Der Wahlausschuss prüft im Rathaus Wiesbaden die Wahlvorschläge für die Kommunalwahlen am 15. März.
Am Freitag beginnt im Rathaus Wiesbaden ein Termin, der trocken klingt, aber politisch Gewicht trägt. Im Raum 22 am Schlossplatz tritt der Wahlausschuss zusammen. Er prüft, ordnet, entscheidet. Am Ende dieses Nachmittags steht fest, wer bei den Kommunalwahlen am 15. März offiziell antreten darf – für die Stadtverordnetenversammlung, die Ortsbeiräte und den Ausländerbeirat.
Mehr Listen, mehr Wettbewerb
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Für die Stadtverordnetenwahl liegen 15 Wahlvorschläge vor – mehr als bei der letzten Wahl 2021. Neben den bekannten Parteien wie CDU, SPD, Grünen, FDP, Linken und AfD stehen neue und kleinere Gruppierungen auf dem Stimmzettel. Volt, das Bündnis Sahra Wagenknecht, die Partei des Fortschritts, mehrere Wählergemeinschaften und politische Satire finden ihren Platz. Wiesbaden zeigt politische Breite – und Lust auf Auswahl.
Ortsbeiräte als politisches Labor
Besonders lebendig wirkt die Demokratie auf Stadtteilebene. Für die Ortsbeiratswahlen gehen 148 Wahlvorschläge ein, 19 mehr als vor fünf Jahren. In nahezu allen Ortsbezirken konkurrieren mehrere Listen. Neben den großen Parteien treten lokale Initiativen an, die sich gezielt um einzelne Stadtteile kümmern. Namen wie „Zusammen für Nordenstadt“ oder „L(i)ebenswertes Heßloch“ erzählen bereits, worum es hier geht: Nähe, Alltag, konkrete Anliegen.
Internationale Stimmen im Fokus
Auch der Ausländerbeirat wächst. 16 Wahlvorschläge liegen vor, zwei mehr als 2021. Migrantische Initiativen, interkulturelle Listen und politische Gruppierungen bewerben sich um Sitze. Sie bringen Perspektiven ein, die Wiesbaden längst prägen – und politisch mitgestalten wollen. Integration zeigt sich hier nicht als Schlagwort, sondern als Wahloption.
Die Kommunalwahlen rücken näher. Und während draußen vielleicht schon Wahlplakate darauf warten aufgehängt zu werden, sortiert drinnen der Wahlausschuss die Grundlagen der politischen Vielfalt.
Ordnung muss sein
Den Vorsitz führt Wahlleiter Stefan Krebs. Unterstützt wird er von sechs Beisitzerinnen und Beisitzern, die von Parteien benannt wurden. Der Ausschuss prüft formale Kriterien, keine Inhalte. Demokratie beginnt hier mit Formularen, Fristen und Unterschriften – nüchtern, aber unverzichtbar. Ohne diese Sitzung gäbe es keinen gültigen Wahlzettel.
Symbolfoto ©2026 KI-generiert / Wiesbaden lebt!
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