Forscherzeit in Wiesbaden: Zum achten Mal hat die InfraServ Wiesbaden zum Regionalwettbewerb Hessen West von Jugend forscht eingeladen. Zum ersten Mal komplett virtuell. 

Wie beeinflusst man zukünftige Entwicklungen? Richtig: Durch innovative Ideen. Ein Spektrum dessen, was in Zukunft technisch möglich sein kann, bietet der Jugend forscht-Wettbewerb bei Infraserv, und das jedes Jahr. Die Gewinner Gewinner qualifizieren sich für die jeweiligen Landeswettbewerbe in Kassel und Darmstadt.

Gefragt sind nicht nur Schulfächer

Hier treten Schülerteams mit ihren Forscherideen auf, die womöglich die Basis für zukünftig richtungsweisende Forschung sein könnten. Zum mittlerweile achten Mal lud die InfraServ Wiesbaden zum regionalen Vorentscheid für Jugend forscht und Schüler experimentieren ein. Und das erstmals virtuell. Am vergangenen Wochenende haben 75 Jungforscher ihre Projekte aus sieben Fachgebieten präsentiert: Darunter Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathe/Informatik, Physik und Technik. Im Anschluss kürte eine 25-köpfige Jury die Gewinner beider Wettbewerbe.

„Gerade mit Blick auf die schwierigen Rahmenbedingungen freuen wir uns sehr, dass bundesweit fast 9000 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt über 5000 Forschungsprojekte erstellt und bei Jugend forscht/Schüler experimentieren angemeldet haben.“ – Bodo Wünsch, Patenbeauftragter InfraServ Wiesbaden

Unter den 38 angemeldeten Projekten finden sich interessante Kandidaten. Da ist zum Beispiel M-Link. Das Projekt von Michel Wahmes, Benedikt Labeck und Louis Vierl von der Martin-Niemöller-Schule konnte man schon beim vergangenen Regionalwettbewerb bestaunen. Die Idee dahinter: M-Link soll es ermöglichen, das Bild eines Mikroskops auf ein Smartboard zu übertragen. Ein spezieller Mikroskop-Aufsatz enthält eine Kamera, ein Rasperry-Pi und einen Akku. Durch einen simplen Client kann das Bild sogar über einen Browser im Unterricht gestreamt werden. Damals erhielten die drei Wiesbadener dafür den Regionalpreis im Fachbereich Mathematik/Informatik und Technik. Und auch dieses Jahr gingen die drei nicht leer aus und erhielten den Jugend Forscht-Regionalpreis für das beste interdisziplinäre Projekt.

Schüler experimentieren

Auch im Rahmen von Schüler experimentieren konnten sich zwei Wiesbadener Schülerinnen für den Landeswettbewerb qualifizieren. Maria Sarris und Olivia Bivol von der Gutenbergschule gingen der Frage nach, ob gechlortes Wasser aus Gartenpools das Pflanzenwachstum beeinflusst. In Zeiten des Lockdowns sei der Gartenpool zum neuen Trendartikel avanciert. Damit verbunden sei allerdings eine meist nicht umweltgerechte Entsorgung des Chlorwassers. Aufgrund des hohen Aktualitätsbezugs kürte die Jury das Projekt zum Sieger im Fachbereich Biologie.

Digitale Grußworte

Umrahmt wurde der diesjährige digitale Regionalwettbewerb von verschiedenen Videogrußbotschaften. Zu den Gastrednern und Gratulanten zählten unter anderem Cornelia Lengte, Geschäftsleiterin bei InfraServ Wiesbaden ebenso wie Bürgermeister Dr. Oliver Franz.

„Der traditionsreiche Wettbewerb ist in Europa ohne Beispiel. Das ist für unsere Land sehr wichtig. Es kann gar nicht früh genug damit begonnen werden, junge Menschen zu motivieren, dem nachzugehen.“ – Dr. Oliver Franz, Bürgermeister

Cornelia Lengte lobte vor allem den Forschergeist der Projektteilnehmer. Es gehe nicht immer darum auf dem Siegertreppchen zu stehen. Häufig überzeugt eine besondere Fragestellung, die sich aus dem Alltag ergibt oder die die Gesellschaft aktuell beschäftigt. Dann zählt vor allem der Forscherdrang, das kritische Hinterfragen der eigenen Ergebnisse und der Wille, auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen.

Qualifikation für Landewettbewerbe

Die von der Jury gekürten Projektteilnehmer haben die Chance auf eine Teilnahme an den jeweiligen Landewettbewerben für Jugend Forscht/Schüler experimentieren. Der Landeswettbewerb für Jugend Forscht findet am 31. März und 1. April in Darmstadt statt. Für Gewinner von Schüler experimentieren dürfen ihre Projekte am 26. und 27. März in Kassel vorstellen. Vom 27. bis 30. Mai findet dann der Bundeswettbewerb von Jugend Forscht in Heidelberg statt.

Die Sieger des diesjährigen Regionalwettbewerbs Hessen West sind im Einzelnen:

Jugend Forscht
Fachbereich Biologie
Melanie Hagemann (19), Marie Bertsch (18)
Bestes Interdisziplinäres Projekt
Michel Wahmes (18), Benedikt Labeck (19), Louis Vierl (18)

Schüler experimentieren
Fachbereich Biologie
Maria Sarris (14), Olivia Bivol (14)
Fachbereich Chemie
Nina Miriam Reichert (11)
Fachbereich Geo- und Raumwissenschaften
Samuel Porubsky (14), David Porubsky (13), Daniel Porubsky (10)
Bestes interdisziplinäres Projekt
Hendrik Ghodrati (11)

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Die offizielle Internetseite von Jugend Forscht finden Sie unter www.jugend-forscht.de.

 

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