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Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis mit Zitrone, 1906/07 – ein Werk, das bis heute unmittelbar wirkt

Deutschalnds Picasso: Vortrag über Paula Modersohn-Becker

War Paula Modersohn-Becker „Deutschlands Picasso“ – oder längst mehr als das? Ein Vortrag im Museum Wiesbaden zeichnet ihren Weg nach, blickt auf das Jahr 1906 in Paris und zeigt, wie eine Malerin die Moderne mitprägte.

Volker Watschounek 6 Stunden vor 0

Das Museum Wiesbaden beleuchtet Leben, Werk und Wirkung von Paula Modersohn-Becker – und hinterfragt einen berühmten Vergleich.

Paula Modersohn-Becker malte gegen Konventionen an. Sie löste Formen auf, verdichtete Farben, blickte sich selbst direkt an. Während viele Künstler ihrer Zeit noch Szenen ausstaffierten, reduzierte sie radikal. Sie suchte Klarheit. Sie riskierte Brüche.

Museum Wiesbaden, kurz gefasst

Vortrag: Deutschlands Picasso ist eine Frau — Werk, Leben und Nachruhm der Paula Modersohn-Becker
Eintritt: frei
Referent: Dr. Frank Schmidt, Direktor Paula Modersohn-Becker Museum (Bremen)
Datum: 05. März 2026, 19:00 Uhr
Öffnungszeiten: 10:00 bis 17:00 Uhr, donnerstags bis 21:00 Uhr und montags geschlossen
Wo: Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur (Museums Wiesbaden), Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Eintritt:  Erwachsene 4,00 Euro / Kinder-Jugendliche frei

Am 5. März widmet das Museum Wiesbaden der Künstlerin einen eigenen Abend. Der Vortrag trägt den provokanten Titel Deutschlands Picasso ist eine Frau. Kunsthistoriker Frank Schmidt, Direktor des Paula Modersohn-Becker Museum, spricht über Werk, Leben und Nachruhm einer Malerin, die lange unterschätzt wurde – und heute selbstverständlich in einem Atemzug mit den Großen der Moderne genannt wird.

Ein Vergleich – und was von ihm bleibt

Als die Journalistin Julia Voss 2007 in der FAZ schrieb, „Deutschlands Picasso ist eine Frau“, löste sie Debatten aus. Muss man eine Künstlerin über einen männlichen Maßstab adeln? Oder zeigt der Vergleich nur, wie sehr sich der Blick auf Kunst verändert hat?

1906 leben Pablo Picasso und Modersohn-Becker zeitgleich in Paris. Beide suchen neue Wege. Beide reduzieren Körper zu archaischen Formen. Beide wagen radikale Vereinfachung. Schmidt richtet den Fokus auf dieses Jahr. Er zeigt, wie nah sich zwei Künstler kommen, ohne voneinander zu wissen.

Früher Tod, spätes Leuchten

Modersohn-Becker stirbt 1907 mit nur 31 Jahren. Ihr Werk bleibt. Freunde und Weggefährten sichern Bilder, organisieren Ausstellungen, kämpfen für Anerkennung. 1927 eröffnet man ihr in Bremen ein eigenes Museum – weltweit das erste, das einer Malerin gewidmet ist. Ein kulturhistorischer Paukenschlag.

Zur Person Frank Schmidt

Nach seinem Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Anglistik in Gießen und München arbeitete Frank Schmidt zunächst als Kurator am Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt sowie am Museum Frieder Burda in Baden-Baden.
Er übernahm anschließend die Leitung des Ausstellungsmanagements am Museum Kunstpalast in Düsseldorf. Von dort wechselte er als wissenschaftlicher Direktor an die Kunsthalle Emden.

Seit Februar 2016 leitet Schmidt die Museen Böttcherstraße in Bremen. Dort realisierte er vielbeachtete Ausstellungen wie „Emil Nolde trifft Paula Modersohn-Becker“ (2016/2017), „Schlaf. Eine produktive Zeitverschwendung“ (2017/2018), „Ich bin Ich. Paula Modersohn-Becker. Die Selbstbildnisse“ (2019/2020), „Berührend. Annäherung an ein wesentliches Bedürfnis“ (2020/2021) sowie „Camille Claudel & Bernhard Hoetger. Emanzipation von Rodin“ (2025).

Seit 2020 führt er zudem die neu gegründete Museen Böttcherstraße Stiftungs-GmbH als Geschäftsführer.

Im Jubiläumsjahr ihres 150. Geburtstags steht ihr Rang außer Frage. Ihre Selbstbildnisse wirken heute erstaunlich gegenwärtig. Sie zeigen Verletzlichkeit und Stärke. Sie zeigen eine Frau, die sich selbst ernst nimmt. Der Vortrag findet im Rahmen der Sonderausstellung „Feininger, Münter, Modersohn-Becker… Oder wie Kunst ins Museum kommt“ statt. Der Eintritt ist frei. Wiesbaden lädt ein, eine Pionierin neu zu sehen.

Bild – Selbstbildnis ©2025 Museum Wiesbaden / bearbeitet Volker Watschounek

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