0:3 in Schwerin, 3:0 in Aachen, 0:3 in Potsdam: Die letzten Wochen beim VC Wiesbaden gleichen einer Berg- und Talfahrt.
Der VC Wiesbaden trifft heute Abend auf den amtierenden Triple-Sieger Allianz MTV Stuttgart und steht vor einer schweren Aufgabe. Auf dem Papier scheint es eine klare Angelegenheit zu sein. Nach der 0:3-Niederlage in Potsdam möchte sich der VC Wiesbaden beweisen und zeigen, dass er gegen die großen Favoriten der Liga nicht chancenlos sind.
Das Team von Cheftrainer Tigin Yağlioğlu geht mit dem festen Ziel in das Spiel, den Abstand auf den Tabellenplatz 5 zu verkürzen und sich vor den eigenen Fans gut zu präsentieren. Die Stuttgarterinnen hingegen reisen nach Wiesbaden als klare Favoriten und wollen ihre Spitzenposition in der Volleyball Bundesliga weiter festigen.
Ein starker Gegner und ein ambitioniertes Team
Allianz MTV Stuttgart hat in dieser Saison bereits 17 Siege eingefahren – die meisten aller Teams in der Bundesliga. Lediglich der SSC Palmberg Schwerin (50 Punkte) steht mit zwei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Stuttgart (48 Punkte) gilt als eine der stärksten Mannschaften der Liga und hat zuletzt mit einem souveränen 3:0 gegen Aachen überzeugt. Doch trotz der beeindruckenden Bilanz ist nicht alles rund gelaufen für die Schwaben.
Am vergangenen Dienstag mussten sie sich im Champions-League-Viertelfinalhinspiel gegen den polnischen Verein KS DevelopRes Rzeszow mit 1:3 geschlagen geben. Besonders der dritte Satz, in dem der polnische Verein mit 45:43 im Videobeweisverfahren gewann, sorgte für Frustration. Doch im Spiel gegen Aachen konnte sich das Team unter Trainer Konstantin Bitter wieder stabilisieren, auch wenn einige Stammspielerinnen geschont wurden.
Die Frage bleibt, ob US-Star Krystal Rivers, die aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht in jedem Spiel ihr volles Potenzial ausschöpfen kann, auch in Wiesbaden auflaufen wird. Trotz einiger Ausfälle und schwankender Leistungen in dieser Saison bleibt Stuttgart ein gefährlicher Gegner, gegen den die Wiesbadenerinnen alles geben müssen, um ihre Chancen zu wahren.
Selbstbewusst und kämpferisch
Das Team aus Wiesbaden, derzeit Tabellenrang 6 mit 22 Punkten, will sich von der Niederlage gegen Potsdam nicht entmutigen lassen. Wir müssen unsere Fehler analysieren und besser aus ihnen lernen, sagt Trainer Tigin Yağlioğlu. Insbesondere die Außenspielerin Hannah Hartmann, die beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams im Dezember 2024 mit 14 Punkten für die besten Angriffswerte auf Seiten des VC Wiesbaden sorgte, möchte auch gegen den Tabellenzweiten eine starke Leistung zeigen.
Die Wiesbadenerinnen gehen die Aufgabe mit einer positiven Einstellung an: Wir haben schon gegen andere starke Teams gezeigt, dass wir mithalten können. Auch wenn Stuttgart natürlich der Favorit ist, wollen wir vor unserem tollen Publikum beweisen, dass wir in der Bundesliga eine echte Herausforderung darstellen können, erklärt Hartmann selbstbewusst.
Vor heimischer Kulisse können die VCW-Damen auf den Rückhalt ihrer Fans zählen. In der letzten Saison hatten sie sich mit beeindruckenden Siegen in ihrer Halle den Ruf als unangenehmer Gegner erarbeitet. Wir wissen, was wir hier leisten können, betont Yağlioğlu.
Schlüsselduell: Angriff gegen Block
Ein besonders spannendes Duell dürfte im Bereich der Angriffspunkte und Blockleistungen stattfinden. Die Stuttgarterinnen sind bekannt für ihre offensive Schlagkraft, angeführt von Krystal Rivers und der belgischen Diagonalangreiferin Pauline Martin. Doch auch der VC Wiesbaden hat auf dieser Position starke Spielerinnen, allen voran Celine Jebens, die in der Liga auf dem 13. Platz der Top-Scorerinnen rangiert.
Der Schlüssel zum Erfolg für den VC Wiesbaden könnte daher in der Abwehr liegen. Insbesondere die Blockspielerinnen, allen voran Rachel Gomez, die in der Liga auf Platz 7 der besten Blockspielerinnen steht, müssen die Angriffe der Stuttgarterinnen frühzeitig unterbrechen und das Spielgeschehen kontrollieren. Wenn es dem VCW gelingt, die Offensive von Stuttgart aus dem Rhythmus zu bringen, könnte der Favorit in Schwierigkeiten geraten.
Personelle Veränderungen und Motivation
Bei Allianz MTV Stuttgart gab es kürzlich eine Veränderung im Management: Sportdirektorin Kim Oszvald-Renkema, die maßgeblich an den Erfolgen der letzten Jahre beteiligt war, wird das Team nach der Partie gegen den SC Potsdam am 1. März 2025 verlassen. Sie war seit 2017 Teil des Managements und hatte auch den Weg zu den vielen Titeln des Teams geebnet.
Diese personellen Umstellungen könnten einen zusätzlichen Anreiz für die Spielerinnen von Stuttgart darstellen, sich vor dem Abschied von Oszvald-Renkema noch einmal besonders zu motivieren. Doch auch für die Wiesbadenerinnen gibt es einen Grund, in dieser Partie alles zu geben: Die Mannschaft von Tigin Yağlioğlu will den Abstand auf Platz 5, der derzeit von VfB Suhl Lotto Thüringen belegt wird, verkürzen und sich im Kampf um die Playoff-Plätze beweisen.
Volleyball Bundesliga Frauen, 2024.2025, 19. Spieltag
| Platz | Vereine | Sp | S | N | Sätze | Diff | P |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SSC Schwerin | 20 | 16 | 4 | 56:16 | 40 | 50 |
| 2 | MTV Stuttgart | 20 | 17 | 3 | 54:21 | 33 | 48 |
| 3 | Dresdner SC | 20 | 16 | 4 | 51:23 | 28 | 47 |
| 4 | SC Potsdam | 20 | 12 | 8 | 41:30 | 11 | 35 |
| 5 | VfB Suhl | 19 | 10 | 9 | 36:34 | 2 | 30 |
| 6 | VC Wiesbaden | 19 | 7 | 12 | 28:42 | -14 | 22 |
| 7 | USC Münster | 19 | 6 | 13 | 24:45 | -21 | 18 |
| 8 | Ladies in Black Aachen | 19 | 4 | 15 | 24:48 | -24 | 14 |
| 9 | SW Erfurt | 20 | 0 | 20 | 5:60 | -55 | 0 |
Archivfoto – Blockarbeit ©2025 Volker Watschounek
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