Junge Eichenschösslinge sichern die Zukunft des Naturdenkmals „Unter den Eichen“. Wiesbaden setzt dabei bewusst auf Naturverjüngung.
Wer durch die Grünanlage „Unter den Eichen“ spaziert, blickt auf ehrwürdige Baumriesen. Die mächtigen Stämme erzählen von Jahrzehnten, manche wohl von mehr als einem Jahrhundert. Doch auch ein Naturdenkmal altert. Damit die charakteristischen Eichenbestände nicht langsam verschwinden, setzt die Stadt Wiesbaden nun auf behutsame Erneuerung – und pflanzt junge Hoffnung zwischen die alten Kronen.
Das Umweltamt hat in den vergangenen Tagen damit begonnen, Eichenschösslinge zu pflanzen und mit temporären Schutzzäunen zu sichern. Die Maßnahme gehört zum Projekt Naturverjüngung, das langfristig den Bestand dieses besonderen Ortes sichern soll.
Nachwuchs aus eigener Kraft
Die jungen Bäume stammen nicht aus einer Baumschule, sondern direkt aus der Anlage selbst. Mitarbeiter des Teams Baumschutz sammeln vor Ort gekeimte Eicheln und ziehen daraus kleine Setzlinge.
Dieser Ansatz folgt einer einfachen Idee: Nachkommen der bestehenden Bäume passen sich besonders gut an ihren Standort an. Sie wachsen mit denselben Bodenverhältnissen, demselben Mikroklima und denselben Umweltbedingungen auf, die bereits ihre „Eltern“ geprägt haben.
Damit sich die jungen Bäume optimal entwickeln, setzen die Fachleute sie gezielt an geeignete Stellen um. Dort erhalten sie mehr Licht, Raum und bessere Bedingungen zum Wachsen. Auf diese Weise entsteht Schritt für Schritt eine neue Generation Eichen – mitten im bestehenden Naturdenkmal.
Schutz für die ersten Jahre
Noch sind die jungen Schösslinge empfindlich. Rehe oder andere Wildtiere könnten sie abbeißen, Spaziergänger sie unbeabsichtigt beschädigen. Deshalb errichtet das Umweltamt um die jungen Pflanzen temporäre Schutzzäune. Die Einfassungen bleiben jedoch nur so lange stehen, bis die Bäume kräftig genug wachsen. Dann sollen sie sich ohne Hilfe weiterentwickeln und später selbst Teil des alten Baumbestandes werden.
Ein Projekt für die nächsten Jahrzehnte
Bis jetzt haben die Mitarbeiter des Baumschutz-Teams fünf junge Eichen gepflanzt, weitere sollen folgen. Die Maßnahme zeigt, wie behutsam und langfristig Naturschutz in der Stadt funktionieren kann. Denn ein Naturdenkmal lässt sich nicht innerhalb weniger Jahre erneuern. Die jungen Eichen brauchen Zeit – Jahrzehnte –, bis sie die Größe ihrer Vorgänger erreichen. Doch genau darin liegt der Sinn der Naturverjüngung: Schon heute beginnt die Arbeit für die Landschaft von morgen.
So wachsen unter den mächtigen Kronen der alten Eichen langsam ihre Nachfolger heran. Wer heute durch die Anlage spaziert, sieht vielleicht nur kleine Setzlinge hinter schlichten Zäunen. Doch in ihnen steckt bereits die Zukunft dieses besonderen Ortes.
Foto – Auf der Grünanlage „Unter den Eichen“ hat das Umweltamt damit begonnen, Eichenschösslinge zu pflanzen und mit Schutzzäunen zu sichern ©2026 LH Wiesabden
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