Erben, Pflichtteil, Nachfolge: Der Seniorenbeirat informiert im Rathaus Wiesbaden, wie Vermögen klug geregelt wird – bevor Konflikte entstehen.
Der Seniorenbeirat der Landeshauptstadt Wiesbaden lädt am Montag, 4. Mai zu einer Informationsveranstaltung ins Rathaus ein. Im Stadtverordnetensitzungssaal dreht sich alles um ein Thema, das viele gern aufschieben – und das doch jeden betrifft: das Erben.
Seniorenbeirat, kurz gefasst
Info-Veranstaltung – Erben und Erbfolge
Eintritt: frei
Wann: Montag, 4. Mai 2026, 15:00 Uhr
Wo: Neues Rathaus, Stadtverordnetensaal Schloßplatz 6, 65183 Wiesbaden
Zwischen Pflichtteil und Familienfrieden
Wer erbt was – und warum eigentlich? Diese Frage wirkt zunächst trocken, entfaltet aber schnell Sprengkraft. Denn sobald Vermögen den Besitzer wechselt, geraten Emotionen in Bewegung. Der Seniorenbeirat will genau hier ansetzen und Orientierung bieten.
Die gesetzliche Erbfolge greift automatisch, wenn kein Testament vorliegt. Sie regelt, wer Anspruch hat – oft anders, als viele vermuten. Kinder, Ehepartner, manchmal auch Eltern treten dann in eine Gesamtrechtsnachfolge ein. Doch das Gesetz lässt Spielräume: Testamente oder Erbverträge können die Verteilung verändern. Der Pflichtteil wiederum schützt nahe Angehörige – allerdings nur als Geldanspruch, nicht als Zugriff auf einzelne Gegenstände.
Konflikte entstehen häufig dort, wo Erwartungen und Realität auseinanderdriften: wenn Kinder unterschiedlich bedacht werden, Patchwork-Familien aufeinandertreffen oder Immobilien den Nachlass dominieren.
Vermögen planen – statt später streiten
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf der Gestaltung zu Lebzeiten. Schenken, übertragen, vorbeugen – wer früh plant, vermeidet spätere Unsicherheiten.
Auch steuerliche Fragen spielen eine Rolle. Freibeträge für Ehepartner, Kinder oder Enkel setzen klare Grenzen, darüber hinaus greifen je nach Vermögenshöhe unterschiedliche Steuersätze. Die richtige Struktur kann hier entscheidend sein.
Wenn Unternehmen weiterleben sollen
Besonders komplex wird es, wenn ein Betrieb Teil des Vermögens ist. Die Unternehmensnachfolge verlangt Zeit, klare Entscheidungen und oft auch Mut. Ob Übergabe innerhalb der Familie, Verkauf oder Stiftungslösung – jede Variante bringt eigene Herausforderungen mit sich.
Experten empfehlen, fünf bis zehn Jahre im Voraus zu planen. Wer zu spät beginnt, riskiert nicht nur wirtschaftliche Probleme, sondern auch familiäre Spannungen.
Wissen schafft Handlungsspielraum
Die Veranstaltung will keine fertigen Lösungen liefern, sondern Denkprozesse anstoßen. Anhand typischer Beispiele zeigen Fachleute, welche Möglichkeiten bestehen – und wo Fallstricke lauern.
Denn eines wird schnell deutlich: Wer sich rechtzeitig kümmert, kann nicht nur Vermögen sichern, sondern auch Beziehungen.
Symbolfoto – Wiesbaden informiert über Erben, Pflichtteil und Unternehmensnachfolge. ©2026 KI-generiert
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