„Meine ersten Erinnerungen an Weihnachten in der Kindheit: Klänge, Gerüche, Düfte – viel Plätzchenduft – Weihnachtslieder und die Familie.“

Jahrgang 1977, geboren in Bayern aufgewachsen in Bad Kreuznach, keine Stunde vor den Toren von Wiesbaden. Schon als Zehnjährige hat Claudia Hölbling in der Landeshauptstadt ihre ersten Fingerübungen gemacht – nachdem sie ihre Eltern immer wieder drangsalierte, unbedingt Klavier spielen zu wollen. Während der Schulzeit hielt sie daran fest, und nach dem Abitur setzte sie ihrer Freude am Musizieren das Sahnehäubchen auf. Hölbling beginnt erst in Wiesbaden und dann Würzburg Klavier zu studieren. Der Erfolg gibt ihr Recht. Ihre Prüfungen legte sie mit sehr guten Noten ab und als Pianistin verbucht sie bei vielen nationalen und internationalen Wettbewerben Erfolge. Lange war sie Dozentin für Klavier am Peter-Cornelius-Konservatorium Mainz. Zwei Jahre war sie in Freising Vize-Leiterin der Musikschule 3klang; fünf Jahre stellvertretende Leiterin der Musikschule Mainz-Hechtsheim; außerdem lehrte sie an der Musikschule Alzey. 2016 übernimmt sie in Karben und Bad Vilbel die Leitung der zweitgrößten Musikschule in Hessen. Vier Jahre später kehrt sie an den Startpunkt ihrer Klavierlaufbahn zurück und übernimmt im Februar 2020 die Leitung der größten Hessischen Musikschule. An der Wiesbadener Musikschule und Musikakademie trägt die 43-Jährige die Verantwortung für ein Haus mit 4000 Schülern sowie 140 Lehrkräften und für die Akademie mit 90 Studenten trägt.

Claudia Hölbing, Direktorin der Wiesbadener Musik Akdaemie

 

Weihnachten im Walde (Fortsetzung),

erst muss alles Blank sein, dann ist Weihnachten.

Der der kürzeste war Tag gekommen. Der längste Abend brach an. Frau Holle hatte fleißig die Betten geschüttelt und neuer Schnee lag weich und hoch überall. Die kleine Tanne war ganz bedeckt, nur die Zweigspitzen waren im schimmernden Licht zu sehen. Der Wald war still. Lautlos fielen Flocken nieder. Ab und zu hörte man das Brechen eines Astes. Da plötzlich wurde es lebendig im Wald. Von allen Seiten kamen Vögel und schwirrten und flatterten auf das Zwergenhaus zu. Springinsfeld und die Rehe brachen durch das Gebüsch, und Hoppelmann sprang in großen Sätzen herbei.

Die Spinne

Herr Knurz und Frau Knorra traten aus dem Haus. Der Zwerg trug in seiner Hand die Spinne, die er aus dem Keller geholt hatte. Er sprach: In dieser Nacht ist in der ganzen Welt Friede, und alle Wesen sollen einander gut sein. Darum soll auch die Spinne nicht mehr in ihrem Gefängnis bleiben! Er setzte sie an den Türpfosten, wo sie sich rasch in einer Ritze verbarg.

Das letzte Lichtlein

Dann ging der Zwerg zur Tanne: Kleine Tanne, hast du noch Mut genug, um einen großen Schmerz zu erleiden?Alles will ich gern erleiden, wenn meine Lichter wiederkommen“, antwortete die Tanne leise. Da ging der Zwerg hinter das Haus und brachte die große Säge, und er sägte den Stamm der Tanne über dem Erdboden durch, und Frau Knorra hielt sie, dass sie nicht umfiel. Als die Säge durch die Tanne glitt, zitterten ihre Äste, aber niemand hörte einen Laut der Klage. Nur das letzte Lichtlein flackerte unruhig.

Drei lange Haare

Knurz aber ging hinter das Haus und zog einen funkelnagelneuen Schlitten hervor. Nun könnt ihr sehen, was ich in der letzten Zeit gesägt und gehobelt habe, sprach er. Kommt alle einmal näher, vor allem du, Hoppelmann, dann will ich euch noch etwas zeigen.“ Die Tiere kamen heran, und der Zwerg wies auf eine Stelle, wo der Schlitten zusammengefügt war. Wie kommt das wohl hierher? An der Stelle, auf die Knurz gezeigt hatte, waren nämlich drei lange Haare festgeklebt. Die Tiere guckten einander erstaunt an und wussten das aber nicht zu deuten. Hoppelmann saß da und ließ seinen Kopf hängen. Da kam Knurz. Er nahm den Hasen bei den Ohren und hob ihn hoch. Seht euch einmal unseren Hasen recht genau an, findet ihr nicht, dass ihm etwas fehlt?Drei Barthaare fehlen ihm!rief Springinsfeld. Die Tiere lachten, dass es schallte. Sie konnten sich wohl denken, wie das zugegangen war. Siehst du wohl, du neugieriger Gesell, so kommt alles an den Tag! sagte der Zwerg zu Hoppelmann und lachte mit.

Geläute der Glöckchen

Der Zwerg ging noch einmal ins Haus und holte ein buntes Geschirr, an dem viele goldene Glöckchen hingen. Er lockte Springinsfeld herbei und band es ihm um. Dann spannte er den Hirsch an den Schlitten. Und nun, ihr lieben Tiere, wollen wir in das Dorf fahren und die Menschenbrüder grüßen! Ihr alle sollt mitkommen, und keiner wird euch etwas zuleide tun, denn heute ist Friede in der ganzen Welt! Er stieg mit Frau Knorra in den Schlitten, und beide hielten die Tanne mit dem zitternden Licht. Vorwärts Springinsfeld! Der Zwerg ruckte mit dem Zügel, und Springinsfeld setzte sich mit lustigem Geläute der Glöckchen in Trab. Die Rehe sprangen zu beiden Seiten, und Hoppelmann hüpfte hinterher. Und der ganze Schwarm der Vögel erhob sich und flog mit.

Das Netz

Die Spinne aber kroch, als der Platz vor dem Zwergenhaus leer geworden war, eiligst aus ihrem Spalt heraus und hinein in das Haus. Dort lief sie rasch in ihren alten Winkel und spann sich ein schönes neues Netz. Sie war froh, wieder in der Stube wohnen zu dürfen, die Lust zu bösen Streichen war ihr im Keller vergangen.

(Fortsetzung, 23. Dezember)

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