebracht. Die Mitglieder haben es sich nicht leicht gemacht – in der Sitzung wurde das vielstimmige und heterogene Meinungsbild zur Thematik deutlich.

„Die wirtschaftlichen Folgen treffen den Kultursektor besonders hart, soweit sind wir uns einig.“ – Ernst Szebedits, Vorsitzender des Kulturbeirats

Der Beirat hatte sich bereits zuvor eindeutig dafür ausgesprochen, eine kulturelle Nutzung des Gebäudes sicherzustellen. Ein Interessenbekundungsverfahren solle möglichst breit Kultur mit einem tragfähigen Konzept für das Haus in bester innerstädtischer Lage holen. Und zwar so schnell wie möglich, denn die Nutzung des Gebäudes hat auch einen Einfluss auf die Art und Weise der Sanierung. Durch die Corona-Pandemie ist der Sachverhalt nun deutlich komplexer geworden.

„Die Schlussfolgerung kann auch eine andere sein. Das Zeitfenster, dieses wichtige Haus für eine kulturelle Nutzung zu sichern, darf nicht verpasst werden. Ein weiterer Aufschub gefährdet möglicherweise den Prozess.Je länger wir warten, desto unwahrscheinlicher wird eine Revitalisierung der Walhalla.“ – Ernst Szebedits, Vorsitzender des Kulturbeirats

Was den Zeitpunkt des jetzt von der Politik auf den Weg gebrachten Verfahrens betrifft, gab es unterschiedliche Ansichten in der Kulturbeiratssitzung. Es weiß doch wirklich keiner, ob und wann ein gesellschaftliches Leben wie in vor Corona-Zeiten wieder möglich wird, äußert die stellvertretende Vorsitzende des Kulturbeirats Dorothea Angor ihre Sorge. Unter diesen Vorzeichen ist es schwer vorstellbar, dass kulturelle Akteure in diesem engen Zeitfenster ein Angebot abgeben werden. Im Beirat wurden verschiedene Szenarien, beispielsweise zur Verschiebung, oder eines möglichen Pausieren des Verfahrens mit Weiterführung in sichereren Zeiten ausgiebig diskutiert. 

Empfehlung

Der Beirat hat sich nach intensiver Diskussion darauf geeinigt, dem Kulturausschuss zu empfehlen, das Verfahren erst später, zu Beginn 2021, zu eröffnen.

Weitere Informationen aus dem Ortsbezirk Mitte lesen Sie hier.

Die offizielle Internetseite des Wiesbadener Kulturbeirats finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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