Über Jahre hat der Mensch die Natur zurückgedrängt. Jetzt weist die Natur den Menschen in seine Schranken: mit Verstand und Unterstützung. Das Wellritztal entflammt.

Schon bald wird sich der Wellritzbach wieder durch die Wiesen schlängeln, und sich im Wellritztal seinen natürlichen Weg suchen. Mit den kleinen und größeren Steine und den Kiesbänke wird er im Bachlauf für abwechslungsreiche Strömung sorgen und so einer Vielzahl von Wassertieren ihren natürlichen Lebensraum zurückgeben.

„Die Landeshauptstadt Wiesbaden unternimmt große Anstrengungen, um ihre Fließgewässer wieder in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen.“

Andreas Kowol, Umweltdezernent

Spätestens im nächsten Frühjahr werden die Ufer dicht von auetypischen Gräsern, Blumen, Sträuchern und Bäumen bewachsen sein. Nach jedem stärkeren Regen wird die Landschaft ein bisschen anders aussehen. Durch den Herbst und Winter werden hier Nebelschwaden zu beobachten sein. Etwas Zeit wird man der Natur aber noch lassen müssen, um sich in dem renaturierten Bereich auszubreiten. 

„Hier im Wellritztal wird dem Bach mit der Renaturierung die Möglichkeit gegeben, künftig wieder selber aktiv zu werden und sich seinen Weg zu bahnen.“

Andreas Kowol, Umweltdezernent

Wiesbadens Umweltdezernent Andreas Kowol stellte am Donnerstag das Ergebnis der Renaturierung vor. Sie umfasst Gestaltung des Landschaftsparks Wellritztal gleich mit und zeigt anschaulich, was in Kooperation zwischen Stadt und Land entstehen kann.

„Das Land unterstützt die Stadt Wiesbaden bei diesem Projekt mit Fördermitteln in Höhe von 630.000 Euro aus dem Programm Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz.“

Andreas Kowol, Umweltdezernent

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts verlief das Gewässer kilometerweit in einer starren Betonrinne, bevor das neue Bachbett jetzt im unteren Tal naturnah angelegt wurde. Vor Beginn der Arbeiten Anfang des Jahres waren sämtliche Bäume und Wurzeln im Baubereich auf Fledermausquartiere und überwinternde Kleinsäuger untersucht worden. Die rund fünfzig Gehölze, die entfernt werden mussten, ersetzen künftig mehr als sechzig neue Bäume und Sträucher. Die umfangreichen Erdarbeiten wurden bodenökologisch begleitet, um die wichtigen Funktionen der Böden so wenig wie nötig zu beeinträchtigen.

„Ein großes Becken – ein sogenannter Geschiebefang – und ein kleiner Sedimentationsteich, die regelmäßig gereinigt werden, sorgen dafür, dass mitgeschwemmtes Material nicht in die unterirdische Spülleitung gelangt, durch die der Wellritzbach ab dem Kurt-Schumacher-Ring unter der Stadt hindurch zum Salzbachkanal geleitet wird.“

Andreas Kowol, Umweltdezernent

Bereits heute ist sichtbar, wie der renaturierte Wellritzbach in einigen Jahren aussehen soll: Denn 2005 wurde ein weiterer Abschnitt im Rahmen eines Pilotprojekts zwischen der Stadt Wiesbaden und der Hochschule RheinMain umgestaltet. Heute bietet der als Fließgewässer-Lehrstrecke genutzte Bereich das Bild eines ursprünglichen Bachs. Noch bis Ende des Jahres dauern die abschließenden Arbeiten im Wellritztal an. Bis dahin werden die alte Betonrinne verschwunden und die neuen Pflanzungen angelegt sein. Die Eröffnung des Tals für die Bevölkerung ist noch in diesem Jahr geplant.

Naherholung

Das Wellritztal ist einer der wichtigsten Grünzüge der Stadt und reicht bis an die dicht bevölkerte Innenstadt. Es spielt für die Naherholung eine wichtige Rolle. Durch die Anlage neuer Zuwegungen von der Klarenthaler Straße aus, die Einrichtung eines Kinderspielbereiches und die Ausstattung mit Fußgängerbrücke und Bänken wird die Attraktivität deutlich gesteigert.

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Weitere Informationen zum Programm der Landesregierung finden Sie auf der Internetseite unter umwelt.hessen.de.

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