Folklore oder das Walhalla sind bekannte Baustellen. Alle OB-Kandidaten haben das erkannt und wollen schnell voran kommen. Das ist zu begrüßen, so der Kulturbeirat.

Im mit knapp 190 Personen sehr gut gefüllten Festsaal des Rathauses bekannten sich am 16. Mai alle teilnehmenden potenzielle Oberbürgermeister positiv zu brennenden kulturellen Themen der Stadt – der Kulturbeirat wird sie beim Wort nehmen – insbesondere nach der Wahl.

Besuchen die Dame und die Herren überhaupt Kultur in Wiesbaden, was genau und welche Orte der Stadt sind Ihnen dabei wichtig?

Nichts für ungut aber gehen Sie eigentlich noch raus? – unter diesem Motto des Abends hat Anna-Maria Magel aus der F.A.Z.-Kulturredaktion die große Runde gleich zu Beginn auf ihre Kulturfestigkeit geprüft. Besuchen die Dame und die Herren überhaupt Kultur in Wiesbaden, was genau und welche Orte der Stadt sind Ihnen dabei wichtig? Christiane Hinninger (Bündnis 90/DIE GRÜNEN), Gert-Uwe Mende (SPD), Dr. Eckhard Müller (AfD), Ingo von Seemen (DIE LINKE), Eberhard Seidensticker (CDU) und Sebastian Rutten (FDP) waren sich meist einig. Ganz gleich wer in die Fußstapfen von OB Sven Gerich treten wird – er vertritt die Meinung, dass im Amt Kultur einen hohen Stellenwert haben soll.

„Unseren Anspruch an den zukünftigen Oberbürgermeister haben wir noch einmal deutlich formuliert: Kulturpolitik muss eine gleichberechtigte Rolle in der Stadtpolitik einnehmen.“ – Dorothea Angor, Beiratsvorssitzende

Das einhellige Bekenntnis zu einer besseren finanziellen Ausstattung von Wiesbadens Kultur wird vom Kulturbeirat dabei sehr begrüßt. Viele Kernthemen des Beirats scheinen auf offene Ohren in dieser Kandidierenden-Runde zu treffen. Insbesondere das starke Bekenntnis aller Podiumsgäste zur kulturellen Nutzung des Walhalla Gebäudes nehmen wir als ausgesprochen positives Signal für die künftige Zusammenarbeit auf, freute sich Ernst Szebedits, Vorsitzender des Kulturbeirats, über einen der Schwerpunkte der Diskussion.

„Eine aktive Kunst- und Kulturpolitik durchdringt alle wichtigen Herausforderungen dieser Stadt.“ – Dorothea Angor, Beiratsvorsitzende

In der Diskussion wurde erneut festgestellt, wie lange die Wiesbadener Stadtpolitik das Vorhaben schon auf der Agenda hat. Mit der Aufnahme der Arbeit des Kulturbeirats im letzten Jahr soll es als ein Kernprojekt des Beirats Fahrt aufnehmen. Hier gute Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für Kulturschaffende jenseits politischen Wunschkonzerts einrichten zu wollen, teilt der Kulturbeirat mit der einigen Meinung am gestrigen Abend.

Die Zukunft des Walhallas ist auch Thema eines Bürgerdialogs direkt vor der nächsten Kulturbeiratssitzung am 4. Juni.

Anregungen aus dem Kreis der Kulturbeiratsmitglieder, die reichhaltige Fülle der Kulturakteure einzubeziehen und den Begriff Leuchttürme nicht zu sehr auf die ganz großen Player einzuengen, sollen berücksichtigt werden. Ebenso soll die Diskussion zur kulturellen Zukunft im Sinne breiter Teilhabe und größtmöglicher Vielfalt in die Stadt getragen werden. Eine Steuerungsgruppe aus Kulturschaffenden, Politik und Verwaltung begleitet die beauftragte Agentur StadtART seit Kurzem – erste öffentliche Veranstaltungen sollen bald kommen.

„Am Ende sind die parlamentarischen Vertreter demokratisch gewählt und verantworten die Entscheidungen für Wiesbadens Kultur. Wir werden unseren Teil für die Entwicklung einer konsistenten Kulturpolitik für Wiesbaden beitragen.“ – Ernst Szebedits, Vorsitzender des Kulturbeirats

Der Kulturbeirat und seine Mitglieder rechnen weiterhin mit konstruktiver Auseinandersetzung und produktiver Zusammenarbeit. Die gemeinsame Wertschätzung von Kulturschaffenden und gute kulturelle Versorgung der Bürger Wiesbadens sollen Prämisse der Zusammenarbeit mit der Stadtpolitik sein. Auch wenn es dabei einmal differierende Meinungen zwischen Kulturbeirat und Kulturausschuss geben kann – den Beratungsauftrag und die kritische Instanz des Kulturbeirats sieht Szebedits in keiner Weise gefährdet.

OB-Wahl Stimmungsbarometer

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Wiesbadens OB-Kandidaten im Einzelnen:

– Christiane Hinninger, Die Grünen, will Wiesbadens Kultur fördern
Christian Bachmann, Freie Wähler, ist keiner Partei verpflichtet
Sebastian Rutten, FDP, möchte Wiesbaden vitalisieren
Gert-Uwe Mende, SPD, steht für einen politischen Neuanfang
Eberhard Seidenstricker, CDU, legt den Finger in die Wunden
– Eckhard Müller, AfD, wir sind dran
– Ingo von Seemen, Linke, wir sind dran

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