Wiesbaden ist eine vielfältige Stadt. Hier leben schätzungsweise 20000 Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche und queere Menschen (LSBT*IQ). Wiesbaden braucht und hat endlich ein Queeres Zentrum.

Das Queere Zentrum ist in Wiesbaden angekommen. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Stadträtin Christiane Hinninger und zahlreichen weiteren Kommunal- und Landespolitiker waren am Freitag zur Walkmühle gekommen, m einen ersten Eindruck von den aktuellen Räumlichkeiten zu bekommen und ihre Glückwünsche zu überbringen.

„Die langjährige Unterstützung aus der Kommunalpolitik wird von uns in der queeren Szene sehr positiv wahrgenommen. Nur so sind solche Projekte, die für viele Menschen einen großen Unterschied machen, langfristig denkbar.“ – Rico Ullmann, Vorsitzender des Trägervereins Queeres Zentrum Wiesbaden e.V.

Schon lange unterstützen neben der Wiesbadener Kooperation im Rathaus auch die Fraktionen der CDU und FDP die Anliegen queerer Menschen. So wurde für die institutionelle Absicherung der zahlreichen Beratungs- und Kulturangebote vor einem Jahr eine finanzielle Unterstützung des Queeren Zentrums verabschiedet. der Trägerverein sei dankbar für die Initiative des Oberbürgermeisters. Das sei nicht selbstverständlich und so freue man sich auf eine gute Zusammenarbeit mit Stadträtin Christiane Hinninger, in deren Zuständigkeit die Anliegen der queeren Community in Zukunft falle,  ergänzte Ullmann.

„Ab sofort bieten wir nicht nur Raum für die bestehenden Gruppen, sondern werden auch regelmäßige Öffnungszeiten haben. Montags von 14:oo bus 18:00 Uhr und Freitags von 12:00 bis 16:00 Uhr steht unsere Tür allen interessierten Menschen offen zum verweilen, austauschen und gerne auch, um sich aktiv einzubringen.“ – Kathrin Tablack, Leitung des Zentrums inne hat.

In zahlreichen kleinen Führungen erkundeten die Gäste den aktuellen Stand des Zentrums. Hier stehen ab sofort Beratungs- und Workshopräume zur Verfügung und werden bald auch durch eine Küche und eine Bibliothek mit queerer Literatur und Sachbüchern ergänzt.

Neben den Grußworten gab es auch ein buntes Programm. So „segneten“ die anwesenden Schwestern der perpetuellen Indulgenz den Ort und wünschten allen Beteiligten viel Erfolg. Ein kleines Buffet und Musik von einer DJane rundeten den Abend ab.

Wiesbaden setzt Zeichen

Bereits einen Tag vor der der Eröffnung verabschiedete die Stadtverordnetenversammlung einen Antrag der Kooperation, Wiesbaden als LSBT*IQ-Freiheitszone zu bezeichnen und die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Angeboten intensiv zu unterstützen. Im Laufe des Jahres gab es bundesweit zahlreiche Übergriffe auf queere Menschen und Institutionen. Auch in Wiesbaden fühlen sich nicht alle Menschen überall sicher. Daher sind Zeichen wie dieses äußerst wichtig. Es ist schön, dass dieses Zeichen nicht erst als Reaktion auf einen lokalen Übergriff, sondern proaktiv gesetzt wird, betont Manuel Wüst, Mitglied des Vorstandes.

Übergabe der „Segnungsurkunde“ (v.l.n.r. Schwester Rosa, Schwester Agnetha, Schwester Christine, Rico Ullmann)

Foto ©2022 Übergabe der „Segnungsurkunde“ v..l.n.r. Schwester Rosa, Schwester Agnetha, Schwester Christine, Rico Ullmann

Hintergrund

Das Queere Zentrum entstammt einer Initiative des Runden Tisches zu LSBT*IQ-Lebensweisen in Wiesbaden. Dieser besteht seit vielen Jahren und fördert den Austausch zwischen Vereinen und Gruppierungen der queeren Szene mit der Kommunalpolitik. Das Konzept durchlief ein Bürgerbeteiligungsverfahren und wird von der Kooperation, sowie den Fraktionen der CDU und FDP unterstützt.

Foto oben ©2022 Queeres Zentrum Wiesbaden e.V.

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Die Internetseite der Schwestern der perpetuellen Indulgenz finden Sie unter www.indulgenz.de.

Die Internetseite vom Queeren Zentrum Wiesbaden finden Sie unter qzwi.de

 

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